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Assisted reproduction beyond the nation state and nuclear family? Transition to parenthood and negotiating relatedness in gay father families created through transnational surrogacy

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Leihmutterschaft und Familiengründung

Eine europäische Forschergruppe untersuchte das Konzept Leihmutterschaft aus Sicht aller betroffenen Parteien. Die Beweggründe der Beteiligten sind unterschiedlich, auch spielt die soziale Schichtung eine Rolle, die es wohlhabenden Paaren ermöglicht, eine Dienstleistung von weniger wohlhabenden Paaren entgegenzunehmen.

Gesellschaft
Gesundheit

Bei einer Leihmutterschaft wird die Eizelle einer Frau von einer anderen Frau ausgetragen. Bei der Geburt erhält das auftraggebende Paar das gesetzliche Sorgerecht für das Kind - eine Praxis, die in Europa illegal, in den Vereinigten Staaten aber zulässig ist. Das EU-finanzierte Projekt SURROGARTS (Assisted reproduction beyond the nation state and nuclear family? Transition to parenthood and negotiating relatedness in gay father families created through transnational surrogacy) untersuchte, wie beteiligte Parteien diese Art von Familiengründung erleben, u.a. bei homosexuellen Paaren, Leihmüttern, Eizellspenderinnen sowie Agenturen und medizinischem Personal. Die Studie untersuchte, wie kontextuelle Faktoren (Geschlecht, Sexualität, politische Geographie, Institutionen, soziale Schicht und auch ethnische Zugehörigkeit) Leihmutterschaft und deren Bedeutung beeinflussen. Weiterhin war die Frage, inwieweit Leihmutterschaft konventionelle Familienwerte in Frage stellt. Die Forscher führten in Feldstudien in den Vereinigten Staaten zunächst qualitative Interviews mit 37 schwulen Vätern in 20 Familien durch und befragte dann 20 Leihmütter, 5 Eizellspenderinnen und 15 amerikanische Reproduktionsmediziner. In der letzten Phase folgten Analyse, Ergebnisauswertung und Veröffentlichung. Wie die Ergebnisse zeigten, wurde Leihmutterschaft durchweg positiv bewertet. Trotzdem äußerten einige Teilnehmer Kritik, etwa an der Anzahl der Embryonen, die in die Leihmutter implantiert werden, oder der Ausführlichkeit der Patientenaufklärung. Weiterhin waren psychologische Unterstützung, nachgeburtliche Betreuung, Krankenversicherung für Leihmütter, Staatsbürgerschaft der Kinder und Mobilitätsfragen für europäische Eltern ungeklärte Themen. Die Forscher fanden heraus, dass die sozioökonomische Schichtung im Zusammenhang mit Leihmutterschaft ein Problem darstellt. Die meisten schwulen Väter stammten aus der oberen Mittelschicht, die Leihmütter hingegen oft aus der niedrigeren Mittelschicht. Trotzdem war Gleichheit eine Erwartungshaltung. Frauen aus unteren sozioökonomischer Schichten wurden kaum als Leihmütter ausgewählt, die Hälfte der Leihmütter hatte einen höheren Bildungsstand. Leihmutterschaft bietet Menschen, die auf normalem Weg keine Familie gründen können, neue Möglichkeiten, auch wenn die soziale Hierarchie hier eine Rolle spielt. Das Team stellte fest, dass Leihmutterschaft in den Vereinigten Staaten von zwei Narrativen bzw. Beweggründen geprägt ist: zum einen Beziehung und Freundschaft unter den Parteien, zum anderen eine Transaktionsentschädigung, die außer den Eltern alle anderen Parteien von familiären Beziehungen ausschließt. Die Ergebnisse des Projekts liefern der Öffentlichkeit neue Erkenntnisse zur Komplexität von Leihmutterschaft in den Vereinigten Staaten. Das Team bereitete Empfehlungen vor, die allen Parteien helfen sollen.

Schlüsselbegriffe

Leihmutterschaft, Familiengründung, SURROGARTS, assistierte Reproduktion, Elternschaft

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