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Winning social acceptance for wind energy in wind energy scarce regions

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Bessere soziale Akzeptanz von Windenergie in Europa

Die Windenergie hat sich von einem Nischenprodukt zu einer führenden Technologie im Bereich der erneuerbaren Energien entwickelt und ist nun sogar zur treibenden Kraft für die Energiewende in der EU geworden. Jedoch mangelt es trotz ihres enormen Potenzials an sozialer Akzeptanz, was die Umsetzung von Windenergieprojekten verlangsamt.

Energie

Die Art und Weise, wie die Gesellschaft Projekte mit Windenergie aufnimmt, kann sich letzten Endes darauf auswirken, in welchem Maße Ziele der Klima- und Energiepolitik der EU erreicht werden. Vor diesem Hintergrund bemüht sich das EU-finanzierte Projekt WinWind um eine Erhöhung der allgemeinen Akzeptanz von Windenergie in Europa. Projektziel ist es, praktikable Lösungen zur Erhöhung der Unterstützung von Windkraft durch die Gesellschaft zu untersuchen, zu testen und zu verbreiten. Der Fokus liegt dabei auf ausgewählten Regionen in Europa, wo Windenergie reichlich vorhanden, aber die Marktdurchdringung gering ist. Ländertische der Interessengruppen „Die Diskussionen über Projekte mit Windenergie verdeutlichen, dass ein Abarbeiten der Agenda für saubere Energie nur möglich ist, wenn die Interessengruppen miteinbezogen werden. Eine aktive Beteiligung von Interessengruppen sowie gerechte Verfahren für eine Mitwirkung sind wohl die wichtigsten Zutaten für eine erfolgreiche Strategie zum Ausräumen von Hindernissen, die der Akzeptanz von Windenergie im Wege stehen“, bemerkt die Projektkoordinatorin Dr. Maria Rosaria Di Nucci. Bei Gesprächen und Seminaren, deren Gegenstand die Hürden und treibenden Kräfte bei einem von der Gesellschaft unterstützten Einsatz von Windenergie waren, stärkten die Projektpartner ihre Beziehungen zu Interessengruppen in verschiedenen Ländern. Zu den ausgewählten Regionen zählen Sachsen und Thüringen in Deutschland, Latium und die Abruzzen in Italien, die Woiwodschaft Ermland-Masuren in Polen, die zu Spanien gehörenden Balearen, Mittelnorwegen und Lettland. Für alle Regionen wurden Ländertische der Interessengruppen eingerichtet, die das Vorgehen innerhalb des Projekts bestimmen. Zusammen identifizierten lokale Projektpartner, ausgewählte Interessengruppen und Marktakteure Faktoren, die ein wesentliches Hemmnis für die Ausbildung einer sozialen Akzeptanz von Windenergie in den Zielregionen darstellen. Dabei konnten nicht nur Bezüge zu technischen Aspekten, wie etwa der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und der Größe der Windkraftanlagen festgestellt werden, sondern auch die Auswirkungen auf die Umwelt spielen eine Rolle. Ebenso wichtig ist es, dass die Verfahren zur Mitwirkung bei der Projektplanung und -umsetzung als fair wahrgenommen werden. Maßgeschneiderte Lösungen Im Verlauf von WinWind erarbeiteten die Projektpartner in ihren jeweiligen Ländern eine Reihe von guten Arbeitspraktiken, die eine Steigerung der Akzeptanz von Windenergie durch die Gesellschaft in den Zielregionen ermöglichen. Sie stellten ein Portfolio zusammen, in dem insgesamt 30 gute Arbeitspraktiken vorgestellt werden. Diese sind auf die jeweiligen Regionen, in denen sie entwickelt wurden, ausgelegt und berücksichtigen dabei sozioökonomische, räumliche und umweltbedingte Eigenschaften von unterschiedlichen Standpunkten aus. Die Arbeitspraktiken können auch als wertvolles Vorbild für eine Nachahmung in anderen Regionen auf regionaler oder sogar nationaler Ebene dienen. Die guten Arbeitspraktiken sind in fünf Hauptkategorien unterteilt. Eine der Kategorien behandelt neuartige partizipative Modelle, die für Transparenz garantieren und die die Einbeziehung der gesamten Gemeinde am Planungsprozess für Windprojekte befürworten. In zwei weiteren geschieht eine Beschäftigung mit Vorgehensweisen bezüglich der direkten und indirekten finanziellen Beteiligung von Kommunen und Bürgerschaft sowie Untersuchungen zu den Umweltfolgen von Windparks. Eine vierte Kategorie deckt das Gebiet Gewinnteilung und Verteilungsgerechtigkeit ab und plädiert für eine gerechte Verteilung der bei der Erzeugung erneuerbarer Energie entstehenden Kosten. In der letzten schließlich finden sich effektive Strategien für die Kommunikation. Nächste Schritte „WinWind genoss in allen teilnehmenden Ländern eine beachtliche Anerkennung durch die Politik“, bemerkt der Koordinator des Ländertisches in Deutschland Michael Krug. „In einigen Fällen, sowohl auf nationaler wie auch auf regionaler Ebene, baten politische Entscheidungsträger Projektteilnehmer darum, Empfehlungen zu aktuell ablaufenden Prozessen der Politikentwicklung abzugeben.“ In den kommenden Monaten werden die Projektpartner Leitsätze und Kriterien für einen gerechten und annehmbaren Ausbau des Sektors Windenergie formulieren, die als Kompass bei der Politikgestaltung auf regionaler, nationaler und sogar europäischer Ebene hinzugezogen werden sollten. Darüber hinaus sind eine Übersicht über zehn übertragbare bestmögliche Verfahren sowie eine Anleitung, die bei der Nachahmung helfen soll, erschienen. Diese sollen durch eine Reihe an Maßnahmen, die von Mentorenteams in den so genannten Lernregionen durchzuführen sind, ergänzt werden.

Schlüsselbegriffe

WinWind, Windenergie, Europa, soziale Akzeptanz, erneuerbare Energien, Energiewende, Ländertisch der Interessengruppe, gute Arbeitspraktiken, Windkraftanlage, Windpark

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