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Kann innovative Robotik beantwortet drängende Fragen des öffentlichen Sektors lösen?

Indem öffentliche Einrichtungen als technologische anspruchsvolle Käufer auftreten, können sie eine entscheidende Rolle in der Entwicklung von Robotikprodukten spielen.

Das ehrgeizige EU-finanziert Projekt ECHORD++ will die nachfrageorientierte technische Innovation in Europa vorantreiben, indem öffentliche Einrichtungen dazu angeregt werden, soziale und umweltrelevante Fragen zu ermitteln, in denen Robotik möglicherweise von Wert sein könnte. Roboterhersteller und Forschungsinstitute werden ihrerseits die Gelegenheit erhalten, Finanzierungen zu beantragen, um neuartige Lösungen für diese Herausforderungen zu entwickeln. ECHORD++ wird etwa 20 Mio. EUR an Finanzierung erhalten. Es plant sogenannte vorkommerzielle Pilotaufträge (PCP-Pilots) für zwei recht unterschiedliche Robotikherausforderungen. Die erste konzentriert sich auf das Gesundheitswesen und die zweite soll die städtische Umwelt verbessern. Diese beiden Herausforderungen wurden aus insgesamt 32 Anträgen ausgesucht. Es wurden bereits Konsultationstage zu diesen beiden Themen geplant, um weitere Informationen über die Herausforderungen und den generellen Rahmen der PCP-Pilotprojekte zu liefern. Der erste Konsultationstag über urbane Robotik fand am 20. November 2014 in Barcelona statt. Der zweite zu der Herausforderung im Gesundheitswesen wird am 3. Dezember 2014 in München stattfinden. Die Aufforderung zur Vorschlagseinreichung für beide Pilotprojekte wird am 15. Januar 2015 eröffnet, und ermöglicht Robotikherstellern und Forschungsinstituten, sich um eine Finanzierung zu bewerben. Die Herausforderung im Gesundheitswesen ermutigt die Robotikindustrie dazu, das Potenzial für die Entwicklung einer robotergestützten umfassenden geriatrischen Bewertung (Comprehensive Geriatric Assessment, CGA) zu untersuchen. Hierbei handelt es sich um ein diagnostisches Instrument, das Daten über medizinische Probleme älterer Patienten sammelt. Diese Informationen werden zur Erstellung eines Gesamtplans für Behandlung und Nachverfolgung genutzt. Derzeit werden die geriatrischen Bewertungen von medizinischem Fachpersonal durchgeführt, das an der Pflege älterer Menschen beteiligt ist. Der Einsatz eines Roboters, um diese geriatrischen Tests zu steuern und durchzuführen, könnte die Zeit reduzieren, die das medizinische Fachpersonal auf Überprüfungen und Probennahme verwendet, und es ermöglichen, diese Zeit in die Pflege zu investieren. Das zweite PCP-Pilotprojekt will Robotik für die Inspektion und Reinigung städtischer Kanalisationsnetze verwenden. Bei Kanalisationsinspektionen müssen Menschen unter riskanten und ungesunden Bedingungen arbeiten. Mithilfe der Robotik könnte dieser Prozess nicht nur sicherer werden, sondern auch Präzision und Qualität der Kanalisationsinspektionen noch besser ausfallen. So könnten Roboter etwa die Menge an Sedimenten in der Kanalisation bestimmen, indem sie ungewöhnliche Wasserstände oder Verstopfungen in den Leitungen entdecken. Für beide Herausforderungen sind Robotikprodukte erforderlich, die bislang noch nicht auf dem Markt sind. Die Idee hinter diesen PCP-Pilotprojekten ist es deshalb, Anregungen zu Robotiklösungen zu geben, die die Bedürfnisse des öffentlichen Sektors in besonderem Maße berücksichtigen. Das Projekt ECHORD++, das bis 2018 laufen soll, plant außerdem die Gründung von drei Robotikinnovationsanlagen (Robotics Innovation Facilities, RIF). Hierbei handelt es sich im offene Labors, die modernste Robotikhardware und -software sowie wissenschaftlichen und technischen Support bereitstellt. Die RIF in Bristol, Vereinigtes Königreich, wurde offiziell am 26. November 2014 eröffnet. Die anderen beiden RIF werden in Paris und Peccioli, Italien, angesiedelt sein. Ein weiteres Projektziel ist es, den Wissenstransfer zwischen wissenschaftlicher Forschung, Industrie und Robotiknutzern zu fördern und zu stärkerer Zusammenarbeit anzuregen. Ein Mehr an Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Industrie wird dazu beitragen, die künftigen Richtungen der Robotikforschung in Europa zu festzulegen. Weitere Informationen sind abrufbar unter: ECHORD++ http://www.echord.eu/

Länder

Deutschland

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Wissenschaftliche Fortschritte

10 März 2016