Positive Elemente des RP5 sollten laut Portugal im RP6 nicht fehlen
In seiner offiziellen Reaktion auf die Vorschläge der Europäischen Kommission für das nächste Rahmenprogramm und den Europäsche Forschungsraum (EFR) begrüßt das portugiesische Ministerium für Wissenschaft und Technik den Vorschlag als einen "Schritt nach vorn", machte aber auf viele Bereiche aufmerksam, die nach Meinung des Ministeriums im aktuellen Rahmenprogramm besser bedient werden. Das portugiesische Ministerium würde gerne mehr Möglichkeiten für internationale Zusammenarbeit und Forschung über Gefahren und Naturkatastrophen, Landwirtschaft, Fischerei und Wälder, Energie, nukleare Sicherheit und Schutz, die Bereiche Sozialwissenschaften sowie Meereswissenschaften und -technologie eingeschlossen haben. "Portugal kann es weder akzeptieren, dass die europäischen Kompetenzen in diesen Bereichen aufhören sollen, noch die Tatsache, dass es nicht als eine Priorität für das RP6 [Sechstes Rahmenprogramm] angesehen wird", so das Positionspapier in Bezug auf Meereswissenschaften und -technologie. Hinsichtlich der Sozial- und Humanwissenschaften wird im Papier der Standpunkt vertreten, dass die im RP5 (Fünftes Rahmenprogramm) berücksichtigten Themen noch immer bedeutend und relevant sind. "Aus diesem Grunde sollten sie weiterhin im RP6 in Betracht gezogen werden, insbesondere da die Zahl der Aufrufe und gebilligten Projekte eindeutig nicht ausreichten, um die Fragen richtig zu erforschen", führt das Papier weiter aus. Das portugiesische Ministerium stellt außerdem ein paar der von der Europäischen Kommission als vorrangig ausgewählten thematischen Bereiche in Frage, und zwar die Bereiche Genomik und Biotechnologie sowie Luft- und Raumfahrt. Gesundheits- und Krankheitskontrolle sollte einer der Bereiche sein, auf den Genomik und Biotechnologie (ebenso wie andere Techniken) das Hauptaugenmerk richten sollte, heißt es im Papier. "Andere Aspekte als Genomik und Biotechnologie finden kaum Erwähnung. Wir sind der Meinung, dass dies korrigiert werden sollte." Umgekehrt wird der Bereich Luft- und Raumfahrttechnik von Portugal als ein Bereich angesehen, der "eine Verschwendung von Anstrengungen und Ressourcen des Rahmenprogramms ohne Mehrwert für Europa darstellen könnte." Auch wenn es wichtig ist, das Europäische Raumfahrtprogramm mit anderen Forschungslinien zu koordinieren, so sollte nach der Argumentation im Positionspapier dies unter der Federführung der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) geschehen. Die thematischen Bereiche sind zudem in Bezug auf die beiden vorgeschlagenen neuen Instrumente umstritten - Spitzenforschungsnetze und große integrierte Projekte. Portugal begrüßt den Vorschlag, Spitzenforschungsnetze einzurichten, jedoch sollten sie nicht ausschließlich für diejenigen Bereiche sein, die als thematische Prioritäten ausgewählt werden. "Wenn wir das tun, laufen wir Gefahr das zu stärken, was bereits gut entwickelt und optimiert ist, anstatt das zu unterstützen, was sowohl im Hinblick auf die Qualität der Aktivitäten als auch im Hinblick auf die Qualität der Ergebnisse bedeutend verbessert werden kann", heißt es im Dokument. Diese Sorge ist auch für die Zurückhaltung Portugals hinsichtlich der integrierten Projekte verantwortlich. "Die Konzentration der integrierten Projekte in den vorrangigen thematischen Bereichen des RP, wie sie von der Kommission vorgeschlagen wurden, bergen die Gefahr, dass Ressourcen von bereits etablierten Interessen aufgebraucht werden, statt eine effektive Entwicklung von Wissen und innovativen Technologien zu fördern", so das Ministerium. Das Hauptziel der vom Rahmenprogramm unterstützten Politik der Europäischen Gemeinschaft sollte die Schaffung einer echten europäischen Wissenschaftsgemeinschaft höchsten Standards sein, in der Mobilität uneingeschränkt möglich ist, so das Papier. Weiterhin führt das Ministerium an, dass zur Förderung der Ausbildung, Mobilität und Anziehungskraft von Europa für Forscher aus anderen Kontinenten, die für das RP6 vorgesehenen Haushaltsmittel wesentlich höher angesetzt werden müssten.
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