Virtuelle medizinische Betreuung zur Vermeidung medizinischer Fehler
Auch Krankenhäuser und medizinische Zentren sind nicht gegen Fehler gefeit. Jahr für Jahr fallen viele Patienten solchen Fehlern zum Opfer, vor allem aufgrund falscher Medikationen, die eine Nachbehandlung erforderlich machen können, damit es ernsthafte Nachwirkungen vermieden werden. In einem neuen, von der EU finanzierten IST-Projekt wurde ein System entwickelt, das Medikamente automatisch anfordert, ihre Mengen ermittelt und sie korrekt in Krankenhäusern verteilt. Mit Hilfe einer 2D-Strichcode-Technologie werden Medikamente mit intelligenten Etiketten gekennzeichnet, um sie automatisch aus dem Lagerbestand abrufen und nachbestellen zu können. Zu diesem Zweck öffnet der zuständige Krankenhausmitarbeiter mit einer Chipkarte das "Smart Cabinet" - eine Art virtuellen Arzneischrank - und versorgt sich dort mit den benötigten Arzneimitteln, die er in seinen "Smart Cart" - einen ebenfalls virtuellen Einkaufswagen - legt. Das System identifiziert die darin befindlichen Medikamente sowie die für jeden Umlauf benötigte Medikation. Bei einem Fehler warnt es den Bediener automatisch davor, dass sich das falsche Medikament im Einkaufswagen befindet. Die Patienten andererseits tragen intelligente Armbänder, die Informationen über die verschriebene Medikation liefern. Diese Informationen werden anschließend vom Einkaufswagen gelesen, der die Ärzte oder Krankenschwestern bei der Verabreichung der Medikamente an die Patienten vor eventuellen Fehlern warnt. Die Krankenhausmitarbeiter haben nur dann Zugriff auf die medizinischen Daten der Patienten, wenn dies im unmittelbaren Zusammenhang mit deren medizinischen Bedürfnissen steht. Dies wird durch den Einsatz von Chipkarten und digitalen Signaturen erreicht. Schließlich können die Patienten auch Ausdrucke zu ihrem Gesundheitszustand einsehen, in denen auch die Namen der Personen erscheinen, die Zugriff auf ihre persönlichen Daten haben. Die Vorteile der Technologie liegen darin, dass sich die Betriebskosten verringern lassen, indem die Fehlerrate des Betreuungs- und Verwaltungspersonals gesenkt wird . Ein bereits durchgeführter viermonatiger Probebetrieb, in den über 600 Patienten einbezogen wurden, hat gezeigt, dass die Fehlerwahrscheinlichkeit erheblich verringert wurde und dass das Projekt in Zukunft auch kommerziell vorteilhaft eingesetzt werden könnte.