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Wissenschaft im Trend: Neue Menschenart auf den Philippinen entdeckt

Wissenschaftler haben Fossilien entdeckt, die einen lange verschollenen Cousin des modernen Menschen offenbart haben.

Grundlagenforschung

Offensichtlich warten jenseits von Afrika zahlreiche Entdeckungen über die Evolution des Menschen. Laut einer Studie in der Fachzeitschrift „Nature“ gehören alte Knochen und Zähne, die in der Callao-Höhle auf der Insel Luzon gefunden wurden, zu einer bislang unbekannten Menschenart, die als Homo luzonensis bezeichnet wird. In einer Weise, die bislang noch nicht bei einer einzigen Art beobachtet wurde, weisen die Überreste sowohl primitive als auch moderne Merkmale auf. Was unterscheidet diesen frühen Menschen von anderen Arten? Die Zähne sowie Hand- und Fußknochen datieren von vor 67 000 bis 50 000 Jahren und gehören zu zwei Erwachsenen und einem Kind. Die Größe und Form der Zähne ist zweifelsohne menschlich. Die Fossilien weisen jedoch bestimmte Eigenschaften auf, die darauf hindeuten, dass sie keiner anderen bekannten menschlichen Abstammungslinie zugeordnet werden können. Das Forschungsteam beschreibt das körperliche Erscheinungsbild und die Lebensweise des Homo luzonensis allein auf der Grundlage von Knochen und Zähnen mit Bedacht. So wie andere Homininen – Verwandte des modernen Menschen, die auf eine Zeit zurückgehen als sich unsere Vorfahren von den Schimpansen lösten – ist der Homo luzonensis eher ein enger Verwandter als ein direkter Vorfahre. Er ist vermutlich weitaus kleiner als der Homo sapiens (frühe moderne Mensch), jedoch nicht so klein wie der winzige, 1 m große auch als Hobbit bezeichnete Homo floresiensis, der auf der indonesischen Insel Flores etwa 3 000 km entfernt von der Luzon-Fundstelle entdeckt worden war. „Wir müssen diesbezüglich vorsichtig sein, weil man sofort den Homo floresiensis als ,Modell‘ für das körperliche Erscheinungsbild des Homo luzonensis vor Augen hat, was sicherlich nicht der Fall war“, berichtete Studienautor und Paläoanthropologe Dr. Florent Détroit vom nationalen Naturkundemuseum in Paris „Reuters“. „Wir können nur spekulieren, doch er könnte nur im Bereich eines pygmäenhaften Homo sapiens sein“, merkte Archäologe Armand Mijares, Leiter des Callao-Archäologieprojekts, an. Eingeschränktes Wissen zur menschlichen Evolution in Asien „Viele Jahre lang – und noch bis vor weniger als 20 Jahren – wurde die menschliche Evolution in Asien als überaus einfach betrachtet, da der Homo erectus Afrika verlassen und sich im Osten und Südosten Asiens niedergelassen habe und anschließend, bis zur Ankunft des Homo sapiens vor etwa 40 000 bis 50 000 Jahren und dessen ,Eroberung‘ jeder Region der Erde, nichts geschehen sei“, sagte Dr. Détroit. „Aufgrund der Entdeckungen vor Ort – Fossilien – und im Labor, z. B. Genetik, wissen wir, dass die Evolutionsgeschichte weitaus komplexer war, mit mehreren voneinander unterscheidbaren Arten, die zeitgleich mit dem Homo sapiens existierten, Auskreuzungsvorkommnissen, Aussterben et cetera“, merkte er an. „Der Homo sapiens war definitiv nicht allein auf der Erde.“ Im Gespräch mit „CNN“ erklärte Dr. Détroit in Bezug auf die Zähne und Knochen weiter: „Falls man jedes Merkmal für sich betrachtet, findet man diese auch in einer oder mehreren Homininen-Arten wieder, falls man jedoch die gesamte Kombination von Merkmalen betrachtet, ist keine andere Art der Homo-Gattung vergleichbar, was darauf hindeutet, dass diese einer neuen Art zuzuordnen ist.“ Dr. Détroit fasst zusammen: „Wie wir jetzt sehen können, sind Südostasien und insbesondere dessen Inseln ein fantastischer Ort zur Untersuchung der Homininen-Evolution und Durchführung von Feldforschung, um mehr Fundstellen mit antiker Archäologie und homininen Fossilien zu finden.“

Länder

Vereinigte Staaten

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