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Inhalt archiviert am 2022-12-21

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PVC in der Diskussion

Der Ausschuss des Europäischen Parlaments für Umweltfragen, Volksgesundheit und Verbraucherpolitik hat vorgeschlagen, unter dem nächsten FTE-Rahmenprogramm der Kommission ein Forschungsgebiet vorzusehen, dass sich mit der Untersuchung des Lebenszyklus von Polyvinylchlorid- (PV...

Der Ausschuss des Europäischen Parlaments für Umweltfragen, Volksgesundheit und Verbraucherpolitik hat vorgeschlagen, unter dem nächsten FTE-Rahmenprogramm der Kommission ein Forschungsgebiet vorzusehen, dass sich mit der Untersuchung des Lebenszyklus von Polyvinylchlorid- (PVC-) Produkten und Substitutionsprodukten beschäftigt. Außerdem sollten bei der Forschung über die Verbrennung von PVC Möglichkeiten zur Rückgewinnung der schädlichen Salzsäure berücksichtigt werden. Bei der Verabschiedung eines Berichts von Guido Sacconi (SPE, I) über das Grünbuch der Europäischen Kommission über die Auswirkungen von PVC auf die Umwelt verlangte der Ausschuss die Trennung von hartem und weichem PVC. Darin ist festgehalten, dass Hart-PVC auf Grund seines hohen Chloranteils auf Deponien entsorgt, Weich-PVC jedoch verbrannt werden sollte, um die Gefahr der Freisetzung von Phthalaten zu senken. Der Ausschuss fordert nun die Kommission auf, eine Gesetzesvorlage für die getrennte Sammlung von PVC-Produkten vorzulegen, mit der die Problematik auf Grund der Präsenz von PVC bei der Verbrennung angegangen wird. Der Ausschuss schlägt außerdem die Anwendung des Verursacherprinzips für PVC-Abfälle im Rahmen einer Strategie vor, bei der die Hersteller unterstützt werden, wenn sie bessere Filteranlagen installieren, sodass die Kosten, die durch Korrosion auf Grund des PVC-Anteils im Abfall entstehen, ausgeglichen werden. PVC wurde mit verschiedenen Gesundheits- und Umweltproblemen in Verbindung gebracht, zu denen unter anderem Unfruchtbarkeit und Emissionen von giftigen Chemikalien wie etwa Dioxinen zählen. Das Grünbuch der Kommission zu PVC geht auf diese Fragen ein, indem es eine wissenschaftliche Bewertung der Umweltauswirkungen von PVC in seinem gesamten Lebenszyklus durchführt und Möglichkeiten untersucht, mit denen sich die schädlichsten Auswirkungen verringern lassen. Es beschäftigt sich mit PVC-Produkten, der Verwendung von Additiven und der Abfallwirtschaft. Der Ausschuss vertritt die Auffassung, dass die Anstrengungen der PVC-Industrie zur Lösung des Problems der toxischen Additive, die bei der Herstellung von PVC oft verwendet werden, unzureichend sind. Er forderte die Kommission auf, die Verwendung von Kadmium- und Blei-Stabilisatoren schrittweise einzustellen und den Import solcher Stoffe aus Drittländern zu untersagen. Außerdem bat er die Kommission, Alternativen für die Verwendung von Phthalaten als Weichmacher (zur Herstellung von Weich-PVC-Produkten) zu prüfen. Diese werden verdächtigt, als Hormone getarnt Fruchtbarkeitsprobleme auszulösen. Der Ausschuss verlangte von der Kommission, Alternativen zu prüfen und Zielwerte für die Beschränkung ihrer Verwendung insbesondere in medizinischen Geräten aufzustellen. Es sei außerdem notwendig, die Forschung hauptsächlich im Bereich des chemischen Recycling weiter zu entwickeln; dazu wurde ein Recyclingmodell auf Grundlage der Richtlinie über Altfahrzeuge vorgeschlagen, sodass PVC eine Markierung erhält, mit der es leichter von anderem Kunststoffabfall unterschieden werden kann. Allerdings ist der Ausschuss der Meinung, dass eine solche Regelung nur dann in Kraft treten sollte, wenn im Einklang mit den Herstellern aufgestellte präzise Ziele für die Verwertung von Abfällen nicht erreicht werden. Das Parlament stimmt auf seiner Tagung im April in Straßburg über den Bericht ab.

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