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Intelligente Stromnetze: Lückenschluss zwischen Bürgerschaft und Anbietern

Neue validierte Technologien und Lösungen bringen uns voll integrierten und hocheffizienten intelligenten Stromnetzen einen Schritt näher.

Energie

Europa will seine CO2-Bilanz verbessern, den Einsatz erneuerbarer Ressourcen fördern und die Energieeffizienz steigern. Darum entscheiden sich immer mehr EU-Länder für intelligente Stromnetze. Diese innovativen, komplexen und intelligenten Netze bestehen aus einer ganzen Reihe von Bedien- und Energiekomponenten, wie intelligenten Stromzählern, intelligenten Geräten und komplexen Netzverwaltungsinstrumenten, um nur einige zu nennen. An intelligenten Stromnetzen sind auch mehrere Interessengruppen beteiligt, von Verteilernetzbetreibern über Händler, Aggregatoren und Erzeuger bis zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die Herausforderung liegt darin, all diese Interessengruppen stabil und harmonisiert in das System einzubinden. Hier setzt das EU-finanzierte Projekt InteGrid (Demonstration of INTElligent grid technologies for renewables INTEgration and INTEractive consumer participation enabling INTEroperable market solutions and INTErconnected stakeholders) an. Koordiniert vom portugiesischen Verteilernetzbetreiber EDP Distribuição macht das Projekt den Weg zur Weiterentwicklung und Inbetriebnahme intelligenter Stromnetze frei. „Wir wollen, dass Verteilernetzbetreiber neue Geschäftsmöglichkeiten auftun, bei denen die Technologie der intelligenten Netze die Kerninfrastruktur bildet“, so Ricardo Bessa, technischer Leiter des Projekts.

Der Lückenschluss

In traditionellen Netzen wird der Strom in großen Kraftwerken erzeugt und dann über die Kabel, die ein Verteilernetzbetreiber unterhält, in Wohnungen und Gebäude transportiert. In intelligenten Netzen wird der Strom eher vor Ort erzeugt und dann direkt an die Verteilernetze angeschlossen, wie zum Beispiel von einem Solarpaneel auf dem Dach zu einem kleinen Kraftwerk. Diese innovativen Bestandteile eines intelligenten Stromnetzes werden als dezentrale Energieressourcen (DER) bezeichnet. Sie einzuspeisen, zu optimieren und zu verwalten sind die Hauptaufgaben eines Paradigmas für intelligente Stromnetze. In der Vision von InteGrid gibt es neue innovative Möglichkeiten, um die flexiblen Werte unter den Verbrauchern effizient zu verteilen. „Dadurch können Investitionen in die Netzinfrastruktur zeitlich nach hinten verschoben werden. Die Einsparungen können dann in das Verteilersystem fließen, was wiederum die Verbraucherpreise senkt“, erklärt Ricardo Mendes André, Mitglied der Arbeitsgruppe für Europäische Projekte und Politik bei EDP Distribuição und Projektkoordinator von InteGrid. Um dieses Ziel zu erreichen, wollte das Projekt demonstrieren, wie Verteilernetzbetreiber verschiedene Interessengruppen aktiver am Strommarkt beteiligen können. So sollen neue Geschäftsmodelle entwickelt und neue Ansätze für das Datenmanagement aufgebaut werden. Zudem konnten skalierbare und replizierbare Lösungen demonstriert werden, mit denen Verteilernetzbetreiber ein Netz mit hohem DER-Anteil und breiterer Elektrifizierung in der Gesellschaft planen und betreiben können. „Im InteGrid-Konzept, das den aktuellen Trends der EU-Politik folgt, fungiert der Verteilernetzbetreiber als Mittler auf dem Markt, der durch ein sauberes, zuverlässiges und kostenwirksames Energiesystem für Zuverlässigkeit und Effizienz in der Energieverteilung sorgt“, ergänzt Sergio Potenciano Menci, Ingenieur am Austrian Institute of Technology, einem der Projektpartner. „Gleichzeitig macht das InteGrid-System den Verbrauchenden zum strategischen Beteiligten im Rahmen des Systems und zu einem der Hauptprofiteure.“

Demonstriert und validiert

InteGrid wurde bereits an drei Demonstrationspunkten validiert: in Schweden, Slowenien und Portugal. Jeder der Orte war Testpunkt für einen bestimmten Bereich des Projekts. In Schweden arbeitete das Team zum Beispiel an Lösungen für das Energiemanagement in Haushalten, während in Slowenien ein virtuelles Kraftwerk entwickelt wurde. In Portugal kamen die in Schweden und Slowenien demonstrierten Strategien zur Verbraucherbeteiligung dann im Grid and Market Hub zusammen. Bessa zufolge ist dieser digitale Knotenpunkt auch das wichtigste Ergebnis aus dem Projekt. „Es handelt sich um eine dienstleistungsbasierte Plattform für verschiedene Angebote und mehrere Nutzergruppen, die die Lücke zwischen dem Verteilernetz und den beteiligten Interessengruppen schließt – und auch die Verbraucherinnen und Verbraucher einbezieht“, ergänzt er zum Schluss.

Schlüsselbegriffe

InteGrid, intelligente Stromnetze, erneuerbare Ressourcen, Energieeffizienz, Elektrizitätsnetze, Verteilernetzbetreiber, dezentrale Energieressourcen

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