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Infrastructure for Analysis and Experimentation on Ecosystems

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Europäische Infrastruktur für Ökosystemforschung

Die Ökosystemforschung erhält dank einer EU-finanzierten Initiative, die experimentelle und theoretische Plattformen zur Überwachung und Bewertung von Ökosystemen sowie der von ihnen bereitgestellten sozialen und landwirtschaftlichen Dienstleistungen entwickelt hat, einen starken Anschub.

Klimawandel und Umwelt
Lebensmittel und natürliche Ressourcen
Grundlagenforschung

Naturlandschaften und Anbauflächen in Europa stehen durch Landnutzungsänderung, Bevölkerungswachstum und Klimawandel unter Druck. Um die von ihnen gebotenen Dienstleistungen zu erhalten, brauchen europäische Landmanager und Wissenschaftler bessere Prognosewerkzeuge. Diesem Erfordernis widmete sich das Projekt ANAEE (Infrastructure for analysis and experimentation on ecosystems). Sein Ziel ist die Unterstützung der Wissenschaftler bei der Analyse, Bewertung und Prognose der Auswirkungen des Klimas und anderer globaler Veränderungen in den Diensten, welche Ökosysteme der Gesellschaft leisten. Dazu Projektkoordinator Dr. Abad Chabbi: „ANAEE zielt darauf ab, traditionelle Barrieren zu überschreiten, indem man an der Realisierung einer umfassenderen Vision der internationalen Kooperation zusammenarbeitet, wodurch ANAEE sowohl in Europa als auch weltweit Widerhall finden kann.“ Die Initiative stellt den Forschern die erforderliche Forschungsinfrastruktur (Research Infrastructure, RI) zur Verfügung, die gebraucht wird, um das Funktionieren von verwalteten und wilden Ökosystemen zu verstehen und zu modellieren sowie die Bioökonomie noch besser zu entwickeln. „ANAEE wird unser Wissen über Ökologie sowie unsere analytischen und entscheidungsfindenden Instrumente für einen kombinierten gesellschaftlichen Nutzen vorantreiben“, sagt Dr. Chabbi. Ein Visionsdokument hat die von dieser Forschungsinfrastruktur bereitzustellenden Dienste insbesondere durch eine zentrale Drehscheibe unter der Leitung eines Generaldirektors sowie dreier überstaatlicher Servicezentren (experimentell, analytisch und modellierend) ermittelt. „Koordinierung und Integration nationaler Plattformen durch letztere werden den internationalen Zugang, verbesserte Messungen und Datenharmonisierung, Technologieentwicklung, Verknüpfungen zwischen Daten und Modellen sowie den offenen Zugang zu Daten gewährleisten“, erläutert Dr. Chabbi. Auch die technischen Kriterien, welche die verteilten nationalen Plattformen erfüllen sollten, um ANAEE anzugehören, wurden entwickelt. Unter den nationalen Plattformen, die Interesse an ANAEE bekundeten, waren mehr als 100 auf der Basis von Exzellenzkriterien aufgelistet. Da jede ihre eigenen Protokolle und Instrumente aufweist, werden sie vor dem Beitritt zur Forschungsinfrastruktur ANAEE RI alle erforderlichen Aktualisierungen erhalten. Dr. Chabbi stellt fest: „Auf diese Weise werden sowohl die plattformübergreifende Nutzung von Plattformen in gesamteuropäischen Experimenten optimiert als auch im Endeffekt einzelne Plattformen derart einbezogen, so dass sie eine aktive Rolle bei der Bewältigung der wichtigsten Herausforderungen von ANAEE übernehmen.“ Somit beruht die Einzigartigkeit des ANAEE-Ansatzes für Ökosystemforschung auf deren Fähigkeit, mit einem Spektrum von nationalen Plattformen zusammenzuarbeiten. Sie umfassen natürliche, Open Air-Plattformen, Hosting von In-situ-Experimenten und repräsentieren eine breite Palette von bewirtschafteten und natürlichen Ökosystemen, welche die verschiedenen klimatischen und Landnutzungsbedingungen des Kontinents widerspiegeln. Geschlossene Plattformen mit stark kontrollierten Umgebungen erproben die Reaktion von Ökosystemen auf Extremereignisse, Naturgefahren und den Klimawandel. Überdies wenden analytische Plattformen neuartige Verfahren und dem neuesten Stand der Technik entsprechende Ausrüstung ein, um den Zustand von Ökosystemen noch besser zu charakterisieren und unbekannte Prozesse zu erkunden, während Modellplattformen auf Modellbildung und Simulationen spezialisiert sind. Die Bedingungen für den zukünftigen Zugang zu diesen Plattformen und den dort gesammelten Daten wurden ebenso wie die Beteiligung der Industrie ausgearbeitet. Mit Blick auf die Schaffung eines Konsortiums für eine europäische Forschungsinfrastruktur (European Research Infrastructure Consortium, ERIC) einigte man sich auf die rechtlichen und administrativen Aspekte. Zudem wurden die für den Betrieb der ANAEE RI erforderlichen finanziellen und personellen Ressourcen bewertet und ein Geschäftsmodell entwickelt. ANAEE wird es sowohl den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als auch der Gesellschaft im Ganzen ermöglichen, ihren Erkenntnisstand über Ökosystemprozesse und die entsprechenden Triebkräfte des Wandels zu bessern. Die Infrastruktur wird es der Forschergemeinschaft und den Entscheidungsträgern gestatten, auf die wachsenden Bedrohungen durch den Klimawandel zu reagieren und den Europäischen Forschungsraum (EFR) zu unterstützen, indem man Rückkopplungsmechanismen versteht und erfasst sowie qualitativ hochwertige Daten bereitstellt. Dr. Chabbi zufolge „wird sich ANAEE auf Europas Bioökonomie auswirken, indem es sich für Innovation einsetzt, neue Marktchancen generiert und die Wettbewerbsfähigkeit stärkt.“ Das Projekt wird die Industriezweige als Innovationsentwickler oder als Kunde unterstützen und somit die technologische und organisatorische Bereitschaft zur Entwicklung neuer Ökosystemexperimente erhöhen. ANAEE wird gleichermaßen die nächste Generation von Wissenschaftlern und Entscheidungsträgern ausbilden, um das Potenzial der gesammelten Daten zu maximieren.

Schlüsselbegriffe

Ökosystemforschung, ANAEE, Experimentieren, Erprobung, Klimawandel, Landnutzungsänderungen, Bioökonomie, Biowirtschaft, Konsortium für eine europäische Forschungsinfrastruktur, Europäischer Forschungsraum

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