Parlament fordert stärkere Bekämpfung des Dopings im Sport mit Mitteln aus dem PR5
Nach einer Debatte am 7. September im Europäischen Parlament in Straßburg unterstützten die Mitglieder des Europäischen Parlaments (MdEP) Vorschläge für das Fünfte Rahmenprogramm der EU zur stärkeren Finanzierung von Forschungsarbeiten im Bereich Doping im Sport. Sie unterstützten auch die Forderung in einem Bericht des spanischen MdEP Teresa Zabel (EVP-ED), dass die Europäische Gemeinschaft sich der Konvention des Europarats gegen Doping verpflichten und die EU sich voll an den Aktivitäten der Welt-Anti-Doping-Agentur beteiligen solle. In der Debatte erläuterte Zabel, dass die Einnahme von leistungssteigernden Mitteln unter Sportlern und Sportlerinnen schon eine lange Tradition habe, aber dass Aktionen zur Bekämpfung des Problems erst jetzt zu einer Priorität würden. Als Ergebnis der zunehmenden Kommerzialisierung des Sports und des enormen Angebots an Sportveranstaltungen sei das Doping-Geschäft beträchtlich gewachsen und könne ohne die Kooperation der Vollstreckungsbehörden nicht effektiv behandelt werden. Während sie feststellte, wie wichtig es sei, die Namen der verbotenen Substanzen innerhalb der Gemeinschaft zu standardisieren, warnte sie davor, die Bemühungen allein auf die Sportler zu konzentrieren. Anfangs sei man oft davon ausgegangen, dass die Sportler schuldig seien, doch es seien auch andere beteiligt und diejenigen, die die Mittel bereitstellen, sollten einer Bestrafung nicht entgehen. Mihail Papayannakis (KVEL/NGL, Griechenland) warnte davor, dass "das Schreckgespenst des Dopings seinen Schatten auf die Olympischen Spiele wirft", die am 15. September in Sydney beginnen. Er forderte eine Harmonisierung der Strafen für diejenigen, die eines Doping-Vergehens überführt werden. Liz Lynne (LIBE, VK) unterstützte zwar stärkere Kontrollen, warnte aber, dass bei jeglichen Änderungen immer noch das Prinzip der Vermutung der Unschuld gelten müsse. Sie wies darauf hin, dass die Genauigkeit von Tests in Bezug auf natürlich vorkommende Substanzen wie z.B. Nandrolone immer noch umstritten sei. Die MdEP unterstützten den Vorschlag, dass auf den Packungen jeglicher pharmazeutischer Produkte, die zu positiven Ergebnissen bei Doping-Tests von Sportlern führen könnten, ein warnender Hinweis angebracht werden sollte. Außerdem sei eine breite öffentliche Informationskampagne notwendig, um junge Leute auf die potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen von leistungssteigernden Drogen aufmerksam zu machen. Als Antwort auf die Debatte bestätigte Kommissarin Viviane Reding, dass die EU die Arbeit der Internationalen Anti-Doping-Agentur aktiv unterstützen werde und zur Begleichung der Verwaltungskosten beitragen werde. Sie bemerkte, dass die EU bereits 1,5 Millionen Euro für spezifische Aktionen der Agentur ausgebe und weitere 3,5 Millionen Euro für andere Anti-Doping-Projekte vorgesehen habe. Sie lehnte den Vorschlag ab, dass die EU den Vertrag ändern solle, um Maßnahmen zur Harmonisierung des Sports in der gesamten Gemeinschaft zu ermöglichen. Sie ist der Ansicht, dass dazu die Artikel im Rahmen des Subsidiaritätsprinzips besser geeignet seien. Sie kündigte jedoch an, dass an die Kommission mit einem Vorschlag herangetreten werde, das Jahr 2004 zum europäischen Jahr des Sports zu erklären.