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Wir brauchen den dunklen Nachthimmel!

Millionen funkelnder Lichter bilden jede Nacht eine magische Kuppel über unseren Köpfen, aber die allgegenwärtige Lichtverschmutzung sorgt dafür, dass es für die meisten von uns schwierig, wenn nicht sogar unmöglich ist, diese zu erleben. EU-finanzierte Forscherinnen und Forscher fördern Basisprojekte weltweit, um das Bewusstsein zu schärfen und einen Politikwandel herbeizuführen.

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Über 80 % der Weltbevölkerung leben unter lichtverschmutztem Himmel. Die Milchstraße bleibt mehr als einem Drittel der Menschheit verborgen. Das EU-finanzierte Projekt STARS4ALL hatte zum Ziel, die Lichtverschmutzung ins Rampenlicht zu rücken, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und einzubeziehen sowie letztlich neue politische Strategien zu entwerfen. Ein Brutkasten für Basisinitiativen zum Thema Lichtverschmutzung Abgesehen von dem Thema, dass das Licht ausgeschaltet werden soll, wenn es nicht benötigt wird, um Energie zu sparen, findet praktisch kein öffentlicher Dialog über Lichtverschmutzung statt. Infolgedessen gehen viele politische Strategien, besonders im Bereich der öffentlichen Beleuchtung, in die völlig falsche Richtung. Die Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf die biologische Vielfalt, die Gesundheit des Menschen, die Astronomie und viele andere Bereiche werden zunehmen, wenn es keine speziellen Kampagnen zur Schärfung des Bewusstseins und Förderung des Verantwortungsgefühls gibt. In Reaktion auf diesen dringenden Bedarf hat, wie Projektkoordinator Prof. Oscar Corcho erklärt, „STARS4ALL daran gearbeitet, die Technik und das Fachwissen bereitzustellen, die für die Ankurbelung lokaler und globaler Initiativen zum Thema Lichtverschmutzung weltweit erforderlich sind.“ Zusätzlich zur Technik hat STARS4ALL Hilfestellung beim Crowdfunding geleistet und es verleiht kleinen Initiativen Sichtbarkeit. Das Projekt ist von anfänglich zehn Initiativen zum Thema Lichtverschmutzung auf mehr als 30 aktive Initiativen angewachsen und hat die Erwartungen somit weit übertroffen. STARS4ALL unterstützt in Afrika, Australien, Europa, Lateinamerika, Neuseeland und den USA Initiativen zum Thema Lichtverschmutzung. Einige Initiativen gab es bereits länger. So überwacht beispielsweise CitiesAtNight die globale Lichtverschmutzung mit von Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation aufgenommenen Bildern. Die Analyse der Bilder durch amateurwissenschaftlich arbeitende Bürgerinnen und Bürger liefert Informationen weit über jene hinaus, die uns derzeit die Satelliteninstrumente zu Verfügung stellen. Dabei geht es insbesondere um Veränderungen der Wellenlängen oder Farben des Lichts in unseren Städten. Die neu geschaffene Initiative gegen Lichtverschmutzung des Photometer-Netzwerks hat sich zu einer erstaunlichen Erfolgsgeschichte entwickelt. Nach dem Beginn mit ungefähr einhundert, rund um die Welt im Einsatz befindlichen Photometern verkauft das Team nun die von ihm entwickelten Photometer an interessierte Personen, Unternehmen und andere Einrichtungen, die die Qualität ihrer Nachthimmels messen und die Daten über das Photometerportal von STARS4ALL weitergeben. Die Bestellungen haben alle Erwartungen übertroffen. Die Einnahmen unterstützen die Aktivitäten des Konsortiums für die zusätzliche Erforschung und Initiativen zur Bekämpfung der Lichtverschmutzung. Zusätzlich zur Inkubation von Initiativen zum Thema Lichtverschmutzung unterstützt STARS4ALL den politischen Wandel. Eine Wissenschaftlergruppe hat eine Petition an das Europäische Parlament gerichtet, in der sich die Akteure für die Notwendigkeit einer europäischen Politik in Bezug auf die Lichtverschmutzung aussprachen. Im kleineren Maßstab gelang es einer Initiative, das Thema bei den letzten Regionalwahlen in Madrid in die Diskussion zu bringen. Den Weg weisen STARS4ALL hat die STARS4ALL-Stiftung gegründet, die inzwischen unter den die Forschenden im Bereich Lichtverschmutzung international anerkannt ist. Laut Corcho konzentriert sich die gemeinnützige Organisation darauf, „zu gewährleisten, dass einige der wichtigsten Ergebnisse von STARS4ALL (Hardware- und IKT-Entwicklung sowie Erzeugung und Akquisition offener Daten) einen klaren Nachhaltigkeitsplan für die Zukunft vorweisen können.“ Die STARS4ALL-Stiftung hat mit der STARLIGHT-Stiftung, die sich auf Astronomie und die Zertifizierung von Lichtschutzgebieten konzentriert und den Forschergruppen im Bereich Lichtverschmutzung im Dialog mit den öffentlichen Behörden eine einheitliche Stimme verleiht, eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Für die Zukunft gibt es gute Aussichten, um die Lichtverschmutzung und gleichermaßen die chemische und physikalische Belastung von Erde, Meer und Atmosphäre in die Öffentlichkeit zu bringen.

Schlüsselbegriffe

STARS4ALL, Licht, Umweltbelastung, Lichtverschmutzung, Photometer, Initiativen gegen Lichtverschmutzung, Politik, Strategien, Astronomie, Beleuchtung, Daten, Basisbewegung

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