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Inhalt archiviert am 2022-12-07

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Frankreich ruft zu einem "Europäischen Innovationsraum" auf

Hochrangige Vertreter aus den EU-Mitgliedstaaten und anderen Ländern trafen sich am 21. November in Lyon mit Innovatoren, Unternehmern und Forschern, um über die 15 wichtigsten Faktoren für den zukünftigen Erfolg der Innovation in Europa zu diskutieren. Die Veranstaltung, die ...

Hochrangige Vertreter aus den EU-Mitgliedstaaten und anderen Ländern trafen sich am 21. November in Lyon mit Innovatoren, Unternehmern und Forschern, um über die 15 wichtigsten Faktoren für den zukünftigen Erfolg der Innovation in Europa zu diskutieren. Die Veranstaltung, die von dem französischen Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Industrie sowie dem französischen Ministerium für Forschung organisiert wurde, folgte unmittelbar auf das zweite Forum der Europäischen Kommission zu Innovation und Unternehmertum. "Wir müssen Europas innovierende Partner zusammenbringen...um voran zu kommen", so Laurent Fabius, der französische Minister für Wirtschaft, Finanzen und Industrie in seiner offiziellen Eröffnungsrede der Veranstaltung. "Es kann sein, dass sich unsere Bemühungen über die Länder zerstreuen. Wenn es keinen europaweiten Ansatz gibt, wird Europa weniger profitieren." Weiter forderte er - bei gleichzeitiger Anerkennung der Subsidiarität - eine Koordinierung der einzelstaatlichen Politiken, um einen "Europäischen Innovationsraum" zu erreichen. In drei Gremien wurden folgende Themen erörtert: "Gesellschaft, Wachstum und Innovation", "Finanzierungen, Kapital, und Innovation" sowie "Forschung, Technologie und Innovation." Später wurden die Teilnehmer aufgefordert, die verschiedenen Triebkräfte für Innovation, die in den Präsentationen der Redner genannt wurden, nach Wichtigkeit zu ordnen. Die Ergebnisse waren wie folgt: Am runden Tisch über "Gesellschaft, Wachstum und Innovation": - Heranbildung zur Innovation und Förderung unternehmerischer Initiative; - Aufdecken von neuen, notwendigen Fertigkeiten und entsprechende Anpassung des Bildungssystems; - Entwicklung von Werkzeugen und Diensten für die Informationsgesellschaft zur sozialen Integration - einschließlich dem Internet; - öffentliche Bewusstseinsbildung hinsichtlich der Wissenschaft; - Förderung organisatorischer Innovation. Am runden Tisch über "Finanzierungen, Kapital, und Innovation": - Unterstützung innovativer Unternehmen in der Anfangsphase; - Mobilisierung privater Finanzierung für Innovation; - Koordinierung nationaler und europäischer Unterstützungsmechanismen für innovative Unternehmen; - Förderung der Entwicklung von europäischem Risikokapital; - Dezentralisierung der europäischen Unterstützung für Innovationen in KMU. In der Konferenz am runden Tisch über "Forschung, Technologie und Innovation" wählten die Teilnehmer folgende prioritären Handlungsmaßnahmen aus: - Förderung der F&E-Bemühungen in Europa; - Förderung der Innovation in KMU auf der Grundlage von Forschungsergebnissen; - Einführung eines europäischen Patents, das auf die Bedürfnisse der Antragsteller abgestimmt ist; - Förderung der Mobilität europäischer Forscher; - Steigerung der Attraktivität Europas für die besten Forscher der Welt. Nach Worten des Dankes an die französische Regierung, dass sie Innovation als vorrangiges Thema ihrer derzeitigen Ratspräsidentschaft der Europäischen Union gewählt habe, richtete sich Erkki Liikanen, das für Unternehmen und die Informationsgesellschaft zuständige Mitglied der Europäischen Kommission, an die Teilnehmer und erklärte: "Die Gipfel von Fiera und Lissabon kennzeichneten den Beginn eines Prozesses, der die Kommission anregte, sich selbst ehrgeizige Ziele zu setzen, und erneut darin bestärkte, dass Innovation ein wichtiger Faktor ist...Die Entwicklung innovativer Unternehmen ist eine der vordergründigsten Zielsetzungen der Innovationspolitik." Liikanen sprach von der Notwendigkeit, die Start-ups durch Strukturen und Dienste wie beispielsweise Business Angels und Gründerzentren zu unterstützen. "Informationsaustausch und gegenseitige Unterstützung sollten zu einem globalen Ansatz auf europäischer Ebene führen...(und) Benchmarking ermöglicht es, die besten Praktiken herauszufiltern und diese konsequent anzuwenden", erklärte der Kommissar. Ferner machte er auf die Notwendigkeit aufmerksam, sich vor Überregulierung in Acht zu nehmen: "Ziel der Kommission ist es, die Vorschriften und Regulierungen zu beseitigen, die in der Praxis nicht von Nutzen sind", so Liikanen. "Ebenso von Bedeutung sind die Begriffe der Co-Regulierung und des Co-Managements; so sollten wir eventuell die Selbstregulierung in Betracht ziehen." Des Weiteren streiften die Teilnehmer des Symposiums, zu denen der französische Minister für Forschung, Roger-Gérard Schwartzenberg, José-Mariano Gago, der portugiesische Minister für Wissenschaft und Technologie, sowie Philippe Busquin, der EU-Kommissar für Forschung, gehörten, die Frage der ethischen Herausforderungen. Diese "sind beinahe ebenso umfassend wie die rahmensetzenden Fragen, insbesondere auf dem Gebiet der Biotechnologie", erklärte Kommissar Liikanen. "Die Kommission hat eine wichtige Rolle bei der Förderung der Innovation und der Wiederherstellung des Vertrauens zu spielen." Laurent Fabius teilte diese Ansicht. "Wir investieren mehr Zeit in die Kosmetikforschung als in die Forschung für die Malariabekämpfung", so Fabius. Er betonte dabei die Notwendigkeit, bei Innovationen mehr und mehr ethische und moralische Aspekte in Betracht zu ziehen. "Europa ist zur Innovation verpflichtet und hat zweifellos die Mittel, um zu einem innovativen und starken Europa zu werden." Philippe Busquin war in dieser Hinsicht etwas zurückhaltender. Er stimmte zwar zu, dass die Europäische Union Marktanteile in der Luft- und Raumfahrttechnologie wie auch in der Biotechnologie habe, war aber der Ansicht, dass die Gesamtleistung der EU auf dem Gebiet der Innovation "bei weitem zu schwach" sei. Der Schlüssel zur Verbesserung der Innovationsinitiative sei eine bessere Organisation der Forschung innerhalb Europas, so Busquin. "Innovation ist mehr als Forschung, aber die Forschung ist nach wie vor eine Kernvoraussetzung für die Innovation und das wird häufig vergessen. In meiner Eigenschaft als Forschungskommissar bin ich hier, um jeden daran zu erinnern, dass unsere Zahl von 1,8 Prozent [des europäischen BIP, das in die Forschung investiert wird] weit hinter den USA und Japan liegt...In jedem einzelnen Mitgliedstaat müssen Anstrengungen unternommen werden, um das Forschungsbudget anzuheben", fügte Busquin hinzu und hob vor allem die Notwendigkeit einer fortwährenden "offenen Koordinierung" hervor. "Es ist keine Sache von Intelligenz, was Europa betrifft, sondern Europa ist nicht in der Lage, sich den Wert seiner Forschung zunutze zu machen, indem dieser in Arbeitsplätze und Wachstum umgewandelt wird", folgerte Schwartzenberg. "Um den Anforderungen der Innovationsgesellschaft gerecht zu werden, muss Europa die Dinge beschleunigen...Wenn das Europa der Innovation in die Realität umgesetzt werden soll, dann muss dieses Jahrzehnt das Jahrzehnt der Innovation sein, weil wir ansonsten unseren Rückstand niemals aufholen werden."

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