Prodi fordert mehr Investitionen in Spitzenforschung
In einem Vortrag vor dem Bundespräsidium des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) am 7. November in Brüssel betonte Romano Prodi, Präsident der Europäischen Kommission, die Notwendigkeit von mehr Investitionen in Spitzenforschung. Prodi berief sich auf den Sondergipfel des Europäischen Rates in Lissabon, bei dem sich europäische Staats- und Regierungschefs verpflichtet haben, die Wirtschaft und die Gesellschaft Europas zu modernisieren und Europa zur dynamischsten wissensbasierten Gesellschaft in der Welt zu machen. "Natürlich kann es keine wissensbasierte Wirtschaft ohne Wissen geben. Aus diesem Grunde müssen wir in Spitzenforschung investieren", so Prodi. Der Kommissionspräsident hob einige Schritte hervor, die notwendig sind, um Europa zur dynamischsten wissensbasierten Gesellschaft in der Welt zu machen: - wesentlich höhere Investitionen in Forschung und Kommunikationstechnologien; - Anschluss aller europäischen Schulen und Universitäten an das Internet; - schulische Vorbereitung der jungen Bevölkerung auf das digitale Zeitalter; - Ausbildung und Weiterbildung unserer Erwerbsbevölkerung; - Vermittlung neuer Fertigkeiten für die neue Wirtschaft; - Wiederherstellung der richtigen Bedingungen für Vollzeitbeschäftigung. Ebenso machte Prodi auf die Notwendigkeit aufmerksam, effiziente Mittel zur schnellen Wissensverbreitung zu entwickeln sowie computerversierte Arbeiter in IT-Fähigkeiten auszubilden. Doch dies müsse geschehen, ohne dabei eine neue Kluft zu schaffen. "Die neuen Technologien dürfen die Kluft zwischen Arm und Reich, Qualifiziert und Unqualifiziert nicht weiter vergrößern. Dies würde die soziale Ausgrenzung verschlimmern und soziale Ausgrenzung ist schlichtweg inakzeptabel", so Prodi.