Östros stellt Tagesordnung des Rates der Forschungsminister vor
Die Einstellung von mehr jungen Leuten in den Bereichen Wissenschaft und Forschung und die Verbesserung des Verhältnisses von Wissenschaft und Gesellschaft stehen beim Treffen des Rates der Forschungsminister vom 1. bis 3.März auf der Tagesordnung. Dies teilte Thomas Östros, der schwedische Minister für Bildung und Wissenschaft und derzeitige Vorsitzende des Rates der Forschungsminister, mit. Minister Östros umriss die Tagesordnung des Rates der Forschungsminister anlässlich eines Symposiums zum Thema "Europa mit menschlichem Antlitz" am 26. Februar in Uppsala (Schweden). "Wie man ein Aufbaustudium für junge Leute attraktiver macht, wie man mehr Studenten dazu ermutigt, eine berufliche Laufbahn in der Forschung einzuschlagen, und wie man Europa zu einem attraktiveren Arbeitsmarkt für international tätige Forscher umgestaltet, dies sind die zentralen Fragen in den meisten Wissenschaftsgebieten", so Östros. "Meiner Meinung nach müssen wir mehr auf die Ausbildung auf Post-Promotionsniveau achten; diese Ebene wurde von den europäischen Ländern für lange Zeit größtenteils nicht wahrgenommen", fuhr er fort. Zum Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft äußerte sich der Minister wie folgt: "Wir müssen innerhalb der Gesellschaft sowohl das Interesse an der Forschung stärken als auch das Wissen darüber vermehren. Außerdem müssen wir Forscher und Entscheidungsträger dazu bringen, auf die Fragen und oftmals auch die Beunruhigung, die von den Bürgern zum Ausdruck gebracht wird, zu hören und diese stärker zu berücksichtigen." Hinsichtlich des Vorschlags der Europäischen Kommission für das nächste Rahmenprogramm, der von dem für Forschung zuständigen Kommissionsmitglied Philippe Busquin am 21. Februar vorgestellt wurde, nannte Minister Östros drei vorrangige Bereiche der schwedischen Präsidentschaft für die künftige europäische Forschungspolitik. Zum ersten "hält es die schwedische Präsidentschaft für sehr wichtig, dass ein "Europäischer Forschungsraum" durch Zusammenarbeit und Vernetzung auf freiwilliger Basis mit frei gewählten Zielsetzungen geschaffen wird", so Östros. Entscheidungen über die Art der Finanzierung der Forschung sollten auf Grundlage wissenschaftlicher Spitzenleistungen und der Qualität der Forschung getroffen werden, fuhr der Minister fort und schloss: "Wir betrachten es als entscheidend, dass die große Bedeutung der Sozial- und Geisteswissenschaften im neuen Rahmenprogramm ihren Niederschlag findet." Östros war darauf bedacht, die Bedeutung der Sozialwissenschaften zu umreißen. "Meiner Meinung nach sind die Beiträge von Sozial- und Geisteswissenschaftlern von höchster Bedeutung für unsere Bemühungen um die Sicherung einer lebenskräftigen Wirtschaft, die Stärkung der Demokratie und Menschenrechte, ein besseres Verständnis des Menschen und seiner Umwelt sowie die Verbesserung der Lebensqualität und das Wohlergehen jedes Einzelnen in einer globalen wissensbasierten Gesellschaft." Die Sozialwissenschaften sollten nicht von den exakten Naturwissenschaften in den Schatten gestellt werden, so Östros: "Die rasanten Entwicklungen in Wissenschaften wie der Biotechnologie verringern nicht den Bedarf an Sozial- und Geisteswissenschaften. Im Gegenteil: Sozial- und Geisteswissenschaften gewinnen sogar an Bedeutung für das Verständnis der Lage des Menschen in einer modernen Gesellschaft, die sich durch rasche technologische Fortschritte, Globalisierung und neue kulturelle Muster auszeichnet." Minister Östros wies auf Schwedens erhebliche Forschungsaufwendungen hin - die mit fast vier Prozent über denen der übrigen EU-Mitgliedstaaten liegen - und betonte die Überzeugung der Schweden, dass eine starke Rolle des Staates zu guten Ergebnissen beitrage. "Wir sind der Auffassung, dass die Grundlagenforschung ebenso neues Wissen bringen kann wie viele wichtige Innovationen, und dass der Staat eine besondere Verantwortung für die Gewährleistung der Freiheit der Forschung hat", sagte er.
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