Vision der Zusammenarbeit wird im Rahmen der GFS-Erweiterung Wirklichkeit
Die Bedeutung der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission wächst vor dem Hintergrund der beginnenden Arbeiten im Rahmen einer Forschungszusammenarbeit mit den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL). Es werden nun Vorschläge zur Erweiterung einer Reihe von Projekten im Rahmen des Arbeitsprogramms des Fünften Rahmenprogramms (RP5) der GFS in Betracht gezogen, um mittel- und osteuropäische Länder, die sich auf ihren Beitritt zur EU vorbereiten, mit einzubeziehen. Das neue, zahlreiche Projekte beinhaltende Programm wurde unter der Leitung des für Forschung zuständigen Kommissionsmitglieds Philippe Busquin und des neu ernannten Generaldirektors für Forschung Barry McSweeney aufgestellt. Es wird erwartet, dass die erhöhte Zusammenarbeit unter den EU-Mitgliedstaaten dazu beitragen wird, den Übergang zu einer erweiterten Europäischen Union zu erleichtern, und die ersten Schritte repräsentieren wird, die die Vision eines integrierten Europäischen Forschungsraums von Kommissar Busquin Realität werden lassen. Es ist das Ziel der Projekte, für die ein erhöhtes Budget von 20 Millionen Euro für die Dauer des aktuellen Rahmenprogramms (1998 bis 2002) zugeteilt wird, die Zusammenarbeit zu vertiefen und die Wissensbasis dieser Länder vor der geplanten EU-Erweiterung zu erhöhen. Die Projekte gehören zu den zwei Gebieten, die im Aufgabenbereich der GFS enthalten sind - das EU-Programm zur Forschung im Zusammenhang mit der EU-Politik sowie das Euratom-Programm zur Nuklearforschung. Es wurden insgesamt 18 Projekte ausgewählt, denen Priorität eingeräumt wird. Jedes davon ist direkt mit dem institutionellen Programm der GFS verbunden. Die ausgewählten Projekte sollten sich den besonderen Anforderungen des dem Beitritt vorausgehenden Prozesses widmen und dabei auf die bestehenden Fähigkeiten der GFS in Bezug auf ihre vier zentralen Kernkompetenzen zurückgreifen - Umwelt, Sicherheit der Nahrungsmittel und Chemikalien, Informationssysteme und -dienste sowie nukleare Sicherheit. Größeren Projekten wurde Priorität eingeräumt, um die Verteilung von Forschungsbemühungen auf zu viele verschiedene Aktivitäten zu verhindern. Eines der ausgewählten Projekte, "Management natürlicher und technologischer Gefahren", zielt darauf ab, Sicherheitsrisiken größeren Umfangs durch die Schaffung zentraler, kompatibler regionaler und nationaler Informationssysteme zu begegnen, um die Behörden der Beitrittsländer im Umgang mit Notsituationen zu unterstützen. Das Forschungsprogramm, das in Zusammenarbeit mit dem Institut für Systeme, Informatik und Sicherheit der GFS durchgeführt werden soll, beinhaltet die Risikoanalyse und das Management natürlicher und technologischer Gefahren sowie die Risikobewertung und Sanierungsstrategien für vergiftete Landstriche. Diese Bereiche können im Rahmen einer Koordination angegangen werden, da sie beide Methoden des Umgangs mit Risiken erfordern. Die Maßnahmen werden in Zusammenarbeit mit Laboratorien der MOEL durchgeführt. Es wird erwartet, dass das natürliche Ergebnis einer solchen Kooperation weitere gemeinsame Forschungsvorschläge mit der EU sein werden. Einhergehend mit dem Schwerpunkt der EU-Politik auf einer nachhaltigen Entwicklung wird das Projekt "Umwelt und solare Ressourcen" durchgeführt. Dieses Projekt basiert auf dem Weißbuch der Kommission "Energie für die Zukunft: erneuerbare Energieträger", in dem eine hundertfache Erhöhung der Verwendung photovoltaischer Systeme bis zum Jahr 2010 gefordert wird. Die Beitrittsländer sollen an einer EU-Forschungsmaßnahme beteiligt werden, um ihre nachhaltigen Energieressourcen einschätzen zu können, indem die potenziellen solaren Ressourcen dieser Beitrittsländer in Zahlen ausgedrückt werden und geeignete Bereiche für die Installation photovoltaischer Technologien gefunden werden. Die Maßnahmen werden in Zusammenarbeit mit dem Umweltinstitut der GFS und dem Institut für Raumfahrtanwendungen durchgeführt. Eine Reihe von Projekten wird ebenfalls im Rahmen des Euratom-Aufgabenbereichs der GFS realisiert. Eines dieser Projekte, "Combatting illicit trafficking of nuclear materials" (Bekämpfung des illegalen Handels mit Nuklearmaterial), soll in Zusammenarbeit mit dem Institut für Transurane (ITU) der GFS durchgeführt werden. Die Maßnahmen sollen auf der Basis des Fachwissens des ITU im Bereich der Analyse nuklearen Materials unbekannten Ursprungs durch die Sammlung von Daten über den illegalen Handel und die Einführung einer internationalen integrierten Strategie zur Bekämpfung des Problems durchgeführt werden. Auf diese Weise unterstützt das Projekt das Ziel der EU, die grenzüberschreitende Kriminalität durch eine erhöhte internationale Zusammenarbeit in den Griff zu bekommen. Die GFS ist auch in erhöhtem Maße an gemeinsamen Projekten mit Kostenbeteiligung zwischen unterschiedlichen Forschungskonsortien beteiligt. Der GFS wird seit 1994 eine Rolle in den gemeinsamen Bemühungen zugestanden. Während des Vierten Rahmenprogramms erwirtschaftete die GFS circa 20 Prozent ihres Gesamtbudgets durch wettbewerbliche Aktivitäten. Ein Drittel davon bezieht sich auf Kostenbeteiligungsprojekte, die durch spezielle FTE-Programme der EU kofinanziert wurden. Durch ihre Teilnahme an EU-Forschungskonsortien bildet die GFS strategische Bündnisse mit bedeutenden Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie mit Spitzenforschungszentren, um Wissen auszutauschen und in der weltweiten Forschung auf dem Laufenden zu bleiben. Dadurch kann die GFS als zentraler Punkt der Zusammenarbeit zur Förderung der europäischen Spitzenforschung und nicht als Konkurrent um öffentliche Mittel betrachtet werden. Wie die meisten Forschungsorganisationen nimmt die GFS ebenfalls Studenten aus der EU und assoziierten Staaten auf - zehn Fachleute aus assoziierten Staaten arbeiten im Moment auf dem Gelände der GFS. Erfolgreiche Doktoranden und promovierte Kandidaten erhalten ein Stipendium für die Dauer von 1 bis 3 Jahre. nombre del Instit