Spezifisches Programm 2002-2006 (Euratom) für Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Kernenergie innerhalb des mehrjährigen Rahmenprogramms 2002-2006.
_ Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen für die Industrie in der Europäischen Gemeinschaft;
_ Förderung einer stärkeren Wettbewerbsfähigkeit;
_ Unterstützung von Forschungsaktivitäten.
Damit diese Ziele erreicht werden können, wird das Rahmenprogramm in Bezug auf drei Zielstellungen umstrukturiert:
_ Integration der europäischen Forschung,
_ Strukturierung des Europäischen Forschungsraums,
_ Stärkung der Grundpfeiler des Europäischen Forschungsraums.
Der Annahme des mehrjährigen Programms 2002-2006 der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) für Forschungs- und Ausbildungsmaßnahmen mit dem Ziel der Schaffung des Europäischen Forschungsraums folgte die Übernahme eines spezifischen Programms für Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Kernenergie.
Da die Kernenergie 35 Prozent der in der Europäischen Union produzierten Elektrizität ausmacht, ist sie ein wichtiger Bestandteil in der Debatte zur Bekämpfung des Klimawandels und Verringerung der Abhängigkeit der EU von Energie, die aus fossilen Brennstoffen erzeugt wird. Das bringt aber bedeutende Herausforderungen mit sich. Kontrollierte thermonukleare Fusion stellt eine der langfristigen Möglichkeiten für die Energieversorgung dar. Das trifft insbesondere auf die zentralisierte Versorgung mit Grundlaststrom zu.
Der Schwerpunkt liegt hierbei darauf, Fortschritte bei der Verdeutlichung der wissenschaftlichen und technologischen Realisierbarkeit von Fusionsenergie sowie der Bewertung ihrer Nachhaltigkeit zu machen.
Weitere Informationen zum neuen Rahmenprogramm sind über den Webdienst von CORDIS RP6 unter der folgenden Adresse erhältlich: http://www.cordis.lu/fp6/(öffnet in neuem Fenster)
Ziel dieses Spezifischen Rahmenprogramms ist die Übernahme eines spezifischen Programms 2002-2006 (Euratom) für Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Kernenergie, um die wissenschaftliche und technologische Realisierbarkeit der Fusionsenergie zu verdeutlichen und ihre Nachhaltigkeit zu bewerten. Damit soll dem Klimawandel entgegen gewirkt sowie die Abhängigkeit der EU von fossilen Brennstoffen für den Energiebedarf verringert werden.
Das Programm bezieht sich auf mehrere Themenschwerpunkte:
_ Forschung zur Fusionsenergie
In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts könnte die Fusionsenergie einen Beitrag zur abgasfreien, groß angelegten Produktion von Grundlaststrom leisten. Die Fortschritte, die in der Forschung zur Fusionsenergie gemacht wurden, rechtfertigen die weitere Verfolgung des langfristigen Ziels eines Fusionskraftwerks.
_ Behandlung und Beseitigung von radioaktivem Abfall
Das Fehlen eines allgemein gültigen Ansatzes für die Abfallbehandlung und -beseitigung ist eines der Haupthindernisse für die weiterführende und zukünftige Nutzung von Kernenergie. Das betrifft insbesondere die Beseitigung langlebiger Abfallkomponenten in geologischen Ablagerungen, die erforderlich wird, egal welche Behandlungsmethode für die verbrannten Brennstoffe und hochradioaktiven Abfälle ausgewählt wird.
Die Forschung allein kann die gesellschaftliche Akzeptanz nicht sicherstellen, aber sie ist notwendig, um Lagertechniken zu entwickeln und zu testen, geeignete Anlagen zu untersuchen, ein grundlegendes Verständnis für Sicherheit und Sicherheitsbewertungsmaßnahmen zu schaffen sowie Entscheidungsprozesse zu entwickeln, die von den beteiligten Parteien als fair und gerecht erachtet werden.
_ Weitere Tätigkeiten
Um die Strategien der EU in den Bereichen der Gesundheit, Energie und Umwelt zu unterstützen und die Integration der europäischen Forschung auf dem Gebiet der Kernspaltung sowie weiterer Verwendungsmöglichkeiten ionisierender Strahlung zu verbessern, muss sich das Programm auch den folgenden Forschungsschwerpunkten widmen:
- Strahlenschutz, um die gemeinschaftlichen Normen zum Strahlenschutz und deren Anwendung zu untermauern, um flexibel und schnell auf Notfälle zu reagieren und um die europäische Kompetenz durch bessere Integration der Forschungsbemühungen zu verbessern;
- Innovative Arten der Erzeugung von Kernenergie zur Untersuchung von möglichen innovativen Konzepten für die Kernenergie. Im Mittelpunkt der Forschung wird dabei die weitere Entwicklung innovativer Konzepte für die Kernenergie stehen, die sich zum Beispiel in Bezug auf Sicherheit, Abfallbehandlung, Kosten und Nachhaltigkeit als langfristig vorteilhafter erwiesen haben;
- Die Aus- und Weiterbildung im Bereich der Atomwissenschaften, um dem Rückgang der Studentenzahlen und Lehranstalten entgegen zu wirken und damit die notwendige Kompetenz und das Fachwissen zu schaffen, die für die weitere sichere Nutzung von Kernenergie sowie anderweitiger Nutzung radioaktiver Strahlung in Industrie und Medizin notwendig sind.
Das Programm wendet außerdem die folgenden neuen Instrumente an:
_ Exzellenznetzwerke Die Exzellenznetzwerke sind multidisziplinäre virtuelle Spitzenforschungszentren, die sich generell eher auf langfristige Ziele als auf vorher genau festgelegte Ergebnisse konzentrieren. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, Kenntnisse der Spitzenforschung über die Netze hinaus zu verbreiten. Sie bestehen aus mindestens 6 Teilnehmern und erhalten von der Gemeinschaft Fördermittel von mehreren Millionen Euro pro Jahr.
_ Integrierte Projekte
Dieses Instrument versucht die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu stärken oder einen Beitrag zur Lösung von wichtigen gesellschaftlichen Problemen zu leisten, indem es eine entscheidende Menge von Ressourcen und Fähigkeiten der europäischen Forschung und technologischen Entwicklung mobilisiert. Laut Definition haben diese Projekte genau festgelegte Ziele. Das trifft auch auf risikoreichere Forschung zu. Die Projektteilnehmer organisieren sich über eine Kerngruppe und alle Maßnahmen werden im allgemeinen Rahmen eines Ausführungsplans durchgeführt.
_ Weitere Instrumente sind::
- Projekte mit spezifischen Zielstellungen;
- Integrierte Infrastrukturinitiativen;
- Mobilitäts- und Ausbildungsmaßnahmen;
- Spezifische Koordinations- und Unterstützungsmaßnahmen;
- Begleitende Maßnahmen.
Die Kommission wird von einem Beratungskomitee unterstützt und ist für die Umsetzung des spezifischen Programms verantwortlich. In Abhängigkeit von den verschiedenen auf dem Programm stehenden Themen können die Mitglieder des Komitees variieren. Für Aspekte, die sich auf die Kernspaltung beziehen, sind die Zusammensetzung des Komitees und die detaillierten anzuwendenden Richtlinien und Verfahren im Ratsbeschluss 2002/668/Euratom festgelegt.
Die Kommission hat ein Arbeitsprogramm ausgearbeitet, in dem die Ziele, die wissenschaftlichen und technologischen Schwerpunkte sowie ein Zeitplan für deren Realisierung detailliert beschrieben sind. Dieses Arbeitsprogramm bezieht dabei die relevanten Forschungsarbeiten in den Mitgliedsstaaten, assoziierten Ländern sowie bei europäischen und internationalen Organisationen ein und kann bei Bedarf aktualisiert werden.
Die Kommission veröffentlicht regelmäßig Berichte zu den allgemeinen Fortschritten bei der Umsetzung des Spezifischen Programms und organisiert außerdem die unabhängige Bewertung der Aktivitäten, die im Rahmen des Spezifischen Programms durchgeführt werden.