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Verbreitung hochgefährliche Krankheitserreger an Verkehrsknotenpunkten vermeiden

Derzeit tragen EU-Forscher dazu bei, die Verbreitung übertragbarer Krankheitserreger an nationalen und regionalen Verkehrsknotenpunkten unwahrscheinlicher zu machen.

Im Jahr 2014 fanden weltweit 3,3 Milliarden Flüge statt, 44 % davon waren Langstreckenflüge. Darüber hinaus wird prognostiziert, dass sich die Zahl der Flugreisenden im Verlauf der nächsten 15 Jahre verdoppeln wird. Hierdurch steigt das Risiko einer schnellen und womöglich unkontrollierbaren Verbreitung natürlich oder vorsätzlich freigesetzter Krankheitserreger, die von Mensch zu Mensch übertragbar sind, wie beispielsweise Ebola und Milzbrand. Obwohl diese Krankheitserreger durch den Luftverkehr potenziell auf der ganzen Welt verbreitet werden können, stellen Flugreisen nicht das einzige Risiko dar. Auch über die Massentransportsysteme in vielen europäischen Städten können Infektionskrankheiten verbreitet werden. Proaktive Prävention von Krankheitserregern In PANDHUB, einem EU-geförderten Forschungsprojekt, wird ein proaktiver Ansatz zur Prävention von Krankheitserregern verfolgt. Durch das Projekt werden Verkehrsunternehmen und relevante Interessengruppen dabei unterstützt, Pläne für Verkehrsknotenpunkte wie Flughäfen, größere U-Bahn-Umsteigestationen und Bahnhöfe zu entwickeln, um auf Krankheitserreger vorbereitet zu sein und gegebenenfalls schnell reagieren zu können. Die PANDHUB-Forscher identifizierten zunächst sogenannte „Hotspots“, an denen ein höheres Risiko zur Übertragung von Mikroben durch Einatmen, Niesen und Berühren herrscht. Die Forscher ermittelten diese Hotspots, indem sie mögliche Wege, über die Infektionen übertragen werden, Passagierströme und die besonderen Eigenschaften von Verkehrsknotenpunkten untersuchten. Durch diese Forschung entdeckten die PANDHUB-Mitglieder, dass die Übertragung ansteckender Erkrankungen von vielen Faktoren abhängt, darunter der Übertragungsweg, die Virulenz der Mikroben und die Anfälligkeit des dem Erreger ausgesetzten Passagiers. Die gute Nachricht ist, dass das Risiko einer Übertragung in öffentlichen Verkehrsmitteln unter normalen Umständen gering ist und keine besonderen Maßnahmen außer einer grundlegenden Körperhygiene erforderlich sind. Die schlechte Nachricht hingegen ist, dass an Orten, die ein erhöhtes Risiko aufweisen, tendenziell kaum Vorbereitungen für den Fall einer Epidemie getroffen werden. Validierte Leitfäden und Instrumente Um diesen Mangel an Vorbereitung zu beheben, entwickelten die Projektforscher validierte Pandemieleitfäden und mobile integrierte Instrumente, die Modellierungskomponenten enthalten, um die Ausbreitung von Erkrankungen zu simulieren und die Wirksamkeit vorgeschlagener Gegenmaßnahmen zu beurteilen. Ausgehend von den Ergebnissen dieser Simulationen entwickeln die Wissenschaftler nun maßgeschneiderte Pläne für schnell umsetzbare Maßnahmen, um Risiken zu mindern, die Ausbreitung von Erregern zu unterbinden und letztendlich Leben zu retten. Darüber hinaus verfassen die PANDHUB-Mitglieder detaillierte Anleitungen, wie verschiedene Übertragungswege effektiv unterbrochen werden können, und sie bieten Leitfäden zum Schutz, zur Reinigung und Dekontaminierung von Passagieren und Einrichtungen. Aufgrund der offenen EU-Grenzen und der Tatsache, dass viele Transportmittel regionale und nationale Grenzen überqueren, ist das Risiko eines grenzüberschreitenden Vorfalls in Europa besonders hoch. Daher ist für PANDHUB eine grenzübergreifende Zusammenarbeit besonders wichtig, die unter anderem die Datenerfassung und den Vergleich von Instrumenten und Informationen umfasst. So ermöglicht das Projekt schnelle, grenzübergreifend koordinierte epidemiologische Forschungs- und Reaktionsmaßnahmen. Eine gemeinsame Anstrengung Die Erstellung solch komplexer, weit gefasster und multinationaler Leitfäden und Instrumente stellt eine Herausforderung dar und verlangt daher einen interdisziplinären Ansatz. Aus diesem Grund werden alle Instrumente von PANDHUB in enger Zusammenarbeit mit einer Liaisongruppe aus Interessenvertretern entwickelt, die sich aus Mitarbeitern des Verkehrswesens, Experten, Regierungsbehörden und Endnutzern zusammensetzt. Das vorgeschlagene Instrumentarium wird derzeit umfassend in Feldversuchen und Workshops getestet, wobei für die Validierung und Weiterentwicklung der Instrumente Feedback berücksichtigt wird. Weitere Informationen finden Sie auf: PANDHUB-Projektwebsite

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Finnland

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