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Neue Finanzierungsinitiative zur Unterstützung der Diabetes-Forschung der EU

Die Diabetes-Forschung in Europa hat mit der Ankündigung einer bedeutenden Finanzierungsinitiative zur weiteren Untersuchung der Gefäßkomplikationen bei Typ-2-Diabetes einen bedeutenden Auftrieb erhalten. Das französische Pharmaunternehmen Servier wird Forschungszuschüsse in...

Die Diabetes-Forschung in Europa hat mit der Ankündigung einer bedeutenden Finanzierungsinitiative zur weiteren Untersuchung der Gefäßkomplikationen bei Typ-2-Diabetes einen bedeutenden Auftrieb erhalten. Das französische Pharmaunternehmen Servier wird Forschungszuschüsse in Höhe von insgesamt 1 Million Euro für den Zeitraum 2002 - 2004 zur Verfügung stellen. Die Mittel werden gemeinsam von der European Foundation for the Study of Diabetes (EFSD), der Forschungsstiftung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) sowie von Servier zugeteilt. Im Jahr 2002 wird es vier und in den Jahren 2003 und 2004 jeweils drei Zuschüsse geben. Die Fördermittel werden an gemeinnützige Einrichtungen für europäische Projekte vergeben, die sich intensiv mit Gefäßkomplikationen bei Typ-2-Diabetes befassen. Dabei werden insbesondere die Projekte Berücksichtigung finden, die weitere Erkenntnisse hinsichtlich der molekularen Mechanismen derartiger Komplikationen bei Diabetes bringen. Bei der Ankündigung der neuen Initiative auf der EASD-Jahreskonferenz vom 9. bis 13. September in Glasgow, Schottland, sagte der Vorsitzende der Vereinigung, Professor Jørn Nerup, dass Diabetes derzeit in westlichen Ländern zwischen 9 und 15 Prozent der Haushaltsmittel im Gesundheitsbereich verschlingt. "Es ist bedauerlich, dass mehr als 85 Prozent der Kosten von Diabetes durch Komplikationen verursacht werden, und deswegen ist eine qualitativ hochwertige Forschung dringend erforderlich", sagte Professor Nerup. "Wir müssen den Regierungen und anderen Fördereinrichtungen Augen und Ohren öffnen, damit sie erkennen, dass hier ein dringender Handlungsbedarf besteht." Professor Philippe Halban, Vorsitzender der EFSD, beschrieb die Partnerschaft mit Servier als "ein wundervolles Beispiel für eine wirkungsvolle Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlich medizinischem Interesse und der Industrie". Er fügte hinzu: "Wir hoffen, auf diese Weise nicht nur sehr schnell sehr dringend notwendige Gelder in die Diabetes-Forschung lenken zu können, sondern auch andere Einrichtungen auf nationaler Ebene und auf der Ebene der Europäischen Union auf den dringend notwendigen Handlungsbedarf aufmerksam machen zu können." Man hofft, dass die neue Initiative ein erster Schritt in Richtung Schließung der Lücke zwischen Europa und USA hinsichtlich der Finanzierung der Diabetes-Forschung ist und dass sie dazu beitragen wird, das Brain Drain der Wissenschaftler im Bereich Diabetes in die USA umzukehren. Im Jahr 2000 wurden in Europa weniger als 60 Millionen Euro für die Diabetes-Forschung ausgegeben, während in den USA im gleichen Zeitraum 1 Milliarde Euro investiert wurden. Ein wissenschaftlicher Prüfungsausschuss bestehend aus vier unabhängigen Experten wird zu Beginn jedes Jahres alle Bewerbungen prüfen und diejenigen in die engere Wahl ziehen, die den größten wissenschaftlichen Nutzen aufweisen. Die Vergabe der Zuschüsse wird jeweils im Mai bekannt gegeben. Für die Zuschüsse 2002 können jetzt Anträge eingereicht werden.

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