Skip to main content

Article Category

Nachrichten

Article available in the folowing languages:

Wissenschaft im Trend: Astronomen finden neunten Planeten im Sonnensystem

Wissenschaftler vom California Institute of Technology (CALTECH) postulierten vor Kurzem einen neunten Planeten in unserem Sonnensystem, der die Sonne in einem sogar noch deutlich größeren Abstand als der Zwergplanet Pluto umkreist.

Die Gegenwart eines solchen Himmelskörpers wurde allerdings noch nicht durch direkte Beobachtungen bestätigt. Vielmehr stützen die CALTECH-Astronomen ihre These auf 13 weit verteilte Objekte im Sonnensystem, deren Bewegung sie beobachteten. Diese 13 eisigen Objekte befinden sich im Kuipergürtel (der gleichen Region des Weltraums, in der auch Pluto beheimatet ist), und ihre Umlaufbahnen weisen ungewöhnliche Eigenschaften auf, die sich durch die Gegenwart eines weiteren Planeten erklären ließen. Genauer gesagt stellten die Forscher fest, dass sich sechs dieser 13 Kuipergürtelobjekte auf auffallend ähnlichen Bahnen bewegen, insbesondere zwei der größeren, Sedna und 2012 VP113. Im Vergleich zur Umlaufebene der Erde und der anderen Planeten sind die Bahnen aller dieser Objekte nach unten geneigt, und zwar um etwa den gleichen Winkel. Darüber hinaus liegen ihre Orbits – einschließlich der Perihele, d. h. der jeweils sonnennächsten Punkte der Umlaufbahnen – relativ nah beieinander, anstatt zufällig im Raum verteilt zu sein. Das Forschungsteam führte daher Simulationen aus, um festzustellen, ob im Kuipergürtel genug kleinteiliges Gesteinsmaterial (das noch von der Entstehung des Sonnensystems stammt) vorhanden ist, um diese Objekte auf vergleichbare Umlaufbahnen zu bringen. Tatsächlich fanden die Forscher heraus, dass der Kuipergürtel hundertmal größer sein müsste, als er tatsächlich ist, damit diese Erklärung zutreffen könnte. Zudem berechneten die Wissenschaftler, dass nur eine Wahrscheinlichkeit von 0,007 % besteht, dass diese nah beieinander liegenden Umlaufbahnen zufällig entstehen. Je länger sie sich mit den Zahlen beschäftigten, desto mehr waren die Wissenschaftler überzeugt, dass ein weiterer massereicher Planet als Ursache nicht nur möglich, sondern sehr wahrscheinlich ist. Der neue eisige Planet mit dem vorläufigen Namen „Planet Neun“ ist zehnmal größer als die Erde, jedoch immer noch winzig im Vergleich zu den Gasriesen des Sonnensystems. Er bewegt sich auf einem extrem langgestreckten Orbit und benötigt überwältigende 10.000 bis 20.000 Jahre, um die Sonne einmal zu umkreisen. Der Grund, warum wir ihn bis heute nicht sehen können, besteht ganz einfach darin, dass er so weit entfernt ist. Wenn er der Sonne am nächsten kommt, ist er immer noch 15 mal so weit weg wie Pluto. Anschließend bewegt er sich in unerforschtes Gebiet, bis er 75 mal weiter von der Sonne entfernt ist als Pluto – 150 Milliarden Kilometer. Ein Lichtstrahl der Sonne würde dann eine ganze Woche benötigen, um Planet Neun zu erreichen. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir Planet Neun nicht finden könnten. „Auf der Erde gibt es viele Teleskope, mit denen er möglicherweise entdeckt werden könnte“, sagte Dr. Mike E. Brown, einer der Forschungsleiter am CALTECH. „Ich hoffe wirklich, dass sich jetzt, nachdem wir unsere Erkenntnisse veröffentlicht haben, Menschen auf der ganzen Welt auf die Suche nach diesem neunten Planeten begeben werden.“ Trotz der CALTECH-Simulationen bleiben viele Astronomen und Fachleute skeptisch. Darunter auch Ellen Stofan, oberste Wissenschaftlerin der NASA, die darauf besteht, dass die Existenz von Planet Neun erst mit teleskopischen Beweisen zweifelsfrei belegt werden kann. Der ironische Aspekt dieser Entdeckung besteht darin, dass Dr. Brown derjenige Astronom ist, dessen Arbeit im Jahre 2005 den entscheidenden Ausschlag dazu gab, dass Pluto der Titel des „neunten Planeten“ des Sonnensystems aberkannt wurde. Nun wird Pluto nur noch als Zwergplanet eingestuft.

Länder

Vereinigte Staaten

Verwandte Artikel

Neue Produkte und Technologien

27 Mai 2016