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Europa im Kampf gegen Mückenvektoren

Da sich das West-Nil- und Chikungunya-Virus in Europa ausbreiten, wird derzeit ein proaktiver EU-weiter Ansatz erarbeitet, um die Vorhersage und Bekämpfung dieser gefährlichen, durch Vektoren übertragenen Infektionskrankheiten zu verbessern.

Gesundheit

Die Übertragung des West-Nil- (WNV) und des Chikungunya-Virus (CHIKV) erfolgt durch Stechmücken (Vektoren). Schwerpunkt des EU-finanzierten Projekts VECTORIE (Vector-borne risks for Europe: risk assessment and control of West Nile and Chikungunya virus) war daher die Ausbreitung von WNV und CHIKV. Methoden aus der Virologie, Entomologie und neuesten Impfstoffforschung sollten kombiniert werden, um die Überwachung, Diagnose, Vorbeugung und Behandlung von WNV und CHIKV-Infektionen zu gewährleisten. CHIKV wird durch infizierte Mücken auf den Menschen übertragen, der der einzige bekannte Wirt für das Virus ist. Wirte des WNV sind Menschen und Vögel. Allerdings kann das Virus nur in Vögeln eine ausreichende Viruslast erzeugen, damit eine Übertragung auf andere Mücken erfolgen kann. Diese infizieren dann wiederum Vögel, Menschen und Pferde. VECTORIE war in drei Hauptteile gegliedert: Vektorbiologie, Virulenz bzw. Pathogenese sowie Impfstoffentwicklung. Unter der Thematik Vektorbiologie wurden die Anfälligkeit von Vögeln und Säugetieren gegenüber dem Krankheitserreger und die Übertragungseffizienz des Mückenvektors untersucht. Auf Basis dieser wichtigen Daten soll dann ein Überwachungssystem für die europäischen Länder konzipiert werden, um neue WNV- und/oder CHIKV-Infektionswellen zu erfassen und vorherzusagen. Das Projekt liefert die dringend benötigten Daten darüber, bei welchen in Europa zirkulierenden WNV-Stämmen das Risiko für neuroinvasive Krankheiten besonders hoch ist. Damit kann Europa bessere Überwachungssysteme und neue diagnostische und prognostische Werkzeuge wie auch Interventionsstrategien entwickeln. Der dritte Teilbereich des Projekts widmete sich der Aufgabe, neue Impfstrategien für gefährdete Bevölkerungsgruppen in Europa zu entwickeln. Dies waren zum einen neuartige monovalente Impfstoffkandidaten gegen entweder WNV oder CHIKV, zum anderen bivalente Impfstoffkandidaten gegen beide Virusinfektionen. Das Konsortium entwickelte diese Impfstoffkandidaten zu sicheren und effizienteren Impfstoffkombinationen weiter, um sie speziell an europäische Verhältnisse anzupassen. VECTORIE leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur integrierten europäischen Forschung an neuen durch Vektoren übertragenen Infektionskrankheiten und brachte Experten aus verschiedenen Bereichen zusammen. Für Nachwuchswissenschaftler wurden zudem Schulungskurse zu neuen Vektorkrankheiten organisiert, um die Gesundheit der europäischen Bevölkerung künftig besser schützen zu können.

Schlüsselbegriffe

Stechmücke, West-Nil, Chikungunya, Vektor, Virulenz, Pathogenese, Impfstoff, neuroinvasiv, Intervention

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