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Neue Hoffnung im Kampf gegen Tuberkulose

Spanische Experten aus dem Bereich der Biomedizin beteiligen sich an einem möglicherweise bahnbrechenden Projekt, das mit Hilfe einer finanziellen Förderung von der EU ein Vakzin gegen Tuberkulose finden will.

Mit Mitteln der EU geförderte Forscher sind auf der Suche nach einem Impfstoff gegen einen der hartnäckigsten Killer der Welt: Tuberkulose. Diese ansteckende Krankheit, die sich über die Luft verbreitet, ist alle 24 Sekunden für einen Todesfall verantwortlich. Im Jahr 2013 starben 1,3 bis 1,5, Millionen Menschen an dieser Krankheit, vor allem in Entwicklungsländern. Eine unzureichende Diagnostik und vermehrte Wirkstoffresistenzen haben das Bedürfnis nach einer wirksamen Prävention verstärkt, um diese Krankheit unter Kontrolle zu halten. Aus diesem Grund nehmen die Wissenschaftler hinter dem Projekt BIOCAPS, das ursprünglich mit 4,6 Mio. EUR aus dem RP7 der EU gefördert wurde, den Kampf gegen Tuberkulose auf, die direkt nach HIV eine der häufigsten Ursachen für den Tod durch eine Infektionskrankheit ist. Das Hauptziel des ursprünglichen BIOCAPS-Projekts, das im Februar 2013 gestartet wurde, war die Stärkung eines nationalen Exzellenzinstituts für biomedizinische Forschung in Spanien. Dazu sollte gesundheitliches, wissenschaftliches und technisches Fachwissen zusammengeführt werden, um die wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen anzugehen. Dank dieses Projekts, das offiziell im Juli 2016 endet, hat sich das Institut für Biomedizinische Forschung in Vigo (Institute of Biomedical Research of Vigo, IBIV) in Spanien als dynamischer Partner innerhalb des Europäischen Forschungsraums etabliert. Das ermöglichte den IBIV-Wissenschaftlern die Zusammenarbeit mit Experten aus sieben weiteren europäischen Ländern, um gegen Tuberkulose vorzugehen. Aus dem neuen Forschungsprogramm der EU, Horizont 2020, wurden knapp 8 Mio. EUR bereitgestellt, um das neue Projekt durchzuführen, das von der medizinischen Fakultät (St George’s Hospital) der Universität London, Vereinigtes Königreich, koordiniert wird. Dieses Expertenteam hat vor Kurzem mit der Suche nach Biomarkern begonnen, die schützende Immunantworten gegen diese Krankheiten aufweisen. Das ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs. Biomarker sind Substanzen, die als Indikatoren für einen biologischen Zustand dienen, also zeigen, wie gut eine Person mit einer bestimmten Infektion zurechtkommt. Durch die Bewertung dieser Biomarker können die Forscher den Erfolg einer Behandlung verfolgen. Für Tuberkulose wurden jedoch noch keine adäquaten Biomarker nachgewiesen, weshalb das Projekt an diesem Punkt ansetzt. Die nächste Phase wird Versuche umfassen. Am Sitz des IBIV in Galizien, Spanien, wird man Patienten auswählen, um deren Immunsystem zu untersuchen und Biomarker zu identifizieren. Hier wird man zur Aufdeckung eines der größten Geheimnisse dieser Krankheit beitragen: Weshalb stecken sich manche Menschen an und andere nicht, und weshalb entwickeln nur 10 % aller Infizierten letztendlich diese Krankheit? Galizien ist der ideale Standort für diese Versuche, da diese Region in Spanien im Hinblick auf Tuberkulosefällen an fünfter Stelle und die Stadt Melilla im Hinblick auf die Prävalenz (24,1 Fälle auf 100 000 Einwohner) an zweiter Stelle steht. Es handelt sich somit um eine Krankheit mit einer hohen Inzidenzrate, wenn man die wirtschaftliche und soziale Entwicklung dieser Region berücksichtigt. Die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs ist die einzige Möglichkeit, diese Krankheit in ein minderschweres Gesundheitsproblem umzuwandeln, was nicht nur für Galizien sondern für die ganze Welt gilt. Es ist zu hoffen, dass die von BIOCAPS erzielten Fortschritte maßgeblich zu einer langfristigen Lösung beitragen werden. Weitere Informationen sind abrufbar unter: BIOCAPS http://biocaps.webs.uvigo.es/

Länder

Spanien

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