Anti-Schmerz-Kampagne
Verletzungen des Bewegungsapparats wie Rückenschmerzen und RSI (Verletzungen durch Dauerbelastung) betreffen Millionen europäischer Arbeitnehmer in allen Branchen und kosten Milliarden Euro durch Arbeitszeitverlust, Behandlung und Sozialkosten. Darüber hinaus gibt es überzeugende Hinweise, dass dieses Problem immer mehr Menschen betrifft: 30 Prozent der europäischen Arbeitnehmer gaben kürzlich bei einer Umfrage an, unter Rückenschmerzen zu leiden, 17 Prozent nannten Muskelschmerzen in Armen oder Beinen und 45 Prozent berichteten über Probleme aufgrund ihrer Haltung bei der Arbeit.
Die Agentur vertritt die Auffassung, dass viele der genannten Verletzungen vermeidbar sind; mit der Veranstaltungswoche, die sie in jedem Land der Europäischen Union durchführt, will sie das Bewusstsein für dieses Problem fördern und auf Möglichkeiten der Vorsorge hinweisen. Das Programm der Veranstaltungen umfasst Ausstellungen und Lehrgänge über die Sicherheit am Arbeitsplatz und die Erkennung potenzieller Risiken.
Die Initiative richtet sich an alle potenziell von arbeitsmedizinischen Problemen betroffenen Gruppen wie Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Unternehmens-Sicherheitsbeauftragte, Führungskräfte sowie Behörden, die mit der Gesundheit und Sicherheit befasst sind. Die Agentur unterstreicht dabei, dass bessere Arbeitssicherheit sich nicht nur für die direkt Betroffenen auszahlt, sondern auch eine gute Geschäftspraxis ist, da die Unternehmen weniger durch Arbeitsausfälle und Frührenten belastet werden.
Bei der Vorstellung der Initiative sagte Anna Diamantopoulou, die Europäische Kommissarin für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten: "Die Schmerzen, Krankheiten und Verletzungen durch mangelhafte Praktiken am Arbeitsplatz sind eine schwere Last für viele europäische Arbeitnehmer, und Frauen sind am meisten gefährdet. Diese Last zu lindern ist das Hauptanliegen der diesjährigen Europäischen Woche für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Wir wollen, dass Europa arbeitsbedingte Verletzungen des Bewegungsapparats endlich hinter sich lässt."