Wissenschaftlicher Bericht zum geographischen BSE-Risiko
"In allen Ländern, in denen bereits BSE-Fälle aufgetreten sind (Vereinigtes Königreich, Irland, Belgien, Luxemburg, Niederlande, Frankreich, Portugal, Schweiz und Dänemark), ist seit 1994 oder 1996 eine Stagnation oder ein Rückgang des geographischen BSE-Risikos zu verzeichnen." So die Aussage des Wissenschaftlichen Lenkungsausschusses (WLA) der EU in seiner endgültigen Stellungnahme zum geographischen BSE-Risiko, die jetzt veröffentlicht wurde. Der Ausschuss geht außerdem davon aus, dass das Vorliegen von BSE in Italien, Spanien und Deutschland unterhalb der Nachweisgrenzen der Überwachungssysteme dieser Länder wahrscheinlich, in Österreich, Finnland und Schweden hingegen unwahrscheinlich aber nicht ausgeschlossen ist. Mit Ausnahme der Schweiz wurden in keinem der neun bisher geprüften Drittländer BSE-Fälle nachgewiesen. In der Analyse wurden ausführliche Bewertungsberichte über das geographische BSE-Risiko von 23 Ländern berücksichtigt, die auf ein vom Lenkungsausschuss entwickeltes qualitatives Modell angewandt wurden. Der WLA untersuchte auch die geographische Ausbreitung von BSE außerhalb Europas und folgerte, dass es "höchst unwahrscheinlich" sei, dass BSE in Australien, Chile, Norwegen, Neuseeland, Argentinien und Paraguay auftrete. Dass BSE in den USA und Kanada vorliegt, ist nach Ansicht des Ausschusses "unwahrscheinlich", jedoch nicht ausgeschlossen. Das geographische BSE-Risiko ist ein qualitativer Indikator für das Risiko, dass sich lebende Rinder mit dem BSE-Erreger infizieren, es stellt aber keinen Indikator des für den Menschen bestehenden Risikos dar.