Forschung in der Landwirtschaft soll von der Struktur des EFR profitieren
Im Anschluss an die Gespräche zwischen der Europäischen Kommission und den für die Forschung in der Landwirtschaft zuständigen Direktoren (EURAGRI) aus den EU-Mitgliedstaaten wird ein europäischer Forschungsraum für die Landwirtschaft eingerichtet. Die am 21. September gemachte Ankündigung ist das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen, die auf ein erstes Treffen zwischen dem für Forschung zuständigen Kommissionsmitglied Philippe Busquin und der EURAGRI vom April 2000 zurückgehen. Kommissar Busquin begrüßte die Initiative und unterstrich die Funktion, die die Forschung in der Entwicklung der Landwirtschaft Europas einnehmen könnte. "Die Forschung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung nachhaltiger Formen der Landwirtschaft, die gleichzeitig den gesundheitlichen und qualitativen Normen und Anforderungen der Verbraucher entsprechen. Der Europäische Forschungsraum und das neue Rahmenprogramm beinhalten den Einsatz der zur Erreichung dieser Ziele notwendigen menschlichen und finanziellen Ressourcen, wobei dieser Einsatz über eine höhere Visionskraft und mehr Kohärenz verfügt", sagte der Kommissar. Die praktischen Einzelheiten des Vorschlags wurden Kommissar Busquin und dem für Landwirtschaft und Fischerei zuständigen Kommissionsmitglied Franz Fischler in einem Positionspapier der EURAGRI vorgelegt. Die darin vorgeschlagenen Maßnahmen umfassen die Vernetzung sowie die Koordinierung nationaler Forschungsprogramme für Nahrungsmittel und Landwirtschaft. Sie schließen ebenfalls die Option einer Öffnung gegenüber Dritten ein. Dies würde auf die Schaffung einer starken wissenschaftlichen Forschungsbasis zur Unterstützung der gemeinsamen Landwirtschaftspolitik der Europäischen Union hinauslaufen. Kommissar Fischler betonte den Bedarf der Landwirtschaft an weiteren wegbereitenden Forschungstätigkeiten zur Unterstützung ihrer Entwicklung. "Die Forschung in der Landwirtschaft kann die erforderliche Basis für einen verantwortlichen Einsatz neuer Technologien bereitstellen", sagte er und fügte hinzu, dass auf dem Gebiet der Biotechnologie nichts schlimmer sei als die Einstellung "Abwarten und Tee trinken". In dem EURAGRI-Papier werden Bereiche wie die Wechselbeziehung zwischen der Landwirtschaft und der Umwelt, die genetische Artenvielfalt, die Bio-Nanotechnologie, die logistischen Prozesse bei der Erweiterung, die biologische Landwirtschaft und die Ethik in der Lebensmittelproduktion als Bereiche hervorgehoben, in denen ein erheblicher Fortschritt durch die Schaffung von Spitzenforschungszentren möglich ist. EURAGRI hob ebenfalls einige bestehende Netzwerke der Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten hervor, die nach dem Willen dieses Gremiums erweitert werden sollen. In dem Papier wird ebenfalls vorgeschlagen, dass Qualifikationen wie ein Doktortitel in der Nahrungsmittel- und Landwirtschaftstechnik, die in diesem Bereich Tätige erworben haben, gegenseitig anerkannt werden müssten. Das Gremium wünscht sich ebenfalls die Gründung eines Forums, in dem die sich auf diesem Gebiet ergebenden Themen mit Interessengruppen in Europa diskutiert werden. Für das nächste Jahr ist eine Bürgerkonferenz geplant, die die Gründung des Forums unterstützen soll.