EU-Forschungsminister erörtern in Lissabon den europäischen Forschungsraum
Die Idee eines gemeinsamen Forschungsraums wurde ursprünglich von EU-Forschungskommissar Philippe Busquin vorgebracht und soll von den Ministern erörtert werden, die sich dabei auf drei allgemeine Bereiche konzentrieren werden: Verbreitung der nationalen Forschungsarbeiten in den Mitgliedstaaten, Kartierung von Schwerpunktzentren von europäischer Tragweite und Entwicklung von Kommunikationsnetzen zwischen den verschiedenen Forschungszentren.
Unter anderem sollen folgende spezifische Hauptmaßnahmen auf dem informellen Treffen erörtert werden: die Notwendigkeit der Koordinierung der europäischen einzelstaatlichen Politiken in Wissenschaft, Technologie und der Informationsgesellschaft, die Schaffung eines kostengünstigen, europaweiten Hochgeschwindigkeits- und Breitband-Datenübertragungsnetzes, die Einleitung einer europäischen Initiative zur Förderung der wissenschaftlichen und technologischen Kultur für die europäischen Bürger.
Die Debatte unter der Leitung von José-Mariano Gago, dem portugiesischen Minister für Wissenschaft und Technologie, wurde auf Initiative der portugiesischen Ratspräsidentschaft anberaumt.
Am zweiten Tag findet eine Konferenz mit dem Titel "European Science beyond 2000" (Die europäische Wissenschaft nach 2000) statt, bei der die Meinungen von 12 Nobelpreisträgern aus der Wissenschaft im Mittelpunkt stehen. Sie werden mit den Ministern darüber diskutieren, wie die künftige europäische Strategie für Forschung und Entwicklung aussehen soll.
Darüber hinaus werden das Generalsekretariat der Europäischen Wissenschaftsstiftung, die Leiter der Europäischen Organisation für wissenschaftliche Kernforschung (CERN), des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (ELMB), der Europäischen Organisation für Molekularbiologie (EMBO), der Europäischen Weltraumorganisation (EWO), des Europäischen Südlichen Observatoriums (ESO) und der Europäischen Synchrotron-Strahlunganlage (ESRF) an der Konferenz teilnehmen.
Mit der Teilnahme von Vertretern des Verbandes der europäischen Universitäten, des Bundes der EU-Rektorenkonferenz, COST, der European Industrial Research Management Association (EIRMA), des Runden Tischs der europäischen Industriellen, EUREKA und der Leiter der Forschungsräte in den Mitgliedstaaten (EUROHORCS) wird gerechnet.
Vertreter des Europäischen Parlaments und des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses wurden ebenfalls zur Diskussion eingeladen.
Interessenten können die vorbereitenden Unterlagen für das informelle Treffen der Forschungsminister in Lissabon im Internet einsehen unter:
URL: http://europa.eu.int/comm/research/area/prepdocs_en.htm(öffnet in neuem Fenster)
Diese Unterlagen beziehen sich auf vier der in der Mitteilung "Hin zu einem europäischen Forschungsraum" von EU-Forschungsminister Philippe Busquin genannten Themen (siehe RCN 13921 und 14195).
Folgende Unterlagen sind verfügbar:
- Comparing performance: a proposal to launch a benchmarking exercise on National R&D policies in Europe (Leistungsvergleich: ein Vorschlag zur Einführung von Bezugsgrößen für nationale F&E-Politiken in Europa);
- Action for 'centres of excellence' with a European dimension (Aktion für "Schwerpunktzentren" mit europäischer Tragweite);
- Follow-up to the Communication on a European Research Area - Research Infrastructures (Nachbereitung der Mitteilung über einen europäischen Forschungsraum - Forschungsinfrastrukturen);
- Research and Education networks in Europe (Forschungs- undBildungsnetzwerke in Europa).