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Open-Source-Kameras für die Filmindustrie

Das Ziel von APERTUS°, die Entwicklung einer digitalen Filmkamera mit lizenzfreier Hardware, ist dank einer Finanzierung durch das Programm Horizont 2020 einen Schritt näher gerückt.

Was mit der Wette einer Handvoll Filmliebhaber um den Bau der ersten, lizenzkostenfreien, digitalen Kinofilmkamera AXIOM von Null an begonnen hatte, ist nun zu einer Plattform für Filmemacher, Profis aus der Kreativindustrie, Künstler und Enthusiasten geworden, und für sie gibt es jetzt gute Nachrichten. Die Entwicklung der AXIOM Gamma Kamera des APERTUS°-Projekts wird nun durch eine Finanzierung von Horizont 2020 unterstützt. Das Projekt wird im März 2015 auf den Weg gebracht und 15 Monate laufen. Das Wissen, das bei der Entwicklung des Kamerasystems geschaffen wird, wird völlig frei zur Verfügung stehen. APERTUS° veröffentlicht seine Software unter der GNU General Public License V3, seine Dokumentation unter der Creative Commons License und die Hardware unter der Cern Open Hardware License. „Alles was wir auf diesem Weg gelernt haben, soll weitergegeben und für jeden frei verfügbar sein“, erklärt das Projektteam. Die AXIOM Gamma wird eine voll ausgestattete Schulterkamera sein, die alles kann und für Regisseure gemacht wird, die einfach einschalten und filmen wollen. Sie wird Filmemachern eine Alternative bieten, die Geräte und Technologie nutzen wollen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Das Projekt plant Kameratechnologie zu demokratisieren und die Macht wieder in die Hände der Benutzer zu legen. „Die Entwicklung von High-End-Tools, mit den wir selber gerne arbeiten - völlig unabhängig von den großen etablierten Kameraherstellern - ist selbstbefreiend“, erklärt ein Teammitglied. Doch weshalb benötigt man eine lizenzfreie Technologie, die von den etablierten Herstellern unabhängig ist? Wer die Filmindustrie kennt, weiß, dass die Digital Cinema Initiatives (DCI) aus sechs großen US-amerikanischen Filmstudios besteht: Metro-Goldwyn-Mayer, Paramount Pictures, Sony Pictures Entertainment, 20th Century Fox, Universal Studios, The Walt Disney Company und Warner Bros. Das Projekt erläutert, dass DCI die Standards für digitale Filmformate und -projektion vorgibt. Doch sie entwickelt auch Maßnahmen gegen Piraterie. Kinos erhalten nur dann eine DCI-Zertifizierung, wenn zu ihrer Ausstattung eine sichere Medienbox (Secure Media Box) gehört, die mit den DCI-Servern kommuniziert und kontrolliert, welcher Film wann gezeigt wird. Diese Ausstattung ist teuer und viele Kinos, die auf digital umstellen, erhalten staatliche Beihilfen, um die Kosten dafür zu decken. Doch kleine, unabhängige Kinos, die Arthouse-Filme zeigen, erfüllen oftmals die Förderkriterien nicht. Nicht jeder akzeptiert diese Situation. Besitzer kleinerer Kinos, Entwickler und Filmliebhaber aus der ganzen Welt haben sich zusammengeschlossen, um ein alternatives System zu entwickeln, das auf Open-Source-Technologie basiert. Die Reaktion auf den Start der AXIOM von APERTUS° auf der Crowdfundingplattform Indiegogo, die im Oktober 2014 das Ziel von 100 000 EUR um 74 520 EUR übertraf, zeigt, welche Begeisterung herrscht. Jetzt haben die Partner ihre EU-Finanzierung für das Projekt sichergestellt und können sich nun voll auf die Entwicklung ihrer Kamera konzentrieren. „Diese EU-Finanzbeihilfe bedeutet insgesamt, dass die Zukunft des AXIOM-Projekts für die nächsten Jahre gesichert ist - es bedeutet, dass wir nicht nach zusätzlichen Investitionen suchen müssen, die unsere Unabhängigkeit ein wenig beschneiden würden“, sagte ein Mitglied des Projektteams. Weitere Informationen sind abrufbar unter: APERTUS https://www.apertus.org/about

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5 Juli 2017