Schwedische Innovationsbehörde im Gespräche mit CORDIS-Nachrichten
Vinnova, die neue schwedische Behörde für Innovationssysteme, ist eine Anlaufstelle für Wissenschaftler, Unternehmen, die Gesellschaft und die Politik, sagte Per Eriksson, der Direktor der Behörde, gegenüber CORDIS-Nachrichten. Vertreter dieser Gruppen bilden einen Ausschuss, der Vorschläge für die Arbeitsprogramme der Behörde unterbreitet. Laut Eriksson brachte die Einrichtung dieses Ausschusses bereits Neuerungen in den Programmen gegenüber dem Vorgänger von Vinnova. Vinnova wurden in erster Linie folgende Aufgaben übertragen: Finanzierung von Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsmaßnahmen, die auf Anforderungen des öffentlichen und des privaten Sektors eingehen, Förderung der Kooperation zwischen Hochschulen, industriellen Forschungsinstituten und der Wirtschaft, Unterstützung der Verbreitung von Informationen und Wissen vor allem an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Stärkung der Präsenz Schwedens in den FuE-Programmen der EU und Stärkung der Rolle der Forschungsinstitute in Innovationssystemen. Die Agentur finanziere die industrielle Forschung, um so das, wie Eriksson betont, "nachhaltige" Wachstum zu fördern. Vinnova sei darauf ausgerichtet, die Forschung mit den gesellschaftlichen Anforderungen abzustimmen. Die Gründung der Behörde gehe auf Untersuchungen zurück, die aufzeigten, wie wichtig das Wissen über Innovationssysteme ist, so Eriksson gegenüber CORDIS-Nachrichten. Zweck der Innovationsbehörde sei die Verdeutlichung des Zusammenhangs zwischen Forschung und Wachstum. Vinnova versuche insbesondere Hitech-KMU zu fördern. Er fügte jedoch hinzu, dass auch "Lowtech"-KMU gefördert werden, jedoch in Zusammenarbeit mit einer anderen Behörde. Außerdem helfe die Behörde KMU bei deren Antrag auf Teilnahme an EU-Projekten und bei der Kontaktaufnahme zu Hochschulen und Forschungsinstituten und trete gegenüber Forschungsinstituten für mehr Zusammenarbeit mit KMU ein. Wie Eriksson bemerkte, sei das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Wirtschaft "recht gut" und werde "immer besser". Der Grund hierfür liege vor allem in einem relativ neuen Gesetz, das Hochschulen neben der Lehre und praktischen Forschung zur Zusammenarbeit mit ihrem näheren Umfeld verpflichtet. Aus seiner Sicht seien die Hochschulen damit gezwungen, ihre Beziehungen zur Wirtschaft zu vertiefen. Er fügte jedoch hinzu, dass "noch viel zu tun" bleibe. Eriksson hält die EU-Mittel für recht wichtig. Darüber hinaus entwickele sich der Technologietransfer dank der Unterstützung der EU-Programme schneller, als dies ohne sie der Fall wäre. Er zeigte sich jedoch nicht einverstanden mit dem Begriff "Technologietransfer", denn die Technologie werde nicht zwischen Menschen weitergegeben, die zusammenarbeiten und zwischen Wissenschaft und Industrie pendeln. Vinnova soll auf lange Sicht auch für die Förderung der Innovationssysteme in den Regionen und die Zusammenfassung verschiedener Bereiche in einem Programm, wie z.B. Biotechnologie und Informationstechnologie, zuständig sein.