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Positive Beurteilungen für therapeutische Gehirnimplantate

Indem sichergestellt wird, dass implantierbare Therapiegeräte mit Diagnosesystemen kompatibel sind, wird die neurologische Gesundheitsversorgung verbessert und neues Marktpotential geschaffen.

Das EU-finanzierte Projekt DENECOR wurde 2013 ins Leben gerufen, um sich einer der größten Herausforderungen von hochmodernen, nanoelektronischen Neuromodulationsgeräten anzunehmen. Bei diesen handelt es sich um winzige therapeutische Implantate zur Stimulation der Nervenaktivität, mit denen Patienten mit neurologischen Erkrankungen bestimmte Hirnfunktionen wiedererlangen sollen. Obwohl diese Geräte bei der Behandlung von Patienten nachweislich wirksam sind, ist problematisch, dass sie mit aktuellen Diagnosesystemen, z. B. der Magnetresonanztomographie (MRT), inkompatibel sind. Kein derzeit auf dem Markt verfügbares Neuromodulationssystem wird als MRT-sicher eingestuft, und daher wird die elektronische Neuromodulationstherapie normalerweise erst als letztes Mittel eingesetzt. So wird die großflächige Anwendung dieses Verfahrens verhindert. Hauptziel des Projekts DENECOR war deswegen, die Inkompatibilität zwischen aktiven implantierbaren medizinischen Geräten (Active Implanted Medical Devices, AIMD) und bestimmten Diagnosesystemen zu beheben. Dadurch werden die Gesundheitsversorgung und die Marktakzeptanz neuer Therapiegeräte verbessert. Zur Erfüllung dieses Ziels führte das Projektteam zahlreiche Tests durch, darunter die Demonstration eines MRT-kompatiblen transkraniellen Magnetstimulators (TMS). Darüber hinaus wurden neue MRT-kompatible Sensor- und Gehäusetechnologien für die invasive und nicht-invasive neurale Sensorik erarbeitet und neue Entwicklungsmethoden zur unabhängigen Überprüfung der Kompatibilität von Therapie- und Diagnosegeräten erstellt. Die Projektarbeit wird sich auf die Empfehlungen auswirken, die Herstellern von AIMD und MRT-Geräten sowie medizinischen Hightech-Unternehmen, die Ultraschall- und nicht-invasive Neuromodulationsgeräte entwickeln, ausgesprochen werden. Das könnte bei der Einführung von Normen und technischen Spezifikationen, die Diagnose- und Therapiesysteme betreffen, hilfreich sein. Das Projekt findet zu einer für Europa kritischen Zeit statt. In einer alternden Gesellschaft treten neurologische Erkrankungen wie Parkinson und Epilepsie viel häufiger auf und führen zu erhöhten Kosten für das Sozial- und Gesundheitswesen. Außerdem prognostizieren Fachkräfte des Gesundheitssystems aufgrund der alternden Demografie einen starken Anstieg der Komorbidität, d. h. zusätzlich zu einer Grunderkrankung auftretende Begleiterkrankungen. Wenn ein Patient gleichzeitig unter mehreren Erkrankungen leidet, können die Diagnoseverfahren und Therapien für die verschiedenen Krankheitsbilder untereinander inkompatibel sein. Die Demonstration des gleichzeitigen Einsatzes implantierbarer therapeutischer Neuromodulationsgeräte und wichtiger Diagnosesysteme wird somit einen wesentlichen Beitrag zu einer verbesserten und effizienteren Gesundheitsversorgung darstellen. Gegenwärtig können beispielsweise Patienten im fortgeschrittenen Stadium der neurodegenerativen Erkrankung Parkinson nur sehr beschränkt MRT-Scans ausgesetzt werden, wenn ihnen Neuromodulationsgeräte implantiert wurden. Der harmonische Einsatz von therapeutischen und diagnostischen Geräten und Systemen ist zudem wichtig, da Wirksamkeit und Effizienz therapeutischer Behandlungen durch die simultane Erfassung neuronaler Funktionen vervielfacht werden können. Die Projektergebnisse unterstützen außerdem Europas überaus wichtigen Gesundheitssektor. Stichhaltige Belege für Wirksamkeit und Sicherheit werden zu einer großflächigeren Anwendung von Neurostimulationstherapien sowie zu mehr auf diesem Gebiet beantragten Patenten in Europa führen. So können europäische Unternehmen ihren Marktanteil bei Therapiegeräten ausbauen und gleichzeitig ihre globale Marktposition im Bereich der Diagnosesysteme festigen. Weitere Informationen finden Sie auf: Projektwebsite von DENECOR

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