EU-Forschung zieht mehr KMU an als je zuvor
Die Europäische Kommission hat vor kurzem statistische Angaben über die Teilnahme von KMU am Vierten FTE-Rahmenprogramm zusammengestellt. Aus diesen Angaben geht hervor, daß sich bis Ende 1998 mehr als 12.000 KMU an diesem Programm beteiligt haben werden. Damit hat sich die Zahl der KMU-Teilnehmer gegenüber der Teilnehmerzahl an dem vorhergegangenen Programm mehr als verdoppelt. Bei 32% aller Teilnehmer handelt es sich um KMU, und ca. 31% der gesamten EU-Finanzierungsmittel entfallen auf gemeinsame Projekte unter Kostenteilung. Nach den Angaben im Zweiten Bericht über wissenschaftliche und Technologieindikatoren, der früher in diesem Jahr veröffentlicht wurde, handelt es sich hier um die stärkste KMU-Beteiligung an einem nationalen oder internationalen öffentlichen Forschungsprogramm überhaupt. Die verstärkte KMU Teilnahme an den Forschungsprogrammen der EU in der Zeit von 1995 bis 1998 ist hauptsächlich auf die Durchführung spezifischer Maßnahmen zur Erleichterung ihrer Teilnahme zurückzuführen. Das vierte Rahmenprogramm unterstützte KMU auch direkt mit 1.400 AZuschüssen zu Vorarbeiten" - finanzielle Zuschüsse, die es KMU möglich machen, ausführliche Vorschläge für Forschungsprojekte des gemeinschaftlichen FTE-Programms zu unterbreiten - und ca. 700 Forschungsprojekte auf Kooperationsbasis (CRAFT-Projekte), an denen 4.300 KMU teilnahmen. Letztere versetzen Gruppen von KMU mit gemeinsamen Problemen aber ohne ausreichende hauseigene FTE-Möglichkeiten in die Lage, die notwendige Forschung Dritten zu übertragen. Parallel hierzu hat die Kommission auch eine Studie veröffentlicht, die sich mit einer Betrachtung qualitativerer Gesichtspunkte der Teilnahme von KMU an dem Programm befaßt. Unter Auswertung eines Fragebogens, der an all 4.000 KMU verschickt wurde, die 1995 und 1996 einen Forschungsvertrag mit der Kommission unterzeichnet hatten, erstellte ein Konsortium einen Bericht über die KMU-Teilnahme am Vierten Rahmenprogramm. Aus diesem Bericht geht hervor, daß die Teilnahme am Rahmenprogramm für zwei Drittel dieser KMU die erste Erfahrung überhaupt mit öffentlichen Forschungsprogrammen darstellt. Die Studie wurde von der Kommission als wesentlicher Beitrag zur Entwicklung von KMU-Förderungsmaßnahmen für das Fünfte Rahmenprogramm genutzt. Die Studie hat gezeigt, daß: - insgesamt 64% aller KMU, die sich am Vierten FTE-Rahmenprogramm beteiligt haben, den EU-Forschungsprogrammen neu waren; - insgesamt 63% der KMU noch nie an einem regionalen, nationalen oder internationalen Forschungsprogramm teilgenommen hatten; - zwei Drittel aller an EU-Forschung beteiligten KMU weniger als 50 Mitarbeiter hatten. Die von den befragten KMU genannnten Hauptvorteile einer Teilnahme am Rahmenprogramm sind die Einrichtung internationaler Partnerschaften, die Entwicklung eines neuen Produkts oder Prozesses, Zugang zu Technologie, sowie die Nutzung bereits im Unternehmen vorhandener, besonderer Erfahrungen. Die Studie betrachtet die unterstützenden Strukturen, wie z.B. das CRAFT-Netz mit seinen Knotenpunkten, mit denen KMU zur Teilnahme am Rahmenprogramm ermutigt und unterstützt werden sollen, sowie die Wirkungsweise derselben. Sie untersucht auch häufigere Ursachen für erfolglose KMU-Vorschläge und dafür, daß KMU trotz einer entsprechenden Ermutigung keine Interessensbekundungen unterbreiteten. 96% der befragten KMU würden sich an einem weiteren EU-Forschungsprojekt beteiligen.