Standards auch auf der anderen Seite des Atlantiks konform
Die Bemühungen zur Intensivierung der Zusammenarbeit im Bereich Metrologie mündeten 1998 in die Unterzeichnung des Übereinkommens zwischen der EU und den USA über die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen (MRA), das den politischen Rahmen für das ,,Abkommen zur Durchführung einer Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Normung von Metrologie und Meßverfahren" lieferte. Dieses Projekt zielt darauf ab, durch inkompatible Meßnormen und -methoden verursachte Schranken im transatlantischen Handel abzubauen, und bereitet den Weg für eine bessere Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA. Hintergrund Die Europäische Union hat den Bedarf an verläßlichen Normen und Meßverfahren, die für so unterschiedliche Bereiche wie Industrie, Gesundheit und Umweltschutz wesentlich sind, schon seit langem erkannt. In der Vergangenheit unterstützte die Europäische Kommission Bemühungen in diesem Sektor und führte unter dem Vierten Rahmenprogramm verschiedene Programme im Bereich Normung, Meß- und Prüfverfahren durch. Diese Programme förderten Forschung im Hinblick auf die Harmonisierung von Meßsystemen, schriftlich festgelegten Standards und Referenzmaterialien, was für die Durchführung der EU-Politiken, insbesondere für die Bereiche Industrie und Handel, aber auch für Landwirtschaft und Umwelt, entscheidend ist. Gleichermaßen bildet diese Forschung einen Eckpfeiler des einheitlichen Markts, da sie sicherstellt, daß einzelne nationale metrologische Institute (NMI) sinnvoll und effizient miteinander kommunizieren können. Das Gleiche gilt auch auf internationaler Ebene. Seit einigen Jahren arbeiten EU und USA auf gemeinsame metrologische Normen hin. Diese Bemühungen führten zur Unterzeichnung des ,,Abkommens über Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Normung von Metrologie und Meßverfahren" durch die GD Forschung der Europäischen Kommission und das amerikanische National Institute of Standards and Technology (NIST) am 5. Oktober 1999 in Brüssel. Die Durchführungsvereinbarung leistet wissenschaftliche und technische Unterstützung für MRA und ermöglicht die Anwendung von Maßnahmen, die die Kompatibilität transatlantischer Messungen gewährleisten. Beschreibung, Wirkung und Ergebnisse Die Durchführungsvereinbarung betrifft eine Reihe von Maßnahmen zur Zusammenarbeit: Es wird einen Austausch von technischen Informationen, Referenzdaten und -materialien, Kalibrierung und Meßstandards geben, und Austauschbesuche werden ebenso durchgeführt wie kooperative Forschung in Disziplinen von gemeinsamem Interesse. Die Wissenschaftsbereiche, in der eine Zusammenarbeit stattfindet, umfassen derzeit Gebiete wie gemeinsame Entwicklung und Pflege einer Datenbank mit internationalen Vergleichen, Errichtung gegenseitiger Äquivalenzen, gemeinsamer Entwurf von Meßverfahren und -normen, gemeinsame Entwicklung von Referenzmaterialien und Möglichkeit gegenseitiger Rückverfolgbarkeit. Die neue Vereinbarung wird zu einem offiziellen System für Meßvergleiche führen. Dies steht in Einklang mit den freien Handelszielen des MRA, das im Dezember 1998 in Kraft trat. Das MRA-Übereinkommen bezieht sich auf sechs Produktbereiche, die im transatlantischen Handel für über 50 Milliarden Euro jährlich stehen (Telekommunikationsausrüstung, elektromagnetische Kompatibilität, elektrische Sicherheit, Pharmaerzeugnisse, Fertigungsverfahren und medizinische Geräte).Gemäß den MRA-Bestimmungen akzeptieren die EU und die USA die Äquivalenz von Testergebnissen, Inspektionen und anderen Evaluierungen, die von akkreditierten Laboratorien und Organisationen diesseits und jenseits des Atlantik vorgenommen wurden. Organisation der Partnerschaft Das Abkommen über die Durchführung der Zusammenarbeit schließt an eine 18-monatige Studie an, an der NIST, NMIs in Europa und über 70 Normungsinstanzen in 18 Ländern beteiligt waren. Forscher verglichen die Fähigkeiten von NIST und den anderen NMIs, Messungen durchzuführen, die entscheidend sind, um die verbindliche Normung von Produkten aus fünf der sechs in der Vereinbarung enthaltenen Kategorien zu gewährleisten. Die Studie legte Meßäquivalenzen zwischen NIST und den europäischen NMIs fest und konnte keine wissenschaftlichen oder technischen Unterschiede von ,,praktischer Bedeutung" feststellen. Dies impliziert, daß Probleme bei der Kablibrierungsakzeptanz andere Ursachen haben müssen.