Skip to main content

Article Category

Article available in the folowing languages:

Immuntherapien zur Behandlung von Diabetes

Typ-1-Diabetes (T3D) betrifft derzeit mehr als 3 Mio. vor allem junge Europäer – eine Zahl, die sich in den nächsten zwanzig Jahren noch verdoppeln soll. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass die Insulin-produzierenden Beta-Zellen und das Immunsystem gleichermaßen an der Initiierung und Progression dieser verheerenden Krankheit beteiligt sind.

Gesundheit

T1D ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Insulin-produzierenden Beta-Zellen durch eindringende Immunzellen zerstört werden. Das EU-finanzierte Konsortium NAIMIT (Novel immunotherapies for type 1 diabetes) untersuchte daher, wie die Betazellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) vor der Zerstörung bewahrt und funktionell wiederhergestellt werden können. Neben wichtigen Einblicken in die Rolle von Betazellen bei T1D lieferte das Projekt auch wichtige klinische Daten, um den Krankheitsverlauf aufzuhalten. Hierfür untersuchten die Projektpartner, wie mit natürlichen Substanzen wie Vitamin D oder Glukokortikoiden die Funktion von Immunzellen verändert und Antigentoleranz erreicht werden kann. Mithilfe dendritischer Zellen (DC) wurde ein experimenteller zellbasierter Impfstoff entwickelt. Nun werden die ersten Patienten für eine Phase-I-Studie rekrutiert, um Stabilität der tolerogenen DC wie auch Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs zu testen. Die Forscher enthüllten Variationen in Signalwegen des Vitamin-D-Stoffwechsels, die die Immunreaktion (DC und T-Zellen) auf das Vitamin zu beeinflussen scheinen, was auch die Entwicklung maßgeschneiderter Therapien befördern soll. In einem dritten Ansatz wurde Mäusen, die Humanproinsulin und IL10 exprimieren, das actobiotisch wirkende Lactococcus lactis verabreicht. So konnte der diabetische Verlauf über eine Kombination mit niedrigen subtherapeutischen Anti-CD3-Dosen bei mehr als 60 % neu erkrankter Mäuse rückgängig gemacht werden. Für die neue Therapieform sind derzeit klinische Studien in Planung. Über Proteom- und Genexpressionsanalysen wurden Betazellen aus menschlichen Inselzellen analysiert, die mit Zytokinen behandelt worden waren. Die Analysen ergaben mehrere T1D-Kandidatengene, die an der Betazellantwort auf Zytokine oder virale Infektionen beteiligt sind. So wurde erstmals demonstriert, dass Kandidatengene für T1D auf Betazellebene aktiv werden. Dabei wird sowohl die Betazellapoptose wie auch der virusbedingte Dialog zwischen Betazellen und Immunsystem beeinflusst, was sich therapeutisch nutzen lässt. Patienten sind begierig mehr über diese vielversprechenden neuen Therapien zu lernen. Bisher war die Strategie zur Verbreitung auf allen Ebenen sehr effektiv. Der Inhalt der Projektwebsite, wissenschaftliche Treffen, Videos und Presseartikel richten sich an die gesamte Gesellschaft. Für die Fachwelt wurden im fünften Projektjahr mehr als 50 unabhängige Artikel veröffentlicht wie auch Konferenzen und hochrangige Kooperationstreffen organisiert.

Schlüsselbegriffe

Immuntherapie, Typ-1-Diabetes, Beta-Zellen, Insulin, Vitamin D, dendritische Zelle, Impfstoff, Actobiotics

Entdecken Sie Artikel in demselben Anwendungsbereich