EU und Rio-Gruppe verpflichten sich, die digitale Kluft zu überwinden
Auf einem Ministertreffen zwischen der Rio-Gruppe und der Europäischen Union am 28. März in Santiago de Chile diskutierten die Minister, wie Lateinamerika und die Karibik von der "New Economy" profitieren können und wie die digitale Kluft geschlossen werden kann. Das Treffen fand im Kontext der neuen Beziehung, die zwischen den beiden Regionen geschaffen wird, statt. Diese Beziehung rührt vom "Ersten Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union und von Lateinamerika und der Karibik" her, der vom 28. bis 29. Juni 1999 in Rio de Janeiro (Brasilien) stattfand. Es was das zehnte Ministertreffen mit dem Ziel, Dialoge zwischen den beiden Seiten zu erleichtern und die Beziehung dynamischer zu gestalten. Die Minister erkannten an, dass die Chancen der technologischen Globalisierung von einigen Ländern genutzt wurden und hauptsächlich einigen wenigen Unternehmen und hochqualifizierten Beschäftigten zum Vorteil gereichten. Aus diesem Grund, kamen die Delegierten überein, ist die technologische Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sogar größer als die Unterschiede in der Produktivität und dem sozioökonomischen Gemeinwohl. In Lateinamerika erfordert der Übergang zu einer Informationsgesellschaft eine Koordinierung zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor, so die Minister. Dadurch werden die Ungleichheiten bei der Verbreitung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien herabgesetzt. Die Minister wiesen auf die Bedeutung eines breitangelegten und gleichberechtigten Zugangs zu neuen Informationstechnologien hin und sagten zu, die bi-regionale Zusammenarbeit im Hinblick auf die Reduzierung der Unterschiede beim Zugang und auf die Erleichterung des Technologietransfers an weniger begünstigte Regionen weiter zu fördern. Die Minister erklärten auch, dass größere Sektoren der Gesellschaft von den neuen Technologien profitieren sollten. Die Regierungen verpflichteten sich, Kooperationsprogramme zur Gestaltung systematischer Strategien für den Technologietransfer und Investitionen in Bereichen wie Telematik, Informationsgesellschaft und Fernunterricht zu erarbeiten. Die Rolle der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) bei der Förderung der Demokratie wurde von den Ministern ebenfalls anerkannt. Sie wiesen darauf hin, dass elektronische Geräte als ein Instrument in der öffentlichen Verwaltung genutzt werden können, um die zivile Gesellschaft an politischen Debatten zu beteiligen.