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Europäischer Forschungsraum steht fest auf der Tagesordnung des Rates

Mariano Gago, der Vorsitzende des Forschungsrates, betonte im Anschluß an ein Treffen mit MdEP am 22. Juni in Brüssel die Bedeutung des politischen Engagements der EU-Staatschefs auf dem Gipfel von Feira für die Einrichtung eines europäischen Forschungsraumes. Auf einer Presse...

Mariano Gago, der Vorsitzende des Forschungsrates, betonte im Anschluß an ein Treffen mit MdEP am 22. Juni in Brüssel die Bedeutung des politischen Engagements der EU-Staatschefs auf dem Gipfel von Feira für die Einrichtung eines europäischen Forschungsraumes. Auf einer Pressekonferenz erklärte Herr Gago, der Rat werde die Fortschritte auf dem Weg zum europäischen Forschungsraum genau überwachen. Gleichzeitig forderte er die MdEP auf, für die Umsetzung der Aktionspläne zu sorgen. "Die Tatsache, daß man sich in Feira für einen europäischen Forschungsraum ausgesprochen hat, hat starke politische Konsequenzen, denn das bedeutet, daß er auf dem nächsten Treffen des Rates auf der Tagesordnung stehen und sich der Rat mit den erzielten Fortschritten befassen wird", so Herr Gago. Er lehnte jedoch die von Forschungskommissar Philippe Busquin vorgeschlagene Zielsetzung ab, mindestens 30 Prozent der nationalen Forschungsprogramme für Forscher aus anderen Ländern zu öffnen, und sagte, daß dies kurzfristig zu Schwierigkeiten führen könne. "Ich bin der festen Überzeugung, daß die Zusammenführung nationaler Programme eine äußerst komplexe Angelegenheit ist. Sie verursacht Gleichgewichts- und Finanzierungsprobleme; daher müssen wir Wege finden, das Vertrauen der einzelstaatlichen Regierungen zu gewinnen, so daß sie wissen, daß sie nicht benachteiligt werden." "Wir müssen uns auf das Erreichbare konzentrieren. Die Öffnung nationaler Programme ist nur ein Teil dessen, worauf es ankommt. Wir dürfen nicht nur Pläne erstellen, sondern müssen auch gemeinsame Programme entwickeln." Nach Aussagen seiner Berater hält Philippe Busquin an den 30 Prozent als langfristige Zielsetzung fest, die, wie er sagt, durch Leistungsbewertung erreicht werden könnten. "Die Leistungsbewertung hat sich mit der Identifizierung und klaren Benennung derjenigen, die den Anforderungen nicht entsprechen, als erfolgreich erwiesen. Sie hat bei der gemeinsamen Währung funktioniert, warum also nicht beim europäischen Forschungsraum?" Die Leistungsbewertung sei ein wichtiges Mittel, stimmte Herr Gago zu: "Wir können die Leistungsbewertung für den gemeinsamen Aufbau der Wissenschaftspolitik einsetzen, indem wir unsere kombinierten wissenschaftlichen Kenntnisse darüber anwenden, was getan wird und was zu tun ist. Die Politiken der Einzelstaaten sind zu unterschiedlich, und die in jedem Frühjahr stattfindende Prüfung der Ergebnisse wird Erfolge zeigen." Die Anzahl der Forscher, die nicht in ihrem Heimatstaat, sondern in einem anderen Mitgliedstaat arbeiten, müsse erhöht werden, wenn der europäische Forschungsraum Wirklichkeit werden soll, sagte Herr Gago. Weiterhin schlug er eine Politik der Investition in Humanressourcen vor. "Vor einigen Jahren betrug der durchschnittliche Anteil europäischer Staatsbürger, die außerhalb ihres Herkunftslandes in der Wissenschaft arbeiten, nicht einmal fünf Prozent. Mit einem so niedrigen Anteil an Forschern, die außerhalb ihres Herkunftslandes arbeiten, kann kein europäischer Forschungsraum entstehen. Der beste Weg zu einem gemeinsamen Forschungsraum ist möglicherweise, wenn diese Zahl in 20 Jahren von fünf auf 20 Prozent ansteigt." Die Mitgliedstaaten könne man überzeugen, einen Beitrag hierzu zu leisten, indem eine Norm für Forscher im öffentlichen Sektor aufgestellt wird, die ihnen die weitere Beförderung ab einer gewissen Stufe verwehrt, sofern sie nicht eine bestimmte Anzahl von Jahren außerhalb ihres Herkunftslandes gearbeitet haben, so Herr Gago. "Wenn wir dies tun wollen, müssen wir ausgiebig in Forscher, die Bereitschaft zur Mobilität zeigen, sowie in Auslandsprogramme auf Post-Promotionsnivieau investieren", sagte er.