Busquin: Neuer Ansatz erforderlich, um Wissenschaft und Gesellschaft zu verbinden
Auf einer vom Europäischen Rat für angewandte Wissenschaften und Technik euro-CASE (European Council of Applied Sciences and Engineering) veranstalteten Konferenz zum Thema "Verbindung von Wissen und Gesellschaft" betonte EU-Forschungskommissar Philippe Busquin, dass es wichtig sei, Wissenschaft und Gesellschaft einander näher zu bringen, und dass europäische Forschungsprogramme ein gutes Mittel zur Erreichung dieses Ziels seien. Die Konferenz war eine Gelegenheit für euro-CASE-Akademien, über die bisher unternommenen Maßnahmen zur Intensivierung der Verbindungen zwischen Wissen und Gesellschaft zu reflektieren. Der Vizepräsident von euro-CASE und Präsident des italienischen Rats für angewandte Wissenschaften und Technik Professor Sergio Barabaschi sagte zum Schluss der Konferenz, dass es sich bei den drei Methoden zur Intensivierung der Verbindungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft um Folgende handele: die Verbesserung der Kommunikation, die Problemlösung sowie die Unterstützung der für die Gesetze Verantwortlichen. Busquin betonte, dass die Verbindung von Wissenschaft und Gesellschaft im Europäischen Forschungsraum (EFR) ein Schlüsselelement beim Übergang zu einer wissensbasierten Gesellschaft sei. Er teilte gegenüber CORDIS-Nachrichten ebenfalls mit, dass eine Änderung des Ansatzes in der europäischen Forschungspolitik erforderlich sei, um das häufig sichtbare mangelnde Verständnis zwischen Wissenschaftlern und Bürgern effektiv anzugehen. "In der Vergangenheit wurde die Notwendigkeit, Verbindungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft herzustellen, bei der Durchführung europäischer Programme nicht beachtet. Ich glaube, dass eine Verstärkung der Verbindungen sowie ein neuer Ansatz in der Tat notwendig sind. In der Vergangenheit sagten die Wissenschaftler, dass die Wissenschaft die Wahrheit sei und sie keine Antworten geben müssten. Nun möchten die Bürger die wissenschaftlichen [...] und technologischen Fakten kennen lernen", ließ er gegenüber CORDIS-Nachrichten verlauten. Busquin machte anhand der Beispiele BSE und GVO (genetisch veränderte Organismen) Fälle deutlich, bei denen wissenschaftliches Wissen zu einer größeren Vorsicht bei den Bürgern geführt hat. "Es ist wichtig, vorsichtig zu sein, und es muss ebenfalls betont werden, dass es ein Null-Risiko nicht gibt", sagte er. "Wir brauchen eine offene Debatte zwischen der Wissenschaft und der Öffentlichkeit; nicht unbedingt in jedem europäischen Land, jedoch auf europäischer Ebene", fügte er hinzu. Der Kommissar stellte eine Diagnose der aktuellen Situation: "Die europäische Gesellschaft bringt der Wissenschaft und Technologie keine ausreichende Wertschätzung entgegen. Die Europäer bezweifeln, dass das Potenzial der Wissenschaft und Technologie unserer Gesellschaft gut tut. Dies ist einer der Gründe, warum in die Forschung in Europa, verglichen mit den Vereinigten Staaten oder Japan, nicht genügend investiert wird." Busquin sagte, dass ein "hochqualifizierter wissenschaftlicher Journalismus von zentraler Bedeutung" sei. "Die Rolle der Medien ist sehr, sehr wichtig", führte er aus. "Es ist von großer Bedeutung, die besten Möglichkeiten zu nutzen, um innerhalb der Bevölkerung ein grundlegendes Wissen zu entwickeln, so dass sie die Welt, in der wir leben, versteht. Der Einsatz des Fernsehens ist ganz besonders wichtig, um die Verbindungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu intensivieren", betonte Philippe Busquin. "Viele Menschen in Europa erhalten ihre Informationen aus dem Fernsehen, sie lesen nicht genug." Professor Barabaschi, der die Rolle der Medien als "fundamental" erachtete, vertrat die gleichen Ansichten über die Bedeutung der Medien. "Wir müssen die Medien bei der Erläuterung von Sachverhalten unterstützen", sagte er gegenüber CORDIS-Nachrichten. "Wir müssen jedoch einfache, leicht verständliche Informationen geben und wir müssen versuchen, mit den Medien zusammenzuarbeiten, um den Menschen in Europa und der Gesellschaft diese einfachen Botschaften näher zu bringen", fuhr er fort. Er betonte, dass CORDIS eine zuverlässige Nachrichtenquelle sei, die hochwertige Informationen zur Verfügung stelle, und sagte weiterhin, dass CORDIS Focus eine weitere Verbreitung finden sollte.