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Neuer Nitritsensor schlägt hohe Wellen in Europas Aquakulturbranche

Ein umfassend automatisierter Sensor für die Messung des Stickstoffgehalts in Wasserkreisläufen könnte die Produktivität und Effizienz von Aquakulturen in Europa steigern.

Der im Rahmen des EU-finanzierten AQUALITY-Projekts entwickelte Sensor ist der erste spezifisch für die Aquakulturbranche konzipierte Sensor. Bis dato mussten sich Fischwirte auf Überwachungstools stützen, die für die allgemeine Wasserwirtschaft gedacht und daher häufig nicht ausreichend präzise sind, um verlässliche Informationen zur Gesundheit der Fische liefern zu können. Der wichtigste Vorteil der neuen Tools liegt darin, dass Fischwirte dank dieser Entwicklung nun wachsende Märkte erschließen, sprich von der steigenden Nachfrage nach landbasierten geschlossenen Aquakultursystemen oder Kreislaufsystemen profitieren können. Diese Systeme zeichnen sich durch einen geringen Wasserverbrauch aus und können nahezu überall installiert werden – selbst in städtischen Gebieten. Ob diese Branche tatsächlich wächst, hängt jedoch von kontinuierlichen Optimierungen des Systems an sich und der Betriebskosten ab. Dieses System zur Fischhaltung basiert beispielsweise auf einem Wasserkreislauf, der präzise überwacht werden muss. Eine gute Wasserqualität sorgt für das Wohlbefinden der Fische und damit für deren optimales Wachstum. Der vom AQUALITY-Projektteam entwickelte Sensor wurde spezifisch für die Messung der Stickstoffverbindung Nitrat kalibriert. Dies ist wichtig, weil Kreislaufsysteme in der Aquakultur über Biofilter verfügen, die stickstoffbasierte Abfallprodukte in Nitrite und Nitrate umwandeln. Hohe Nitrit- und Ammoniakwerte weisen darauf hin, dass der Biofilter nicht optimal funktioniert und sich somit potenziell toxische Stickstoffverbindungen bilden könnten. Der innovative Sensor, der von Partnern in den Niederlanden entwickelt und von Experten in Dänemark geprüft wurde, ist eine wichtige Komponente der offenen standardisierten AQUALITY-Technologieplattform, die acht Parameter gleichzeitig messen kann. So können Mitarbeiter die Messwerte in den Aquakulturen kontinuierlich online überwachen und somit nicht nur Nitritwerte, sondern auch den Gesamtanteil an Stickstoffverbindungen, den pH-Wert, Salzgehalt, Kohlenstoffdioxidgehalt, die Gesamtgassättigung und die Temperatur jederzeit prüfen. Diese Werte werden in Echtzeit direkt auf die Überwachungsmonitore übertragen. Das Projektteam hat diese Messinstrumente mit einem intelligenten, automatisierten Steuerungssystem gekoppelt, in das Daten zu spezifischen Zuchtfischarten eingespeist wurden, und so den Versuch gestartet, die spezialisierte und effiziente Fischzucht so einfach und automatisiert wie möglich zu gestalten. Darüber hinaus haben die Forscher eine Datenbank entwickelt und Schulungsmaterial erstellt, das die Umsetzung von optimalen Verfahrensweisen in der Fischzucht fördern soll. Dank dieser neuen, vom AQUALITY-Projektteam entwickelten Technologie werden europäische Aquakulturen effizienter bewirtschaftet werden können und sich auf dem globalen Fischmarkt besser behaupten können. Die Aquakulturbranche in der EU produziert jährlich circa 1,3 Millionen Tonnen Fisch mit einem Gesamtwert von etwa 2,9 Milliarden Euro und beschäftigt circa 65.000 Mitarbeiter. Diese Zahlen entsprechen jedoch nur 18 % der Fischproduktion innerhalb der EU und lediglich 2 % der Aquakulturproduktion weltweit. Das AQUALITY-Projekt wurde Ende November 2014 nach drei Jahren Laufzeit offiziell abgeschlossen. Die von den Projektpartnern entwickelte Plattform wurde im Oktober 2015 in Rotterdam bei der Konferenz zur Aquakultur in Europa vorgestellt. Das nächste Ziel auf der Agenda ist die Optimierung des Sensorprototyps für die Kommerzialisierung und seine Vermarktung in der Aquakulturbranche. Weitere Informationen erhalten Sie unter: AQUALITY-Projektwebsite

Länder

Dänemark

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