Skip to main content

Article Category

Nachrichten

Article available in the folowing languages:

Wissenschaft im Trend: Unser globaler Kohlendioxid-Kredit läuft langsam aus

Die Zeitschrift ‘Nature Geoscience’ hat eine Studie des ‘Global Carbon Project’ veröffentlicht, die zeigt, dass die weltweiten Treibhausgasemissionen 2014 voraussichtlich ein Rekordhoch von mehr als 40 Milliarden Tonnen erreichen werden.

Am Dienstag trafen sich anlässlich des UN-Klimagipfels die Staatsoberhäupter der Welt, um konzertierte Maßnahmen gegen den Klimawandel zu beschließen. Das Treffen folgte einer Welle von Protestmärschen gegen den Klimawandel, die am Sonntag überall auf der Welt stattfanden und an denen etwa 570 000 Menschen in 161 Ländern beteiligt waren, um zum Handeln aufzurufen. Wenige Tage vor dem Gipfel wurde eine Studie des ‘Global Carbon Project’ veröffentlicht, die zeigt, dass die jährlichen Kohlendioxidemissionen gegenüber den Werten von 2013 um 2,5 % gestiegen sind. Dies bedeutet, dass die Gesamtheit der CO2-Emissionen in diesem Jahr auf 40 Milliarden Tonnen angestiegen ist. Demgegenüber stehen Emissionen in Höhe von 32 Milliarden Tonnen im Jahr 2010. Laut ‘The Guardian’ zeigten die Ergebnisse der Studie, dass das ‘Kohlendioxid-Budget’ – also die Gesamtheit an Kohlendioxidemissionen, die sich die Regierungen erlauben können, ohne eine globale Erderwärmung um mehr als 2 Grad gegenüber vorindustriellem Niveau zu riskieren – wahrscheinlich innerhalb von nur einer Generation bzw. von nun an in 30 Jahren aufgebraucht sein werde. Der ‘Guardian’ zitiert Dave Reay, Professor für Kohlenstoffmanagement an der Universität Edinburgh, der erklärt: ‘Wenn dies ein Kontoauszug wäre, würden wir erfahren, dass unser Kredit langsam aufgebraucht ist. Wir haben bereits zwei Drittel der zulässigen globalen Kohlendioxidmenge durchgebracht und um gefährliche Klimaveränderungen zu vermeiden, müssen nun einige äußerst schwierige Entscheidungen getroffen werden.’ Zum Zeitpunkt der Finanzkrise hätte es, so der ‘Guardian’, ein kurzes ‘Aufatmen’ gegeben, dies sei jedoch durch die steigende Nachfrage nach fossilen Brennstoffen schnell zunichte gemacht worden. Die Studie des ‘Global Carbon Project’ weist darauf hin, dass CO2-Emissionen durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie die Zementherstellung zwischen 2012 und 2013 um 2,3 % stiegen. Basierend auf Vorhersagen zum Welt-Bruttoinlandsprodukt sowie aktuellen Veränderungen der CO2-Intensität in der Wirtschaft geht die Studie davon aus, dass damit verbundene Emissionen gegenüber dem Niveau von 1990 um schockierende 65 % steigen werden. Die Zeitschrift ‘Scientific American’ geht ebenfalls auf die Studie ein und gibt bekannt, dass 2013 die größten CO2-Sünder China, die Vereinigten Staaten, die EU und Indien gewesen seien. Ein Großteil der Emissionen Chinas stamme nach Angaben der Zeitschrift von Industrien, die Leistungen für die entwickelte Welt erbrächten. China hätte insgesamt 11 % zum gesamten globalen Kohlendioxid-Budget beigesteuert. Laut dem Internet-Nachrichtenportal ‘Euractiv’ war Europa die einzige zentrale Region, in der 2013 ein Emissionsrückgang verzeichnet werden konnte. Demnach hätte Europa im Vergleich zu 2012 die Atmosphäre mit 11 % weniger Schadstoffen belastet und hierdurch geringfügig Anstiege in anderen Regionen ausgeglichen. Was sich wie eine gute Neuigkeit anhören mag, ist in Wirklichkeit allerdings eine ernst zu nehmende Angelegenheit. Laut ‘Euractiv’ sei der europäische Emissionsrückgang kein Grund zum Feiern, da dieser größtenteils auf die wirtschaftliche Talfahrt zurückzuführen sei. Am besorgniserregendsten ist möglicherweise die von ‘Euractiv’ erwähnte Prognose der Studie, die davon ausgeht, dass konstante jährliche Anstiege bis zum Jahr 2100 ‘voraussichtlich’ zu einem Anstieg der globalen Temperaturen um 3,2 bis 5,4 Grad führen werden. In diesem Fall würde die 2-Grad-Grenze, die uns laut der Zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe für Klimaänderungen (Weltklimarat, IPCC) an ein gefährliches Erderwärmungsniveau heranführen würde, überschritten. Weitere Informationen sind abrufbar unter:http://www.earth-syst-sci-data-discuss.net/7/521/2014/essdd-7-521-2014.html

Länder

Belgien