Skip to main content
Weiter zur Homepage der Europäischen Kommission (öffnet in neuem Fenster)
Deutsch de
CORDIS - Forschungsergebnisse der EU
CORDIS

Article Category

Inhalt archiviert am 2022-12-21

Article available in the following languages:

Busquin ruft zu pluralistischer Diskussion über Biotechnologie auf

Bei einem Rundtischgespräch zwischen dem Nichtständigen Ausschuss für Humangenetik und Vertretern der Zivilgesellschaft am 9. und 10. Juli hat Forschungskommissar Philippe Busquin zu einer "pluralistischen Diskussion" über Biotechnologie aufgerufen. Busquins Aufruf spiegelt d...

Bei einem Rundtischgespräch zwischen dem Nichtständigen Ausschuss für Humangenetik und Vertretern der Zivilgesellschaft am 9. und 10. Juli hat Forschungskommissar Philippe Busquin zu einer "pluralistischen Diskussion" über Biotechnologie aufgerufen. Busquins Aufruf spiegelt die Ansichten weiterer Anwesender bei den Anhörungen wider, die ihm beipflichteten, dass eine breit angelegte Diskussion notwendig sei, um zu einer gemeinsamen Grundlage von Gemeinschaftsvorschriften über Biotechnologie zu gelangen. Busquin forderte eine pluralistische Diskussion und betonte, dass die Einführung jeglicher neuer Technologien der Akzeptanz der Öffentlichkeit bedürfe. Er fügte hinzu, dass die Kommission bis Ende des Jahres eine strategische Vision für die Biowissenschaften bis zum Jahr 2010 vorlegen werde. Diese Vision werde die auf dem Lissabonner Gipfel festgelegten Ziele reflektieren und sich darauf konzentrieren, die Forschung in der EU voranzutreiben, um ihr eine internationale Dimension zu verleihen. Ferner wird sie Maßnahmen erörtern, die dazu dienen sollen, eine pluralistische Diskussion über Biotechnologie in Gang zu bringen. Die Vertreter der Zivilgesellschaft machten insbesondere auf andere Schwerpunkte auf dem Gebiet der Biotechnologie aufmerksam. Einige befürchteten, dass die Forschung über seltene Erkrankungen vielleicht zugunsten der Forschung über verbreitetere Krankheiten vernachlässigt werde, da sich dies als weitaus lukrativer erweisen würden. Kommissar Busquin antwortete darauf mit den Worten, dass es in der Verantwortung der Kommission läge, Labors, die sich mit seltenen krankhaften Veränderungen beschäftigen, zu unterstützen, damit sie diese Forschungsbemühungen eben nicht aufgeben. Kathleen Strong von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) forderte, dass Forschungsergebnisse den Bürgern weltweit zugute kommen sollten, insbesondere in den weniger entwickelten Ländern. Britische Fachleute sprachen sich für die Schaffung eines europäischen Netzwerks von Gentestzentren aus, sodass alle verfügbaren Tests öffentlich zugänglich seien und nicht erst nach günstigen Einkaufsmöglichkeiten gesucht werden müsse. Kein Konsens bei bioethischen Fragen konnte zwischen religiösen Organisationen und Patientenvereinigungen erzielt werden. Die Patientenvereinigungen forderten einen "sekulären Ansatz" der Forschung und erklärten, dass der Nutzen für die Patienten der wichtigste Aspekt sei. Gioia Scappucci von der EU-Bischofskonferenz (COMECE) rief jedoch zu einer Biotechnologieforschung auf, die eng mit einer angemessenen Reflexion über den Begriff der Würde des Menschen verknüpft ist. Sie hielt daran fest, dass die Nutzung von Embryonen für Forschungszwecke ebenso wie die Präimplantationsdiagnostik, welche die Bedrohung der Eugenik darstelle, verboten sein sollte.

Mein Booklet 0 0