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iSocial: Decentralized Online Social Networks

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Ein Schritt in Richtung dezentralisierter sozialer Netzwerke für eine bessere digitale Wirtschaft der Zukunft

Die sozialen Netzwerke verändern das Internet: Seine Struktur und Architektur wandeln sich, und es eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Eine EU-Initiative soll zu einem Wandel von zentralisierten Diensten hin zu völlig dezentralen Systemen beitragen, um die zukünftige Leistung sozialer Online-Dienste positiv zu beeinflussen.

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Im Rahmen des EU-geförderten Projekts ISOCIAL (iSocial: Decentralized online social networks) wurde näher untersucht, welche Voraussetzungen zu erfüllen sind, um Plattformen für dezentralisierte soziale Netzwerke entwickeln zu können. "Mit der Dezentralisierung sozialer Netzwerke können Überlegungen hinsichtlich des Datenschutzes umgesetzt werden. Gleichzeitig bleibt der Dienst skalierbar, leistungsfähig und fehlertolerant, während die Anzahl der Nutzer und Anwendungen steigt", sagt Projektkoordinator und Associate Professor Girdzijauskas. In Europa mangelt es allerdings an Fachkräften, die dezentralisierte IT-Plattformen und -Infrastrukturen entwickeln können, welche innovative soziale Netzwerke und die zugehörigen Anwendungen hosten können. Daher bestand das wichtigste Projektziel darin, ein Schulungsprogramm von Weltklasse für die nächste Generation von Forschern, IT-Wissenschaftlern und Webdesignern zu entwerfen. Durch das ISOCIAL-Schulungsnetzwerk wurden insgesamt 16 Stipendiaten finanziert, deren Arbeit vier zusammenhängende Forschungsansätze abdeckte: dezentralisierte Infrastruktur, Big-Data-Analytik und maschinelles Lernen, Sicherheit und Datenschutz sowie Simulation und Modellierung. Die Forschungsarbeiten umfassten sowohl theoretische als auch experimentelle Ansätze, Methodiken und Tools. Dies unterstützt die Entwicklung "völlig dezentraler Systeme, welche allgegenwärtig sein werden und nahtlos mit dem Internet und den Mediendiensten der Zukunft ineinandergreifen werden", erklärt Prof. Girdzijauskas. Die über ISOCIAL geförderten Forscher setzten einige wichtige Entwicklungen um, darunter Entwurf und Bau einer Peer-to-Peer-Architektur für verteilte, über dezentrale soziale Netzwerke ausgeführte Benachrichtigungssysteme. Sie entwickelten neuartige, in hohem Maß parallel ablaufende kurvenbasierte Algorithmen, die zu diesen Benachrichtigungssystemen passen, und erreichten, dass keine zentralen Aggregationspunkte mehr erforderlich sind. Die Stipendiaten arbeiteten zudem an der Integration von Kurvenanalytik mit maschinellem Lernen, um autonome Datenquellen sowie die Interaktionen von Nutzern in dezentralisierten Umgebungen zu analysieren. Das Verhalten der Nutzer positiv beeinflussen Die Bemühungen, Maßnahmen und Forschungsarbeiten des Projekts wurden insgesamt mit der Vision von ISOCIAL in Einklang gebracht, die zukünftige Bereitstellung sozialer Anwendungen und Dienste ohne zentrale Verwaltung und Steuerung zu unterstützen. "Wir glauben, dass dezentralisierte soziale Netzwerke das Nutzerverhalten möglicherweise erheblich verändern können und wesentliche Auswirkungen auf die Branchen für Inhalte, Medien und Kommunikation haben werden", sagt Prof. Girdzijauskas. "Verteiltes und skalierbares Overlay-Networking und verteilte Speicherinfrastrukturen, die offene soziale Netzwerke und verbundene innovative Anwendungen unterstützen, tragen auch dazu bei, die Privatsphäre und Daten der Endnutzer zu schützen. Das ISOCIAL-Konsortium organisierte eine Reihe von Veranstaltungen in ganz Europa, darunter jährliche Forschungstreffen, zwei intensive postgraduale Sommerkurse, drei Themen-Workshops und einen abschließenden, zusammenfassenden Workshop. Die Partner boten auch sieben Online-Kurse an. Zwei Videochallenge-Programme für Schüler und Studenten wurden organisiert – eines zum Thema "Online Social Networks for Health and Well-being" (Soziale Netzwerke für Gesundheit und Wohlbefinden) und ein weiteres zu "Online Social Networks for Social Good" (Soziale Netzwerke als soziales Gut). Die im Rahmen des Projekts geleistete Forschung führte zu 10 Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und 37 Konferenzbeiträgen, und in "Nature Physics" wurden bahnbrechende Modellierungen zur Erforschung sozialer Netzwerke veröffentlicht. Zum Ende des Projekts hatten drei Studenten ihre Doktorarbeit erfolgreich verteidigt, und voraussichtlich sieben weitere werden ihren Doktorgrad im Jahr 2017 erlangen. Neue Technologien für Netzwerke und Infrastrukturen Einige der in ISOCIAL entwickelten Technologien werden bereits von europäischen KMU angewendet. Dazu zählen ein Unternehmen für Sprachtechnologie, das die Textanalyse der nächsten Generation entwickeln möchte, und eine Firma, die Lösungen für Medienverbreitung und Leistungsanalyse anbietet. Das ISOCIAL-Schulungsnetzwerk sowie die allgemeinen Leistungen und Ergebnisse des Projekts ebneten den Weg für verbesserte Netzwerke und Infrastrukturen, die offene soziale Netzwerke und Anwendungen unterstützen. Im ISOCIAL-Abschlussbericht heißt es: "Der Bereich dezentralisierter sozialer Netzwerke wurde erheblich vorangebracht, indem völlig neue Technologien verfügbar gemacht wurden, die der dezentralen, auf gemeinsame Nutzung ausgelegten digitalen Wirtschaft der Zukunft den Weg bereiten werden." Die Entwicklungen und Ergebnisse des Projekts werden insgesamt dazu beitragen, die Privatsphäre und Daten der Endnutzer zu schützen, und die Bereitstellung neuartiger dezentralisierter Dienste unterstützen, indem Probleme hinsichtlich Energieeffizienz und Daten-Lock-in behoben werden.

Schlüsselbegriffe

Dezentralisierte soziale Netzwerke, soziale Online-Vernetzung, ISOCIAL, IT-Plattformen, maschinelles Lernen

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