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Inhalt archiviert am 2022-12-07

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307 neue Forschungsprojekte in den Biowissenschaften erhalten RP5-Förderung

Die Europäische Kommission hat vor kurzem angekündigt, daß 307 neue Projekte für eine Förderung von insgesamt 494 Millionen Euro im Rahmen des Programms "Lebensqualität und Management lebender Ressourcen" des Fünften FTE-Rahmenprogramms ausgewählt wurden. Etwa 2749 Teilnehmer ...

Die Europäische Kommission hat vor kurzem angekündigt, daß 307 neue Projekte für eine Förderung von insgesamt 494 Millionen Euro im Rahmen des Programms "Lebensqualität und Management lebender Ressourcen" des Fünften FTE-Rahmenprogramms ausgewählt wurden. Etwa 2749 Teilnehmer sind an diesen Projekten beteiligt - davon 379 aus der Industrie. Die Projekte beschäftigen sich mit einer Reihe von Themen, wie z.B. Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit, Kontrolle von Infektionskrankheiten, Entwicklung neuer Therapien, umweltfreundliche Industrieprodukte und -verfahren, Umweltauswirkungen auf die Gesundheit, nachhaltige Landwirtschaft und Alterung der Bevölkerung. Das Programm "Lebensqualität und Management lebender Ressourcen" verfügt über ein Gesamtbudget von 2413 Millionen Euro, die über die vierjährige Laufzeit des Programms (bis 2002) hinweg verteilt werden. Die Generaldirektion Forschung veröffentlichte den ersten Aufruf zur Vorschlagseinreichung für dieses Programm am 6. März 1999 mit aufeinanderfolgenden Abgabeterminen für verschiedene Bereiche. Dieses Verfahren wird bei den thematischen Programmen des RP5 standardmäßig angewendet, um zu viele Bewerbungen zu vermeiden und das verfügbare jährliche Budget bestmöglich zu nutzen. Fast 14000 Teilnehmer waren an den 1792 Vorschlägen beteiligt, die bei der Kommission eingereicht wurden. Alle bewarben sich um eine Förderung in den verschiedenen Aktionslinien des Programms. Die Teilnahme war besonders hoch bei den Schlüsselaktionen "Zellfabrik", "Umwelt und Gesundheit" und "Alterung der Bevölkerung" sowie bei den generischen Aktivitäten, die Forschungsarbeiten von eher grundlegender Art abdecken. Die Kommission schreibt die hohe Zahl der eingegangenen Vorschläge in diesen Bereichen den sich verändernden Schwerpunkten der europäischen Forschungsförderung im RP5 zu. "Hier handelt es sich um Bereiche, in denen europäische Anstrengungen zuvor nie so gebündelt waren, zum Beispiel bei der Erforschung der Umweltauswirkungen auf die Gesundheit oder der Lösung der Probleme einer alternden Bevölkerung. Die hohe Zahl der Vorschlagseinreichungen für Forschungsprojekte generischer Art zeigt, daß es notwendig ist, eine starke Forschungsbasis aufrecht zu erhalten", so ein Sprecher der Kommission. Nach ihrem Eintreffen prüft die Kommission, ob die Vorschläge für eine Förderung in Frage kommen. Fast 100 eingereichte Vorschläge für das Programm "Lebensqualität und Management lebender Ressourcen" scheiterten aus formellen Gründen an der ersten Hürde, so trafen die Vorschläge z.B. zu spät ein, die Unterlagen waren nicht vollständig oder es fehlten Originalunterschriften. Die Vorschläge, die diese erste Prüfung bestanden, wurden zur Bewertung an unabhängige Sachverständige in ganz Europa gesandt. Im Juni und Juli 1999 arbeiteten 992 unabhängige Sachverständige in Gruppen unter der Regie der Generaldirektion Forschung zusammen und bewerteten alle in Frage kommenden Vorschläge. Die Bewertung erfolgt in zwei Phasen. Zunächst bewerten die Sachverständigen die Vorschläge sowie die vorgeschlagene Projektleitung zu jedem Thema nach ihrem wissenschaftlichen und technischen Fachwissen und legen eine Rangfolge fest. Die Projekte, die die vorbestimmten Ziele erreichen, gelangen in die zweite Phase, wo eine andere Gruppe unabhängiger Sachverständiger die "Relevanz" des Vorschlags im Hinblick auf seinen Beitrag zu den sozialen und wirtschaftlichen Zielen des Programms und der EU bewertet. "Viele Vorschläge, die in der ersten Runde als hervorragend eingestuft wurden, scheiterten in der zweiten Phase", stellt die Kommission fest. Die Auswahlkriterien und Leitlinien für die unabhängigen Bewerter sind im Internet unter http://cordis.europa.eu/life/home.html(öffnet in neuem Fenster) veröffentlicht. Unabhängige Beobachter überwachten den gesamten Prozeß, um Konformität und Fairneß zu prüfen, und berichteten dem Programmausschuß, der aus Vertretern der Mitgliedstaaten besteht, über ihre Ergebnisse. Die Bewerter wählten zudem einige Vorschläge zur ethischen Prüfung aus, die nach der Bewertung stattfand. Nach der Auswahl der 307 Projekte hatte das Team "Lebensqualität und Management lebender Ressourcen" die Gelegenheit, die Ergebnisse des ersten Aufrufs zur Vorschlagseinreichung des Programms zu analysieren. Die Daten zeigen, daß es in den Biowissenschaften im Fünften Rahmenprogramm zu mehr fachübergreifenden Projekten kam als in vorherigen Rahmenprogrammen. Außerdem hat jedes Projekt nunmehr durchschnittlich 8,9 Projektpartner und erhält eine EU-Förderung von 1,6 Millionen Euro, ein bedeutender Anstieg im Vergleich zum durchschnittlichen Biowissenschaftsprojekt im Vierten FTE-Rahmenprogramm. "Dies spiegelt die Orientierung der neuen EU-Forschungsprogramme wieder, die zusätzlich zu den wissenschaftlichen Fragen auch sozioökonomische Ziele in den Vordergrund rücken. Somit ist ein eher fachübergreifender Ansatz in der Forschung erforderlich, der viele verschiedene Partner involviert, wie z.B. Wissenschaftler an Hochschulen, Forscher aus Industrielaboren und Anwender", so ein Sprecher der Kommission. Eine negative Folge der Förderung von größeren Projekten ist jedoch, daß dies unvermeidlich zu niedrigeren Auswahlraten führt. Die Auswahl- (oder Erfolgs-) rate beim ersten Aufruf lag knapp über 18 Prozent, die Rate variiert jedoch stark zwischen den verschiedenen Aktionslinien. Unterhalb des Durchschnitts lagen die Schlüsselaktion "Zellfabrik", in der nur 10,4 Prozent der Vorschläge gefördert werden konnten, die Schlüsselaktion "Alterung der Bevölkerung", wo die Erfolgsrate bei 13,7 Prozent lag, und "Umwelt und Gesundheit" mit 15,7 Prozent. Laut Kommission ist die Teilnahme der Industrie ebenfalls relativ hoch, mit 379 von 2749 Teilnehmern aus der Industrie (13,8 Prozent). Die industrielle Durchdringung (Anteil der Projekte mit mindestens einem Industriepartner) übersteigt 50 Prozent, wobei der Anteil der Industrie in der Schlüsselaktion "Zellfabrik" besonders hoch ist, wo 38 von 41 Projekten mindestens einen Industriepartner im Konsortium haben. Vorschläge von Clustern seien von besonders hoher Qualität gewesen, fügt ein Sprecher der Kommission hinzu. Clustering ist ein neuer Ansatz im RP5, der dazu dienen soll, Probleme mit vielen Facetten zu lösen, deren Komplexität am besten mit multiplen, koordinierten und gemeinschaftlichen Ansätzen angegangen wird. Von 26 Vorschlägen von beachtlicher Größe, die als Cluster eingereicht wurden, erhalten neun eine Förderung (davon fünf im Bereich Infektionskrankheiten) mit einem Gesamtbeitrag der EU von 36,6 Millionen Euro - über vier Millionen pro Projekt. Forschungskommissar Philippe Busquin kommentierte die Ergebnisse der Auswahl folgendermaßen: "Die ausgewählten Projekte betonen einmal mehr die wichtige Rolle der Forschung im Zusammenhang mit europäischer Politik. Der Bereich Lebensmittelsicherheit, in dem die Veröffentlichung eines Weißbuchs durch die Europäische Kommission in Kürze erwartet wird, ist eines von vielen Beispielen für die notwendige gegenseitige Ergänzung von EU-Forschungsprogrammen und anderen politischen Strategien der EU. Ich freue mich auch zu sehen, daß europäische Forschungsprogramme sehr erfolgreich helfen, traditionelle Schranken zu überwinden, z.B. zwischen den Hochschulen und der Industrie, zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor. Ich bin überzeugt, daß die europäischen Bürger letztendlich von dem "Mehrwert" durch gemeinsame Anstrengungen profitieren werden."

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