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Saisonale bis dekadische (s2d) Klimainformationen verbessern

Das von der EU finanzierte SPECS-Projekt zielt darauf ab, eine neue Generation europäischer Klimavorhersagesysteme mit einem Fokus auf saisonale und dekadische Daten zu entwickeln.

Wir sind alle daran gewöhnt, die Wettervorhersage in den Abendnachrichten zu schauen. Auch Langzeitprognosen zum Klimawandel sind heutzutage gemeinhin bekannt. Weniger Beachtung wird hingegen mittelfristigen Klimainformationen geschenkt – Zeiträume, die in der Zukunft liegen und sich über mehrere Monate bis mehrere Jahre erstrecken. Diese Wissenslücke ist problematisch, da diese Informationen, die als saisonale bis dekadische (seasonal-to-decadal, s2d) Klimainformationen bezeichnet werden, notwendig sind, um die wirtschaftliche, industrielle und politische Planung zu unterstützen. Bezüglich s2d-Vorhersagen gibt es einige Herausforderungen zu bewältigen. Die Qualität der s2d-Vorhersagen ist vor allem für Europa begrenzt, obwohl hier ein großer Bedarf an operativer Regionalisierung und technisch ausgereifter Kalibrierung der Klimavorhersage besteht. Außerdem besteht bei vielen Forschungsprojekten und aufkommenden Klima-Services ein erheblicher Mangel daran, das Augenmerk auf s2d-Zeitskalen zu richten. Die Bedenken in der Öffentlichkeit, in Politik und Wissenschaft bezüglich der Langzeitauswirkungen des Klimawandels haben dafür gesorgt, dass diese im Mittelpunkt vieler Forschungsprojekte stehen. Aus diesem Grund stehen beim von der EU finanzierten SPECS-Projekt (Seasonal-to-decadal climate Prediction for the improvement of European Climate Services) die s2d-Daten im Fokus. Das im Jahr 2012 gestartete und bis 2017 laufende SPECS-Projekt ist auf Forschungs- und Verbreitungsmaßnahmen für eine neue Generation europäischer Klimaprognosesysteme ausgerichtet, die auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse bei der Klimamodellierung und bei Vorhersageverfahren zurückgreifen. Diese Systeme sollen die Vorhersagequalität verbessern und effizientere Regionalisierungstools aufweisen, um zuverlässige, lokale Klimainformationen bereitzustellen, die s2d-Zeitskalen zugrundeliegen. Besagte Systeme beinhalten außerdem ein breiteres Angebot an Kommunikationsprotokollen und Dienstleistungen für eine Vielzahl von öffentlichen und privaten Stakeholdern. Nach nunmehr zwei Jahren untersucht das SPECS-Team wissenschaftliche Fragen, die um spezifische Wissenslücken kreisen und vor allem an Bereichen orientiert sind, in denen innerhalb Europas geringe Klimakompetenzen vorherrschen. Das Projektteam untersucht, wie sich grundlegende Veränderungen wie etwa des variablen Strahlungsantriebs oder eine erhöhte Raumauflösung bei globalen Vorhersagesystemen auf die Prognosesysteme auswirken. Das Team arbeitet an der Entwicklung verbesserter Systeme, die auf bestehenden, hochmodernen Klimavorhersagemodellen, Datenassimilierungssystemen sowie objektiven Kombinations- und Downscaling-Verfahren beruhen. Ziel des vom Catalonian Institute for Climate Science (IC3) in Spanien koordinierten SPECS-Projekts ist es ebenfalls, Datensätze multidimensionaler Überwachungsdaten des gekoppelten Systems Atmosphäre-Ozean-Kryosphäre-Landoberfläche in die Erstellung von Klimainformationen zu integrieren, um sowohl genauere Ausgangsdaten aufbereiten zu können als auch die Vorhersagen besser nachbereiten zu können. Das SPECS-Projektteam hat sich der Aufgabe verschrieben, neue Wege zu beschreiten, die kein anderes Projekt in diesem Bereich bisher eingeschlagen hat: "Die zentrale Philosophie des SPECS-Projekts ist dahingehend einzigartig, als dass dessen Ziele durch die Integration und das Testen konsolidierter, im Zuge weiterer EU-finanzierter Projekte und operativer Aktivitäten gewonnener Informationen zum Klimamodell und der Folgenabschätzung erreicht werden sollen, um den Erfolg des Projekts zu optimieren und eine maximale Wirkung zu erzielen." Im Rahmen des SPECS-Projekts wird derzeit vor allem das Wetteramt des Vereinigten Königreichs (UK Met Office) unterstützt, um den Austausch dekadischer Multimodell-Vorhersageinformationen zu ermöglichen. Hierdurch können viele Einrichtungen weltweit formlos Informationen austauschen, um Systeme zu entwickeln, die dekadische Vorhersagen ermöglichen. Die unterschiedlichen Vorhersagen der Institute, die bodennahe Lufttemperatur, Luftdruck auf Meeresspiegel und Niederschlag berücksichtigen, werden auf der Webseite des UK Met Office gesammelt und weitere Prognosen, die Meeresvariablen umfassen, erstellt. Weitere Informationen sind abrufbar unter: http://www.specs-fp7.eu/

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