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Inhalt archiviert am 2022-12-02

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Fachleute fordern Senkung des Verbrauchs an antimikrobiellen Wirkstoffen

Der Wissenschaftliche Lenkungsausschuß (Scientific Steering Committee; SSC), der die Kommission auf den Gebieten des Verbraucherschutzes und der Sicherheit von Nahrungsmitteln berät, ist einstimmig der Auffassung, daß eine sofortige Senkung des Verbrauchs an antimikrobiellen W...

Der Wissenschaftliche Lenkungsausschuß (Scientific Steering Committee; SSC), der die Kommission auf den Gebieten des Verbraucherschutzes und der Sicherheit von Nahrungsmitteln berät, ist einstimmig der Auffassung, daß eine sofortige Senkung des Verbrauchs an antimikrobiellen Wirkstoffen notwendig ist. Laut SSC ist dies erforderlich, damit Mikroben nicht resistent gegen die Chemikalien werden, mit denen sie bekämpft werden sollen. Die Forschung wird gleichzeitig aufgefordert, eine Kernstrategie zur Vermeidung des unangemessenen Einsatzes dieser Mittel vorzulegen, die in gleichem Maße in der Humanmedizin, der Tiermedizin, der Tierhaltung und dem Pflanzenschutz angewandt wird. Da Mikroorganismen immer resistenter gegen antimikrobielle Wirkstoffe einschließlich der Antibiotika werden, wird die Bekämpfung von Infektionen immer schwieriger. Die Wissenschaftler gehen davon aus, daß diese Resistenz auf den unbedachten Einsatz von antimikrobiellen Wirkstoffen in der Medizin, der Landwirtschaft und zu Hause (z.B. in Reinigungsmitteln) zurückzuführen ist. Weitere Gründe sind der inadäquate Einsatz verschriebener Antibiotika und die immer größere geographische Mobilität, die zur weltweiten Ausbreitung von neuartigen, unempfindlicheren Bakterien beiträgt. Zwar fehlen zur Zeit Daten, die auf einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von antimikrobiellen Wirkstoffen und der Resistenz hindeuten, doch drängen zahlreiche Wissenschaftler, darunter auch der SSC, auf Sofortmaßnahmen. Solche Maßnahmen sollten ihrer Meinung nach in der gesamten Europäischen Union und möglichst weltweit durchgeführt werden. Da mehr als die Hälfte der antimikrobiellen Wirkstoffe in Europa in der Humanmedizin eingesetzt werden, hat die Ärzteschaft dabei die wichtige Aufgabe, weniger überflüssige antimikrobielle Arzneimittel zu verschreiben. Der SSC empfiehlt außerdem strengere Kontrollen beim Verkauf, der Zulieferung und dem Vertrieb von antimikrobiellen Wirkstoffen. Er fordert die Aufstellung von Leitlinien für bestmögliche Verfahren beim Einsatz besonderer Stoffe zur Behandlung von Menschen und Tieren sowie die Einrichtung von Fortbildungsprogrammen im Bereich der Gesundheitsfürsorge, der Landwirtschaft, der Lebensmittelherstellung, der Industrie sowie für Verbraucher, um deren Bewußtsein für dieses Problem zu schärfen und Methoden zur Einschränkung der Verbreitung von Krankheiten zu fördern. Die Fachleute empfehlen die Einrichtung eines EU-weiten Überwachungssystems und gleichzeitig die verstärkte Entwicklung von Alternativen zu antimikrobiellen Wirkstoffen. Sie sprachen sich außerdem dafür aus, die Verwendung von antimikrobiellen Wirkstoffen zur Wachstumsförderung in der Tierhaltung einzustellen. Der SSC befürwortet jedoch den langfristigen Verzicht auf antimikrobielle Wirkstoffe in der Viehzucht sowie der Human- und Tiermedizin. Der Bericht des SSC an die Europäische Kommission wird die Grundlage für eine umfassende Reaktion auf das Problem der antimikrobiellen Resistenz darstellen und Veränderungen in der Industrie, der Medizin und der Landwirtschaft nach sich ziehen. Der Bericht wird in Kürze unter folgender Adresse im Internet bereitstehen: URL: http://europa.eu.int/comm/dg24/health/sc/ssc/outcome_en.html(öffnet in neuem Fenster) Die GD XXIV der Europäischen Kommission (Verbraucherpolitik und Gesundheitsschutz) veranstaltet außerdem am 20. Juli 1999 in Brüssel eine internationale wissenschaftliche Konferenz über die antimikrobielle Resistenz. Einzelheiten des Programms sind der Website der GD XXIV unter folgender Adresse zu entnehmen: URL: http://europa.eu.int/comm/dg24(öffnet in neuem Fenster)

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