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Economically and Ecologically Efficient Water Management in the European Chemical Industry

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Reduzierung des Wasserverbrauchs in der chemischen Industrie Europas

EU-Wissenschaftler sind gerade dabei, neuartige Systeme und Verfahren zur Reduzierung des Wasserverbrauchs zu entwickeln und die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Chemiesektors zu erhöhen.

Energie

In Europa sind die chemische Industrie und die Erdölraffinieren für 11 % des Süßwasserverbrauchs verantwortlich. Weltweit verbraucht der gesamte Industriesektor 5 - 10 % der Süßwasserressourcen. Da sich die chemische Industrie im Wachstum befindet, braucht man umwelteffizientere Lösungen für Wasser und Abwasser. Im EU-finanzierten Projekt E4WATER wird daran gearbeitet, integrierte und energieeffiziente Systeme für die Wasserwirtschaft zu erschaffen. Es wird erwartet, dass der Wasserverbrauch in der chemischen Industrie um mehr als 20 %, die erzeugte Abwassermenge um mehr als 30 % und der Energieverbrauch der sechs Vorführstandorte gesenkt werden kann. „Die Nachfrage nach umwelteffizienten Lösungen für die Wasser- und Abwasserwirtschaft in der chemischen Industrie Europas ist untrennbar mit der künftigen Wachstumsstruktur der chemischen Industrie sowie mit ihrer Innovationsfähigkeit verbunden“, erklärt Thomas Track, Koordinator des Projekts E4WATER. „In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld mit zunehmendem internationalen Wettbewerb und steigender Ressourcenknappheit ist ein effizientes Ressourcenmanagement zu einer strategischen Notwendigkeit geworden“, fügt er hinzu. Im Rahmen von E4WATER wurde eine Toolbox mit technischen Lösungen und integrierten Konzepten geschaffen, um den Wasserverbrauch besser steuern zu können. Sie beinhaltet einen Ansatz, der das gesamte System umfasst, über die chemische Industrie hinausgeht und andere Industrien sowie die städtische und landwirtschaftliche Wasserwirtschaft mit einbezieht. Im Projekt werden derzeit innovative Werkstoffe, Prozesstechnologien und Werkzeuge entwickelt und getestet – wie Membranen, Mikroalgen, Systeme zur Vorbehandlung und Kombinationen der Technologien – mit denen die Aufbereitung und Wiederverwendung von Wasser gefördert werden sollen. „E4WATER wird dazu beitragen, dass die Zunahme der industriellen Produktion vom Verbrauch von natürlichen Ressourcen, Wasser und Energie abgekoppelt wird. Die europäische Wassertechnologieindustrie und die europäische Prozessindustrie werden dadurch auf globaler Ebene wettbewerbsfähiger“, sagt Track. Wasser wird in der Industrie zur Reinigung, Heizung, Kühlung, für Dampf und Transport, als Lösungsmittel und als Teil eines größeren Produkts verwendet. Die Suche nach umwelteffizienten Möglichkeiten für die Wasserwirtschaft wird den Wettbewerb um knappe Ressourcen verringern, der zwischen Industrie und kommunalen und landwirtschaftlichen Nutzern vor allem in wasserarmen Regionen wie Südeuropa herrscht. Eine verbesserte Wasserwirtschaft wird auch den Wasserstress bei aquatischen Ökosystemen reduzieren und die Freisetzung von Schadstoffen und Wärme in die natürliche Umwelt einschränken. Durch die Reduzierung von Abwasser und die Förderung von Wärmerückgewinnung in Wassersystemen wird E4WATER darüber hinaus dazu beitragen, die Nachfrage nach Energie und Rohstoffen zu senken. „Durch die Nutzung alternativer Wasserquellen, wie beispielsweise durch das Recycling von Abwasserströmen aus der benachbarten Industrie und die Wiederverwendung von Wasser aus Kühltürmen wird unser Projekt die Freisetzung von Schadstoffen und Wärme drosseln. Gleichzeitig werden energieeffiziente Technologien eingesetzt. Dies wird zur Erreichung der EU-Umweltziele beitragen“, fasst Track zusammen. Das Projekt basiert auf sechs Fallstudien, die jeweils kritische Probleme der Wasserwirtschaft in der chemischen Industrie repräsentieren. Zu den Standorten gehören Total Petrochemical in Frankreich, Procter & Gamble Verbrauchsgüter in der Tschechischen Republik und andernorts, INOVYN in Spanien, Dow Benelux in den Niederlanden, INOVYN Manufacturing in Belgien und Kalundborg Industrial Symbiosis in Dänemark. „Wasser spielt eine entscheidende Rolle – es ist nicht nur die wichtigste chemische Verbindung für das Überleben der Menschheit, sondern es ist auch ein wichtiger Bestandteil der Prozessindustrie, im Produktionsprozess und bei der Entwicklung der Bioökonomie. Wasser ist zudem wichtig für die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft“, sagt Track.

Schlüsselbegriffe

E4WATER, Wasser, umwelteffizient, energieeffizient, Erdöl, chemische Industrie, Abwasser, Raffination

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