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Inhalt archiviert am 2022-12-21

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Norwegen sorgt für unbürokratische Innovationsförderung

Ein innovatives System zur Innovationsförderung wäre eine recht gute Beschreibung für ein neues System, das vom norwegischen Forschungsrat eingeführt wurde. Es trägt die Bezeichnung FUNN und soll dazu beitragen, dass die angewandte Forschung in norwegischen Unternehmen zunimmt...

Ein innovatives System zur Innovationsförderung wäre eine recht gute Beschreibung für ein neues System, das vom norwegischen Forschungsrat eingeführt wurde. Es trägt die Bezeichnung FUNN und soll dazu beitragen, dass die angewandte Forschung in norwegischen Unternehmen zunimmt und gleichzeitig für ein besseres innovatives Klima sorgen. Überdies ist es eines der unbürokratischsten Förderprogramme, die in Europa für Innovation zur Verfügung stehen. Das Programm ist einfach strukturiert. Wenn sich ein norwegisches Unternehmen mit einem Forschungszentrum oder -institut, sei es ein norwegisches oder internationales, zusammentut, kann das Unternehmen über das Internet einen Antrag auf Fördermittel stellen. Innerhalb von zwei Wochen wird die Anfrage beantwortet. Wird keine Antwort erteilt, dann ist das Unternehmen automatisch qualifiziert. Der Bewerbungsprozess ist voll automatisiert und geht schnell vonstatten. Für dieses Programm stehen jährlich 200 Millionen Kronen (ca. 25,3 Millionen Euro) zur Verfügung, davon werden 50 Millionen Kronen (6,3 Millionen Euro) vom Forschungsrat bereitgestellt, der dieses Programm organisiert. Die Bedingungen sind minimal - um sich zu qualifizieren, muss das sich bewerbende Untenehmen lediglich finanziell stabil sein und mindestens 75 Prozent der Projektkosten selbst finanzieren. Je Bewerbung werden Fördermittel von bis zu einer Millionen Kronen (126.000 Euro) zur Verfügung stehen. "Dies wird nach dem Prinzip 'Wer zuerst kommt, mahlt zuerst' ablaufen", erklärt Roger Strøm, Projektmanager des FUNN-Programms. Strøm arbeitet noch immer daran, sicherzustellen, dass das Programm so unkompliziert und mit so wenig Verzögerungen wie möglich funktioniert. Ziel ist es, alle relevanten Informationen nicht mehr als zwei Mausklicks entfernt auf der Bewerbungswebsite bereit zu haben. Die erste Reaktion auf Bewerbungen um Fördermittel dauert durchschnittlich 15 bis 20 Minuten. Er weist darauf hin, dass dies norwegische Firmen nicht nur darin unterstützen werde, mehr Gewicht auf die Bedeutung von Forschung und Entwicklung zu legen, sondern ihnen auch Hilfestellung geben werde, enger zusammenzuarbeiten. Eine größere Zahl sich bewerbender Unternehmen bedeute höhere Zuteilungen. "Und für kleinere Firmen können sich durch das Zusammentun mit größeren Unternehmen bessere Verbindungen ergeben", so Strøm. Darüber hinaus ist die freie Wahl des Projektgegenstands gegeben, da keine Bewertung hinsichtlich seiner Priorität oder ethischen Implikationen erfolgt. FUNN ist bestrebt, den Prozess so einfach wie möglich zu gestalten. "Dieses Programm schließt andere Arten von Fördermaßnahmen nicht aus und umgekehrt", erklärt Strøm. "Tatsächlich kann dieses Geld verwendet werden, während man auf die Fördermittel der Europäischen Union wartet."