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Erneuerbare, strapazierfähige Kleidung stellt den Beitrag von FIBFAB zu einer umweltfreundlichen Zukunft dar

Die Textilindustrie versucht, umweltfreundlicher zu werden. Das Projekt FIBFAB will dieses Ziel in die Realität umsetzen.

Industrielle Technologien

Jedes Jahr werden in Europa Tonnen von Bekleidungsstoffen hergestellt, die in der Regel aus einer Kombination aus Naturfasern (wie Baumwolle oder Wolle) und Kunstfasern (wie Polyester) bestehen. Die Mischung aus natürlichen und synthetischen Fasern soll den Komfort und die Haltbarkeit des Endprodukts verbessern. Diese Stoffe sind jedoch schwierig zu recyceln, da die miteinander verflochten Fasern nicht mehr getrennt werden können. Im Einklang mit den übergeordneten Zielen der EU haben sich europäische Textilunternehmen zum Ziel gesetzt, umweltfreundlicher zu werden und vermehrt erneuerbare und wiederverwertbare Materialien und Kleidung zu produzieren. Gleichzeitig müssen die europäischen Bekleidungsunternehmen einen Strukturwandel in Richtung innovative Produkte mit hohem Mehrwert durchlaufen, um dem Wettbewerb mit Niedriglohnländern entgegenzuwirken. Das durch Horizont 2020 finanzierte Projekt FIBFAB will sich durch die Entwicklung neuer nachhaltiger Polymere für die Herstellung umweltfreundlicherer Kleidung als Vorreiter etablieren. „Ziel des Projekts FIBFAB ist es, Kleidung aus nachhaltigen Materialien herzustellen“, so Dr. Nuria López Aznar, Materialspezialistin bei AIMPLAS und wissenschaftliche Mitarbeiterin bei FIBFAB. „Der Großteil des im Textilsektor verwendeten Materials ist Polyester, das von Lieferanten aus asiatischen Ländern stammt. Das zweite Ziel war daher, die Abhängigkeit von diesen Ländern zu verringern.“ FIBFAB hofft, biologisch abbaubare und nachhaltige Stoffe für Freizeit-, Schutz- und Arbeitskleidung auf der Basis des Polymers Polylactid (PLA) zu industrialisieren und auf den Markt zu bringen. Verbesserung der Eigenschaften von Polylactid Polylactid ist eine erneuerbare Ressource: Bei der Fermentation von Zuckern aus Mais oder Rüben entsteht Milchsäure, ein Monomer, aus dem die für die Kleidung benötigten Polymere hergestellt werden können. Im Handel erhältliches Polylactid erfüllt jedoch bei einigen Textilanwendungen nicht alle mechanischen und thermischen Anforderungen. Aktuelle PLA-Fasern haben beispielsweise eine schlechte Wärmebeständigkeit und können infolge intensiver Waschzyklen an Qualität einbüßen. FIBFAB hat an der Entwicklung einer neuen Verbindung auf PLA-Basis mit Zusatzstoffen zur Verbesserung der Kristallinität gearbeitet. Diese Verbindung weist verbesserte mechanische Eigenschaften, hydrolytische Stabilität (zur Resistenz gegenüber Waschzyklen) und auch sonst alle Eigenschaften auf, die für das Schmelzspinnverfahren zur Herstellung von Fasern erforderlich sind. Nach vielen Versuchen gelang es dem Projektteam, ein Polymer für 100 % biologisch abbaubare und recycelbare Kleidung herzustellen, die auch den Industriestandards entspricht. Ausweitung des Vertriebs Einige kommerzielle Textilhersteller haben bereits Interesse bekundet. Während der Vorbereitung des Projektvorschlags standen einige der in die Entwicklungsphase involvierten Partner – SINTEX in der Tschechischen Republik und YÜNSA in der Türkei – in Kontakt mit Herstellern wie Adidas und Hugo Boss, die sich beide an den Endergebnissen interessiert zeigten. Das Team ist der Ansicht, dass das neue Material auch über Textilien hinaus Verwendung finden kann. „Obwohl das entwickelte Material für den Einsatz in bestimmten Produkten und Produktionslinien ausgelegt wurde, ist dies nur ein Ausgangspunkt für die Erschließung weiterer Materialien“, sagt Dr. López Aznar. Das Projekt war eine große Herausforderung, da die Fasern derart hohen Leistungsanforderungen gerecht werden müssen, erklärt sie. Es waren zahlreiche experimentelle Versuche erforderlich, um eine Vielzahl von Verbindungen mit unterschiedlichen Formulierungen für Tests in Textilmaschinen zu erhalten. Das Team fand schließlich eine geeignete Verbindung, die die erforderlichen Eigenschaften erfüllte. Das Projekt FIBFAB endet in diesem Sommer. Bis dahin sammelt das Team weiterhin umfangreiche Informationen: Es ist geplant, T-Shirts zu entwerfen, die während Workshops, Messen und Ausstellungen verteilt werden sollen, um noch mehr Rückmeldungen von Kunden zu erhalten, bevor das Produkt auf den Markt gebracht wird.

Schlüsselbegriffe

FIBFAB, Kleidung, erneuerbar, umweltfreundlich, Textilien, Polylactid, Fasern

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