Nachweis von viraler DNS: Der Schlüssel zu gesunden Austern
Seit 1991 bescheren gestiegene Mortalitätsraten bei Austern den europäischen Zuchtbetrieben herbe Verluste. Zwar wurden bereits Maßnahmen zur Diagnose einiger Infektionen ergriffen, doch wird die Branche durch andere unkontrollierte Variablen weiterhin geschädigt, und das vor allem während der vergangenen zehn Jahre. Zu den verheerendsten dieser Variablen gehört eine Gruppe von herpesartigen Viren, die in verschiedenen europäischen Ländern das Larvensterben verursachen. Dieses Konsortium von französischen, britischen, spanischen und irischen Experten setzte jetzt Techniken der Polymerase-Kettenreaktion ein, um der DNS dieser herpesartigen Viren in Larvenproben verschiedener Arten und unterschiedlicher europäischer Herkunft auf die Spur zu kommen. Die Polymerase-Kettenreaktion ist ein sehr zuverlässiges, präzises und empfindliches Verfahren zum Nachweis von Viren in Proben. Die PCR bewirkt eine Vervielfältigung der Kopien eines bestimmten DNS-Segments und liefert so eine ausreichend große Menge DNS für eingehende Untersuchungen und eine DNS-Identifikation. Im Rahmen seiner Forschungsarbeiten fand das Konsortium heraus, dass sich einige PCR-Primerpaare besser als andere für den Nachweis von herpesartiger viraler DNS in Austern eignen. Besonders das Primerpaar C2/C6 erwies sich als optimal geeignet, da es sich durch Vorzüge wie große Empfindlichkeit und einfache Polymerasekettenreaktionen auszeichnet, die die Untersuchungen besonders unkompliziert gestalten. Die Verwendung dieses Paares, so fanden die Forscher heraus, ermöglicht außerdem die Verringerung der eingesetzten Reagenzien und verringert die Gefahr einer Kontamination durch vorhergehende Proben. Besonders hervorzuheben ist, dass dieses PCR-Protokoll effektiver arbeitet als das verschachtelte PCR-Protokoll mit den Primerpaaren A4/A5 und A5/A6. So gestattete das Primerppar C2/C6 einen Nachweis von herpesartiger viraler DNS identification in weniger als 24 Stunden. Ein weiteres Forschungsergebnis dieses Konsortiums ist ein zu 21% positiver Nachweis von viraler DNS in französischen, spanischen und britischen Zuchtbetrieben. Dies bestätigte, dass herpesartige Viren für die Mortalitätsprobleme in europäischen Austernzuchtbetrieben verantwortlich sind. Mit der Verfügbarmachung eines zuverlässigen, präzisen und empfindlichen Polymerase-Kettenreaktionsverfahrens für den Nachweis derartiger Viren, die den Austernzuchtbetrieben das Leben schwer machen, hat dieses Konsortium ein nützliches Hilfsmittel für ein verbessertes Larvenaufzucht-Management geschaffen. Die Tatsache, dass bereits nach 24 Stunden Ergebnisse zur Verfügung stehen, bedeutet ferner, dass bei einer auffälligen Larvenmortalität in bestimmten Larvengruppen einiger Zuchtbetriebe ein Befall anderer Austernbestände durch das herpesartige Virus vermieden werden könnte. Ein weiterer Vorteil der Innovation dieses Konsortiums besteht darin, dass diese PCR-Technik von Wissenschaftler auch zur Erforschung der Biologie des Virus genutzt werden kann. Mit diesem speziellen PCR-Verfahren besitzt die Austernzuchtindustrie eine wirksame Waffe zur Bekämpfung von Virusinfektionen und den damit verbundenen Verlusten.