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Generaldirektionen der Kommission bereiten Grünbuch zur IPP vor

Die Generaldirektionen XI (Umwelt) und III (Industrie) der Europäischen Kommission bereiten zur Zeit gemeinsam ein Grünbuch zum Thema "Integrierte Produktpolitik (IPP) vor, das im dritten Quartal 1999 erscheint. Die IPP ist ein relativ neuer Bereich der Umweltpolitik. Sie betr...

Die Generaldirektionen XI (Umwelt) und III (Industrie) der Europäischen Kommission bereiten zur Zeit gemeinsam ein Grünbuch zum Thema "Integrierte Produktpolitik (IPP) vor, das im dritten Quartal 1999 erscheint. Die IPP ist ein relativ neuer Bereich der Umweltpolitik. Sie betrachtet den gesamten Lebenszyklus eines Produkts, um so dessen Umweltauswirkungen zu senken. Traditionelle Arten der Umweltpolitik stellen dagegen eher die Maßnahmen im Bereich der Produktion und Technologien für finale Entsorgungsverfahren in den Vordergrund. Die GD XI hat bereits gemeinsam mit der Unternehmensberatung Ernst and Young und der Universität Sussex (VK) eine Studie über die IPP durchgeführt. Dabei wurden die wichtigsten Gesichtspunkte der IPP sowie die Möglichkeiten zur Schaffung eines Rahmens für zukünftige Entwicklungen auf Gemeinschaftsebene untersucht. Außerdem ist eine Übersicht über neuere Initiativen im Bereich IPP in ausgewählten Mitgliedstaaten enthalten. Einzelheiten dieser Studie sind unter folgender Adresse abrufbar: URL: http://europa.eu.int/comm/dg11/ipp/home.htm Im Dezember 1998 führten die GD XI und die GD III in Brüssel ein gemeinsames IPP-Seminar durch. Diese Veranstaltung sollte einen Denkprozeß über die Definitionen, Ziele und vorrangigen Aufgaben einer integrierten Produktpolitik in der Gemeinschaft einleiten. Man hat sich zwar noch nicht auf eine Definition der IPP geeinigt, doch hat das Konzept zwei Hauptmerkmale: - es deckt alle Produktsysteme und deren Auswirkungen auf die Umwelt ab und betrachtet grundsätzlich deren gesamten Lebenszyklus. In diesem Zusammenhang ist es ebenso wichtig, Umweltprobleme während des Fertigungsprozesses nicht zwischen verschiedenen Medien hin- und herzuschieben (integrierte Verminderung der Umweltverschmutzung) wie Umweltprobleme nicht zwischen den einzelnen Abschnitten des Lebenszyklus eines Produkts zu verschieben; - alle relevanten Beteiligten der Produktkette sind zu berücksichtigen und einzubeziehen. Erste vorläufige Schlußfolgerungen des Seminars sind z.B.: - die Kommission muß stärker auf die Bedeutung der IPP hinweisen und diese erläutern; - die IPP sollte ein Thema im Rahmen der nachhaltigen Entwicklung darstellen und langfristige Ziele auf Grundlage der bestehenden Schwerpunkte im Bereich Umweltpolitik verfolgen (wie z.B. die Klimaveränderung und das Fünfte Aktionsprogramm); - Grundlage der IPP ist der Lebenszyklusansatz, d.h. eine Denkweise in Lebenszyklen. Dies unterscheidet sie von der Lebenszyklusanalyse, die nur eine der Möglichkeiten zur Umsetzung der IPP darstellt; - die Rolle der Beteiligten ist von grundlegender Bedeutung: Der Ansatz sollte klar dargelegt werden, die Beteiligten sollten bereits in den ersten Phasen einbezogen und ihre Verantwortlichkeiten klar umrissen werden; - das Instrument zur Umsetzung der IPP sollte flexibel und jeweils aus einem umfangreichen Instrumentarium ausgewählt werden; - Umweltgerechte Produktnormen sind ein wichtiges Thema; - die Etikettierung sollte so erweitert werden, daß sie in einem ergänzenden System Etiketten der Typen I, II und III enthält; - die IPP sollte mit dem dauerhaften Konsum in Zusammenhang gebracht werden und insbesondere Konsummuster ansprechen; - die IPP muß auch Dienstleistungen in Betracht ziehen. Diese Schlußfolgerungen werden im Grünbuch der GD XI und III berücksichtigt. Ein Seminarbericht ist unter der o.g. Internetadresse erhältlich.