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Kommission legt erste FuE-Leistungsbewertungszahlen vor

Die Europäische Kommission hat Schlüsselzahlen einer EU-weiten Leistungsbewertungsstudie vorgelegt, in der Zahlen auf nationaler Ebene, Humanressourcen, öffentliche und private Investitionen in FuE, wissenschaftliche und technische Produktivität und die Auswirkungen von FuE au...

Die Europäische Kommission hat Schlüsselzahlen einer EU-weiten Leistungsbewertungsstudie vorgelegt, in der Zahlen auf nationaler Ebene, Humanressourcen, öffentliche und private Investitionen in FuE, wissenschaftliche und technische Produktivität und die Auswirkungen von FuE auf wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung einander gegenüber gestellt werden. Die Ergebnisse sind je nach den verwendeten Indikatoren verschieden, lassen aber tendenziell erkennen, dass die skandinavischen Länder auf den oberen Plätzen der Rangliste zu finden sind, die dahinter zurückliegenden Länder dafür aber hohe Wachstumsraten aufweisen. In den meisten Fällen liegt die EU im Durchschnitt hinter den USA und Japan im Rückstand, es gibt aber auch Gebiete, wo dies nicht der Fall ist, wie beispielsweise der prozentuale Anteil viel zitierter wissenschaftlicher Veröffentlichungen. Bisher wurden Zahlen für vier Bereiche zusammengestellt, wobei für jedes Thema jeweils fünf Indikatoren verwendet wurden. Die Leistungsbewertung umfasste folgende Bereiche: - Entwicklung einer offenen Methode zur Koordination der Leistungsbewertung der nationalen Forschungspolitik: Ziele, Methoden und Indikatoren - Öffentliche und private Investitionen in FTE - wissenschaftliche und technologische Produktivität - Auswirkungen von FTE auf die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung. Der Anteil der Forscher an der Gesamtzahl der Beschäftigten ist in der EU mit 5,3 Promille bedeutend geringer als in Japan (9,3) und den USA (8,1). Finnland, das den höchsten Anteil von Forschern an der Gesamtzahl der Beschäftigten aufweisen kann, und Irland, wo dieser Anteil unterdurchschnittlich gering ist, sind diejenigen Länder, in denen die Zahl der Forscher am stärksten zunimmt. Auch andere Länder mit weniger Forschern verzeichnen eine überdurchschnittliche Zunahme der Anzahl der Forscher. Die Kommission wird sich anhand dieser Zahlen unter anderem mit folgenden Fragen befassen: Wie kommt der hohe Anteil von Forschern an der Gesamtzahl der Beschäftigten in Schweden und Finnland zustande? Und welche politischen und sonstigen Faktoren sind für den rapiden Anstieg der Anzahl der Forscher in Irland ausschlaggebend? Hinsichtlich der öffentlichen und privaten Investitionen verzeichnet die Studie die Gesamtaufwendungen für FuE im Verhältnis zum BIP, die Aufwendungen der Industrie für FuE im Verhältnis zur Industrieproduktion, der Anteil der jährlichen Haushaltsmittel der Regierung für FuE, der Anteil von KMU an öffentlich finanzierter, von der Wirtschaft durchgeführter FuE sowie die Höhe der Risikokapitalinvestition im Anfangsstadium im Verhältnis zum BIP. Das Ergebnis zeigt, dass FuE in Deutschland, Frankreich, Belgien und Dänemark intensiver als im EU-Durchschnitt betrieben wird, jedoch nur Belgien und Dänemark relativ hohe Wachstumsraten verzeichnen. Von den übrigen Mitgliedstaaten sei lediglich Portugal in einem echten Aufholprozess begriffen, meldet der Bericht. Die Forschungsausgaben in Schweden, Finnland, Deutschland und Dänemark sind mit denen der USA und Japans vergleichbar. Die Kommission will anhand dieser Statistiken untersuchen, welche politischen Instrumente zur Förderung des Aufholprozesses in den übrigen Ländern geeignet sind. Die Kommission entschied sich für die Untersuchung des Anteils von KMU an öffentlich finanzierter, von der Wirtschaft durchgeführter FuE, da "KMU anscheinend ein fruchtbarer Nährboden für neue Ideen und innovative Methoden sind". Aus den Ergebnissen geht eindeutig hervor, dass der Anteil von KMU an öffentlich finanzierter, von der Wirtschaft durchgeführter FuE in den kleineren Ländern wesentlich höher ist. Irland liegt mit 83,3Prozent an der Spitze, gefolgt von Griechenland, Portugal und Spanien. Hinsichtlich der wissenschaftlichen und technologischen Produktivität wurden in der Studie die Anzahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen und die Anzahl viel zitierter Beiträge pro Kopf bewertet. Die Anzahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen in Schweden, Dänemark, Finnland, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Belgien und Österreich übertrifft den EU-Durchschnitt wie auch die USA und Japan. Die Anzahl der viel zitierten Beträge pro Kopf ist in Schweden und Dänemark höher als in den Niederlanden, dem VK und Belgien. Zur Zusammenarbeit stellt die Studie fest, dass durchschnittlich 25Prozent der innovativen Unternehmen in der EU mit anderen Firmen, Universitäten oder öffentlichen Forschungszentren zusammenarbeiten. In den skandinavischen Ländern ist die Zusammenarbeit mit 50Prozent jedoch intensiver. Um einen Einblick in die Auswirkungen von FuE auf wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung zu gewinnen, wurden in der Studie Daten zur Arbeitsproduktivität zusammengestellt. Aus den Zahlen geht hervor, dass die Arbeitsproduktivität in den USA geringfügig höher als in der EU und weit höher als in Japan ist, das seinerseits jedoch die höchste Produktivitätswachstumsrate vor der EU und den USA aufweist. Innerhalb der EU verzeichnet Luxemburg das höchste Niveau und die zweithöchste Wachstumsrate bei der Arbeitsproduktivität. Die Studie wurde auf Veranlassung des Europäischen Rats von Lissabon durchgeführt, der die Entwicklung der Leistungsbewertung als Mittel zur Messung der Leistung der nationalen Forschungspolitik gefordert hatte. Die Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten wurde durch die Gründung einer Hochrangigen Gruppe (High Level Group, HLG), deren Mitglieder von den europäischen Forschungsministern ernannt wurden, gewährleistet. Ihre Aufgabe war es, dafür zu sorgen, dass nur die besten Beiträge aus nationalen Quellen verwendet wurden. Die Kommission richtete außerdem vier Expertengruppen für jeweils eines der in der Studie behandelten Themen ein.