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Von bewährten Verfahren bis hin zu Mindesthaltbarkeitsdaten – neue Online-Gemeinschaft bekämpft Lebensmittelverschwendung

In den EU-Ländern werden jährlich 88 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, weshalb eine Gruppe von Experten aus 13 Ländern eine Plattform gegründet hat, um ihre Kenntnisse mit Verbrauchern, Produzenten und Händlern zu teilen, in der Hoffnung, diese Zahl zu senken.

Gesellschaft

Zahlen der Europäischen Kommission von 2015 zufolge würden die in Europa verschwendeten Lebensmittel ausreichen, um alle hungernden Menschen der Erde zweimal zu ernähren. Zur Lösung des Problems hat ein Konsortium von Experten eine Online-Gemeinschaft gegründet. Das Ziel der REFRESH Community of Experts, die als Teil des EU-geförderten Forschungsprojekts REFRESH eingerichtet wurde, war das Angebot einer Plattform, auf der Fachwissen weitergegeben und ein kollaborativer Ansatz zur Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung gefördert wird. Das Projekt wurde von REFRESH in Kooperation mit der EU-Plattform für Lebensmittelverluste und -verschwendung der Europäischen Kommission entwickelt. Die Plattform umfasst eine Fülle an Informationen zur Lebensmittelverschwendung in der gesamten EU und zu Lösungsansätzen, um diese zu reduzieren. Sie enthält Ressourcen, die sich an Einzelhändler, Hersteller, Arbeitgeber und Kunden richten, darunter Audiodateien, Infografiken und Forschungsberichte. Animierte Kampagnenvideos regen die Menschen dazu an, ihre übrig gebliebenen Speisen in Restaurants einpacken zu lassen und mitzunehmen, und beim Bewerten des Mindesthaltbarkeitsdatums auch ihr persönliches Urteilsvermögen einfließen zu lassen. Ein Mapping-Tool ermöglicht Herstellern, Möglichkeiten zur Abfallreduzierung im Produktionsvorgang zu finden, während ein Rahmenplan zur Umverteilung Anbietern helfen soll, ihre eigenen Prozesse im Umgang mit Nahrungsmittelüberschüssen anzupassen. Der Ersatz von Tierfuttermitteln durch landwirtschaftliche Nebenprodukte und Lebensmittel, die wir aktuell wegwerfen, könnte sich erheblich auf die Getreidemengen auswirken, die zur Ernährung von Menschen verfügbar sind. Die Website enthält ein Tool, mit dem Produzenten überprüfen können, ob ihre Abfälle als Futtermittel verwendet werden könnten, und beschreibt die relevanten Vorschriften für Landwirte und andere Akteure der Lieferkette. Indem diese Ressourcen für Organisationen und Einzelpersonen frei zugänglich gemacht werden, möchte die REFRESH-Gemeinde mit 120 Experten in jedem Glied der Versorgungskette Maßnahmen einleiten. Die Nutzer erhalten eine Plattform, auf der sie Informationen zu neuen Ansätzen finden und weitergeben können, mit denen Nahrungsmittelüberschüsse reduziert, hungernde Menschen ernährt sowie Lebensmittel und Abfälle bestmöglich genutzt werden sollen. Laut Toine Timmermans, dem Koordinator von REFRESH, trägt das Projekt zu, Aufbau eines verantwortungsbewussten, nachhaltigen Ernährungssystems bei, indem Abfälle reduziert und nicht vermeidbare Aus- und Überschüsse effektiver genutzt werden. Die neue Plattform bringt ein Netzwerk aus engagierten Menschen zusammen, um mit gegenseitiger Inspiration, Einblicken und Erkenntnissen an skalierbaren Lösungen für dieses Problem zu arbeiten. Im Projekt REFRESH (Resource Efficient Food and dRink for the Entire Supply cHain), welches von der Universität Wageningen in den Niederlanden geleitet wird, arbeiten 26 Partner aus 12 europäischen Ländern und China zusammen. Zu den Partnern zählen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Regierungen und die Zivilgesellschaft, die gemeinsam zum Ziel 12.3 der Agenda für nachhaltige Entwicklung hinarbeiten möchten, laut dem die weltweite Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene halbiert und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste verringert werden sollen. Das Konsortium des Projekts besteht aus einem interdisziplinären Team mit Fachkenntnissen und einer nachgewiesenen Erfolgsbilanz bei grenzübergreifenden Forschungsprojekten. Weitere Informationen: Projektwebsite

Länder

Niederlande

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