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Kein Ende in Sicht: CO2-Emissionen in den letzten zwei Jahren weiter angestiegen

Einer neuen Studie zufolge wurde für 2018 eine Zunahme der weltweiten Emissionen aus fossilen Brennstoffen um fast 3 % vorhergesagt.

Klimawandel und Umwelt

Das Pariser Abkommen von 2015 hat eine klare Botschaft an die Welt gesandt: Um den Klimawandel zu bekämpfen, mussten die Treibhausgasemissionen der Länder so schnell wie möglich ihren Höchststand erreichen. Der nächste Schritt nach dem Erreichen des Höchststandes wäre dann, die Emissionen so zu reduzieren, dass die vom Menschen verursachten Treibhausgase durch die Mengen ausgeglichen werden, die natürlicherweise von Bäumen, Böden und Meeren aufgenommen werden. Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Pariser Abkommens im Jahr 2016 sahen die Prognosen zum Emissionsausstoß noch vielversprechender aus. Da die Emissionen aus fossilen Brennstoffen im Jahr 2014 nur um 0,7 % gestiegen waren und sich in den nächsten zwei Jahren auf einem konstanten Niveau hielten, bestand die Hoffnung, dass sie endlich ihren Höhepunkt erreicht hätten. Eine kürzlich durch das EU-finanzierte Projekt VERIFY (Observation-based system for monitoring and verification of greenhouse gases) unterstützte Studie zeigt jedoch, dass dem nicht so war. Die Autoren der Studie berichteten in den beiden darauffolgenden Jahren von einem Anstieg der fossilen CO2-Emissionen – einem Wachstum von 1,6 % im Jahr 2017 und einem prognostizierten Anstieg um 2,7 % im Jahr 2018. Die Studie mit dem Titel Global Carbon Budget 2018 wurde in der Zeitschrift „Earth System Science Data“ veröffentlicht. Laut dieser Studie stammten 87 % der Gesamtemissionen zwischen 2008 und 2017 aus fossilen Brennstoffen und weitere 13 % aus Landnutzungsänderungen. In den Jahren 2016 bis 2017 stieg der weltweite fossile CO2-Ausstoß schätzungsweise um 1,6 % auf 9,9 Gigatonnen Kohlenstoff. Die Emissionen verteilten sich auf die Bereiche Kohle (40 %), Öl (35 %), Gas (20 %), Zement (4 %) und Gasabfackelung (0,7 %). Wer verursacht die größte Umweltbelastung? Die weltweit größten Klimasünder sind China, die EU, Indien und die Vereinigten Staaten. Zusammen sind diese vier Regionen für 59 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. China war jedoch mit 27 % der mit Abstand größte Verursacher von Treibhausgasen im Jahr 2017. Und auch die Prognosen für 2019 sind wenig ermutigend, da die Emissionen voraussichtlich um 4,7 % gegenüber dem Vorjahr steigen sollen. Dies ist hauptsächlich auf die gestiegene Nachfrage nach chinesischem Eisen, Stahl, Aluminium und Zement zurückzuführen, die sich aus dem globalen Wirtschaftswachstum ergibt. Auch wenn dies an frühere Zeiten erinnert, in denen das Wirtschaftswachstum mit einem Anstieg der Emissionen einherging, bedeutet dies nicht, dass es keinen anderen Weg gibt. Denn die Jahre 2014 bis 2016, in denen die Emissionen ein Wachstumsstopp verzeichneten, waren zugleich auch durch das Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts gekennzeichnet. Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf den geringeren Kohleverbrauch durch die beiden größten Umweltverschmutzer der Welt, China und die Vereinigten Staaten, sowie auf die weltweite Verbreitung erneuerbarer Energien zurückzuführen. „Wir können auch mit weniger Emissionen Wirtschaftswachstum erzielen“, erklärte die Hauptautorin Corinne Le Quéré vom Projektpartner University of East Anglia in einem Artikel, der auf der Website „Futurity“ veröffentlicht wurde. „Darüber besteht kein Zweifel.“ Während der Beitrag Indiens zu den weltweiten CO2-Emissionen 2017 deutlich geringer ausfiel (7 %), wird für 2019 ein Anstieg um 6,3 % prognostiziert. Die Vereinigten Staaten und die EU trugen jeweils 15 % und 10 % zu den gesamten CO2-Emissionen bei. Da für die Vereinigten Staaten 2019 jedoch ein Anstieg um 2,5 % erwartet wird, ist die EU die einzige der vier Regionen, deren Emissionen laut Prognose um 0,7 % gesenkt werden sollen. VERIFY entwickelt ein System zur genauen Bewertung der für die Länder berichteten Treibhausgasemissionen. Diese Emissionsschätzungen basieren auf Beobachtungen von Landflächen, der Ozeane und der Atmosphäre. Weitere Informationen: VERIFY-Projektwebsite

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Frankreich

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