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Projekt des Monats: Zum ersten Mal seit 170 Jahren der verlorenen Oper Liszts lauschen

Franz Liszt ist einer der renommiertesten Komponisten des neunzehnten Jahrhunderts und wird von den Einwohnern seines Heimatlands Ungarn gefeiert. Im Jahr 1845 fing er an, eine italienische Oper zu komponieren, gab das Projekt aber 1852 auf. Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass die Partitur, welche zum Großteil in Kurzschrift verfasst wurde, niemals aufgeführt werden könnte, da das Material unvollständig und scheinbar nicht zu entziffern ist.

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Allerdings hat der hartnäckige Akademiker Dr. David Trippett dank der Finanzierung durch das Projekt DTHPS des Europäischen Forschungsrats drei Jahre mit der Entzifferung des 115-seitigen Manuskripts verbracht, was den vollständigen ersten Akt von Sardanapalo hervorbrachte, einer italienischen Oper, die auf der assyrischen Tragödie Sardanapalus aus der Feder Lord Byrons aus dem Jahr 1821 basiert. Die Weltpremiere der Oper fand am 19.-20. August 2018 im deutschen Weimar statt und stieß gemeinhin auf positive Resonanz. Nach ihrer Übertragung auf Deutschlandfunk Kultur wurde die erste Aufnahme des Werks der Öffentlichkeit am 8. Februar 2019 zugänglich gemacht. Zukünftige Aufführungen sind in Amerika, Ungarn und Serbien geplant. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.cam.ac.uk/Lisztopera „Im Gegensatz zu nicht fertiggestellter Kunst muss unvollendete Musik vorgeführt werden, um als Musik erlebt werden zu können. Dafür braucht es den Verlauf der Zeit. Bereits sehr früh begann ich, mit Sängern aus Covent Garden zusammenzuarbeiten, um mit den musikalischen Linien, Tempi und der Artikulation, die zum Vorschein kamen, zu experimentieren und um zu verstehen, wie Musik und Stimme zusammenwirken. Die Musik entsprang aus großem Ehrgeiz und so hört sie sich auch an – eine einzigartige Mischung aus Lyrik mit italienischer Färbung und harmonischen Innovationen. Ein derartiges Werk hat es in der Opernwelt noch nicht gegeben.“ - Dr. David Trippett Wenn Sie Ihr Projekt in einer der nächsten Ausgaben als „Projekt des Monats“ sehen wollen, schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an editorial@cordis.europa.eu und sagen Sie uns, warum wir Ihr Projekt vorstellen sollten.

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21 Februar 2022